Die Rußhexen waren wieder in Empfingen unterwegs. Foto: Jürgen Baiker

Mit Hexensuppe und klaren Regeln starteten die Rußhexen in ihren närrischen Tag. Für viele Empfinger hieß es anschließend: schnell weglaufen – oder schwarz werden.

„Warnung – Sie könnten schwarz werden!“ So war auf großen Hinweisen entlang der Straßen zu lesen. Und tatsächlich: Am Schmotzigen Donnerstag waren sie wieder unterwegs – die „Ruaßhexen“ in Empfingen.

 

Bereits ab 12 Uhr machten sie sich auf den Weg durch den Ort, um Kinder und Erwachsene, die nicht schnell genug das Weite suchten, mit Ruß schwarz zu machen. Doch bevor es losging, stand traditionell das „zweite Frühstück“ im Radlerheim auf dem Programm. Pünktlich um 10.45 Uhr trafen die Rußhexen – noch ohne Ruß an den Händen – dort ein und ließen sich die Hexensuppe schmecken. Das Radlerheim war schnell voll belegt.

100 Portionen Hexensuppe

Die Hexensuppe, 100 Portionen stark, wurde von Zahnarzt Christoph Kleindienst und Allgemeinärztin Corinna Schiletz gespendet und von der Metzgerei Adler zubereitet. Ob die Menge reichen würde? Für die rund 100 Portionen wurden zahlreiche Zutaten im Kilo-Bereich verarbeitet: Schweinefleisch, Karotten, Zwiebeln, Paprika, Kartoffeln und natürlich Gewürze. Um auch dem Umweltschutz gerecht zu werden, wurde die Suppe in Porzellansuppentellern mit richtigen Löffeln ausgegeben. Und auch die passenden Getränke – Bier eingeschlossen – durften nicht fehlen.

Gestärkt und gut gelaunt waren die Rußhexen schließlich nicht mehr zu halten. Niemand in Empfingen ist vor ihnen sicher. Über 200 Rußhexen soll es im Ort geben, so Fasnetsprofessor Werner Baiker. Ihr närrisches Outfit, darunter die Gatterhaube, bringen sie selbst mit. Als Rußhexe springen dürfen nur Jungs ab 16 Jahren und Männer ohne Altersbegrenzung. Ganz ohne Regeln geht es jedoch nicht. In einem Lied heißt es: „A Ruaßhex soll sechzehn sei, denn vorher isch se oafach zu klei. A Ruaßhex sott it schau am dri so bsoffa sei wia a Schstück Vieh.“

Jugendhaus platzt aus allen Nähten

Bereits am Vortag hatte sich die Jugend auf das Fasnetswochenende eingestimmt. Unter dem Motto „einen Dag davor“ – also einen Tag vor dem Ruaßigen Donnerstag – wurde im Jugendhaus gefeiert. Das Jugendhaus platzte förmlich aus allen Nähten, selbst davor standen noch zahlreiche Gäste. Und bis in die späten Stunden machten sich immer noch Jugendliche auf den Weg, um vorbeizuschauen. Der JKV-Ausschuss hatte an beiden Theken alle Hände voll zu tun, um die Wünsche der Besucher zu erfüllen. Musikalisch ging es dabei weniger fasnetskonform zu – gespielt wurde, was den Jugendlichen gefiel: Partymusik non stopp.

So reihte sich ein närrischer Höhepunkt an den nächsten – vom ausgelassenen Feiern der Jugend bis zum traditionellen Treiben der Ruaßhexen am Schmotzigen Donnerstag.