Die Bäckerei Krachenfels – hier die Filiale im Villinger Netto in der Kirnacher Straße – ist mit dem Verlauf des Sanierungsprozesses zufrieden. Foto: Marc Eich

Im Oktober 2024 schloss die Bäckerei Krachenfels mehrere Filialen in der Region und strukturierte sich im Zuge eines Insolvenzverfahrens um. So geht es nun beim Unternehmen weiter.

24 statt 41 Filialen und eine Umstrukturierung im Zuge eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung – bei der Mönchweiler Bäckerei Krachenfels hat sich in den vergangenen 18 Monaten einiges getan. Dabei zeichneten sich im Herbst 2024 angesichts der damaligen Vorzeichen zunächst große Unsicherheit ab.

 

Denn: Das Traditionsunternehmen verabschiedete sich in einem ersten Schritt ohne größere Ankündigung von gleich mehreren Filialen in der Region, darunter in der Herdstraße in Villingen, in den Muslen in Schwenningen sowie in Trossingen. „Von der schwersten unternehmerischen Entscheidung, die wir bisher getroffen haben“, sprach damals Geschäftsführer Georg Krachenfels auf Anfrage unserer Redaktion.

In den Filialen sei das Verhältnis zwischen Umsatz und Kosten nicht mehr zukunftsfähig gewesen, zudem hätten teilweise keine beständigen Öffnungszeiten garantiert werden können. Die Bäckerei leitete deshalb aufgrund von steigenden Energiekosten, Preissteigerungen beim Wareneinsatz und auch Spuren der Corona-Pandemie ein Restrukturierungsverfahren ein.

Kurz nach den Schließungen in der Doppelstadt stellte das Unternehmen im Oktober 2024 zudem einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Das Ziel: Der eingeleitete Sanierungsprozess sollte mithilfe eines Restrukturierungsexperten umgesetzt werden – um die Traditionsbäckerei zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern.

Angestrebter Abschluss des Insolvenzverfahrens

Bei Krachenfels zeigt man sich mit dem Verlauf des Prozesses zufrieden, wie Monika Fehrenbach als Sprecherin auf Anfrage der Redaktion erklärt. „Die bisher erzielten Fortschritte stimmen uns jedoch sehr zuversichtlich, sodass wir von einem erfolgreichen Abschluss in naher Zukunft ausgehen“, sagt Fehrenbach in Bezug auf das Insolvenzverfahren.

Die im Rahmen der Restrukturierung eingeleiteten Maßnahmen seien konsequent umgesetzt worden und würden bereits eine stabile und nachhaltige positive Entwicklung zeigen. Fehrenbach: „Die wirtschaftliche Basis des Unternehmens konnte deutlich gestärkt werden.“

Investor soll Wachstumsimpulse setzen

Das soll aber erst der Anfang sein. Denn zur weiteren strategischen Ausrichtung befindet sich die Bäckerei eigenen Angaben zufolge aktuell in fortgeschrittenen Gesprächen mit einem potenziellen Investor. Ziel sei es, die Zukunft von Krachenfels langfristig zu sichern. Außerdem möchte man „zusätzliche Wachstumsimpulse“ setzen.

Aus den Unternehmensdaten geht zudem hervor, dass die geschützte Wortmarke „Krachenfels“ gekündigt wurde. Hat dies mit einem möglichen Verkauf und einer Namensänderung zu tun? Fehrenbach widerspricht: Der Schritt sei aus wirtschaftlichen Gründen geschehen. „Für unsere Kundinnen und Kunden bleibt der etablierte Markenauftritt sowie die gewohnte Qualität und Identität der Bäckerei vollständig erhalten“, so die Sprecherin.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Bleibt die Frage nach den Mitarbeitern. Und hier betont das Unternehmen, dass bislang keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen wurden. Denn auf der sozialen Verantwortung habe während des gesamten Restrukturierungsprozesses ein besonderer Fokus gelegen, wie Fehrenbach erklärt. „Notwendige Anpassungen im Personalbereich konnten vollständig über natürliche Fluktuation umgesetzt werden.“ Derzeit arbeiten ihren Angaben zufolge 192 Mitarbeiter bei der Bäckerei – das sind knapp 18 weniger als beim Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Hier gibt es Krachenfels-Filialen

Schwarzwald-Baar-Kreis
Triberg (Café), Furtwangen (Rewe), St. Georgen (Rewe), Furtwangen (Café), Tuningen (Rewe), Hüfingen (Café), Donaueschingen (Rewe), Schwarzwald-Baar-Klinikum Donaueschingen (Café), Dauchingen (Netto), Schwenningen (Café Rottweiler Straße), Schwarzwald-Baar-Klinikum VS (Café), Villingen (Netto), Villingen (Rewe Kirnacher Straße).

Restliche Region
Geisingen (Penny), Spaichingen (Café), Schömberg (Norma), Rottweil (Café), Klinikum Konstanz (Café), Singen (Rewe), Dotternhausen (Netto), Dunningen-Seedorf (Netto), Stühlingen (Rewe), Lottstetten (Café), Waldshut-Tiengen (Rewe).