Der Handbalprofi David Späth besuchte die St.-Landolin-Schule in Ettenheim. Dabei sprach er über den Beginn seiner Karriere, seinen Kreuzbandriss und seine größten Erfolge.
Die Mensa der St.-Landolin-Schule war vor Beginn der Gesprächsrunde bereits voll: Mehr als 200 Gäste warteten auf David Späth, den jungen Handballnationaltorhhüter. Unter den Besuchern waren auch viele Handballspieler der SG ERA mit ihren Trikots. Die deutsche Vermögensberatung (DVAG) organisierte das Event, genauer gesagt ihr Berater Volker Chaloupka, seines Zeichens selbst Handballtorhüter.
Die DVAG bietet den „Sport-Elite-Talk“ mit verschiedenen Gästen an, so Chaloupka. „David Späth ist auch Handballtorhüter. Das passt wie die Faust aufs Auge“, erklärte er die Wahl des Gastes. Unterstützung erhielt er von seinem Sohn Jonas Chaloupka. Leider stehe der Stargast im Stau, informierte Volker Chaloupka. In der Zwischenzeit stellte er die DVAG vor und freute sich darüber, „dass so viele Kinder und Jugendliche gekommen sind“.
David Späth traf schließlich kurz vor 19 Uhr mit großem Applaus ein. Er sei „einer der größten Nachwuchstalente im Handball ist“, kündigte Volker Chaloupka an. Die Organisatoren luden zudem einen Überraschungsgast ein. Handballtrainer Martin Heuberger war auch auf der Bühne. Dort saßen sie zu viert auf orangenen Sesseln – der „Sport-Elite-Talk“ konnte beginnen.
Die Einstiegsfrage ging weit in die Vergangenheit zurück. Wolltest du schon immer ins Tor?, hieß es. „Ich war nicht so bewegungsfreudig, aber dann wurde ein Torwart gesucht und daraus entwickelte sich eine Leidenschaft“, erinnerte sich Späth, der aktuell bei den Rhein-Neckar-Löwen spielt.
Die schwere Verletzung war eine mentale Belastung
Er unterschrieb bei dem Verein mit 18 Jahren seinen ersten Profivertrag, mithilfe des Vertrauens seiner Jugendtrainer und seiner Familie, „ohne die ich es nicht geschafft hätte.“
Er habe sehr viel investiert und alles auf die Karte Handball gesetzt. Mit dem Einstieg in den Profibereich „ist für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“, blickte der 23-Jährige freudig zurück.
Jonas Chaloupka wollte wissen, was der entscheidende Moment in Späths Entwicklung war. „Der Wechsel ins Internat mit 16 hat mir sehr geholfen“, betonte Späth. Das Internat sei ein optimales Umfeld gewesen, um sich auf den Sport zu konzentrieren. Er habe mit Heimweh kämpfen müssen, allerdings „waren die Jungs wie eine zweite Familie für mich“. Volker Chaloupka war neugierig.
Glück ist für die Karriere auch wichtig
Was braucht es, um in der Bundesliga zu spielen?, fragte er. „Neben Talent und Fleiß auch ganz viel Glück“, weiß der Handballprofi. Er habe auch von Verletzungen der Konkurrenten profitiert und kam so ins Rampenlicht. Aber: „Glück hatte ich am Anfang, den Rest habe ich mir hart erarbeitet“, stellte der 23-Jährige klar.
Der junge Torhüter blieb jedoch auch selbst nicht von Verletzungen verschont. Volker Chaloupka hatte sich über den Kreuzbandriss informiert, den Späth 2021 erlitten hatte. Daher hakte er nach, wie er die schwere Verletzung verarbeitet habe. „Ich war ein oder zwei Monate in einem Loch“, war die klare Antwort.
Es sei nach dem Sieg der U-19-Handball-Europameisterschaft im Sommer die harte Realität gewesen. „Ich zweifelte an mir und stellte mir Fragen: Komme ich wieder zurück? Wird der Trainer auf mich setzen?“, beschrieb Späth seine Unsicherheit. Familie und Freunde haben ihn wieder aufgebaut.
Der Handballtorhüter macht sich selbst viel Druck
„Ich habe selten einen Spieler erlebt, der so zielstrebig ist. Er hat Tag und Nacht für sein Comeback gearbeitet“, so Martin Heuberger über seinen ehemaligen Schützling in der U 21-Juniorennationalmannschaft. Ihm gelang die Rückkehr ins Team und er gewann 2023 den DHB-Pokal. „Ein besonderer Moment für mich“, so Späth.
Angesprochen auf mentale Hürden, verwies der Torhüter auf die große Erwartungshaltung von außen und den Druck, den er sich selbst mache. Daher arbeite er mit Mentaltrainern im Verein. Der Handballprofi ist überzeugt: „30 Prozent ist Körper, 70 Prozent ist Kopfsache.“ Wie man mit Druck am besten umgehe? „Darüber mit Freunden oder Familie reden und es nicht verdrängen“, empfahl Späth den vielen jungen Handballern im Publikum.
Den Sieg gegen Frankreich konnte er kaum realisieren
„Die Nominierung war surreal“, ließ der 23-Jährige sein Karrierestart in der Nationalmannschaft Revue passieren. Es sei jedes Mal ein unbeschreibliches Gefühl. „Auch mir läuft heute immer noch der Schauer über den Rücken, wenn ich die Hymne höre“, fügte Heuberger als erfahrener Trainer hinzu. Der Höhepunkt für Späth sei das „unglaubliche Spiel gegen Frankreich“ gewesen, das sie in den letzten Sekunden gewonnen hatten. Die Leistung habe er erst nach einigen Wochen realisiert.
Die Vertragsverlängerung bei den Rhein-Neckar-Löwen bezeichnete er als „bewusste Entscheidung“, denn er möchte mit seinem „Herzensverein“ wieder erfolgreich sein. Und was wäre passiert, wenn es mit der Karriere als Profihandballer nicht geklappt hätte? „Mein Plan B war Lehrer“, offenbarte Späth am passenden Ort. Nun habe er aber andere Ziele. „Ich möchte mich jeden Tag weiterentwickeln und der beste Torhüter der Welt werden.“ Bei der Europameisterschaft im Januar will er „um den Titel mitspielen“.
Im Anschluss an den „Sport-Elite-Talk“ beantwortete der Handballer Fragen aus dem Publikum. Seit wann spielst du? („mit sieben Jahren angefangen“), Was ist dein Lieblingsessen? („Cordon bleu mit Bratkartoffeln und Gurkensalat“) und wer ist dein bester Freund? („Juri Knorr, sehr witzig“), so Späths Antworten in der Fragerunde.
Es gab ein Gewinnspiel für die Besucher
Viele Kinder durften sich nach der Gesprächsrunde noch Autogramme von David Späth holen, außerdem konnten die Besucher Handbälle, ein signiertes Trikot von David Späth sowie Tickets für ein Spiel der Rhein-Neckar-Löwen und des SC Freiburg gewinnen.