Günther Rentschler aus Lahr ist ein passionierter Natur- und Landschaftsfilmer. Foto: Rentschler

Günther Rentschler hat seinen Film über das südosteuropäische Land fertiggestellt. Hier spricht er über die ausgedehnte Drehreise und seine Begeisterung fürs Filmen.

Gut 40 Filme hat Günther Rentschler bisher produziert, mit denen der Lahrer seit 2005 ständiger Gast bei der Lahrer Volkshochschule ist. Nun steht die nächste Premiere an – am Dienstag, 24. Februar, zeigt er bei der VHS sein neues Werk über Albanien, das bei einer längeren Reise im vergangenen Sommer entstanden ist. Unsere Redaktion hat den 79-Jährigen zu dem Land und seinem Hobby befragt.

 

Herr Rentschler, warum musste es Albanien sein?

Das Land stand viele Jahre unter einer diktatorischen Herrschaft und war total von der Weltöffentlichkeit abgeschottet. Wenn man es heute mit offenen Augen bereist, sind noch viele Überbleibsel jener Zeit wahrzunehmen. Da ich als Individualtourist unterwegs war, konnte ich diese Feinheiten gut wahrnehmen. Dabei habe ich eine Nation im Aufbruch gesehen. Im Land der Skipetaren – wie Karl May Albanien in seinen Romanen nannte –, habe ich auch noch echte Ursprünglichkeit erlebt – und Menschen, die vom Massentourismus noch nicht verdorben sind.

Wie lief die Reise ab?

Meine Frau und ich waren von Mitte Mai bis Anfang Juli 2025 in Albanien unterwegs und haben wieder alles selbst organisiert. Schon unser ganzes Eheleben sind wir Camper – es begann mit dem Zelt, später war der Wohnwagen unser Hotel, in dem ich mein gesamtes Equipment als Natur- und Landschaftsfilmer an Bord mitführe, ganz abgesehen von einem guten Tröpfle! Wir reisen mit Auto und Wohnwagen, deshalb bin ich immer unabhängig und komme an Orte, die man zum Beispiel mit einem Wohnmobil nicht erreichen kann.

Albanien ist nicht gerade das erste Land am Mittelmeer, das einem für einen schönen Urlaub in den Sinn kommt. Kann man es sich als Tourist dort trotzdem gut gehen lassen?

Das kann man sogar ganz ausgezeichnet! Das Land hat wunderschöne Landschaften und noch bezahlbare Preise.

Was hat Sie am meisten überrascht, positiv und negativ?

Positiv die freundlichen und außerordentlich hilfsbereiten Menschen sowie die sozialen Preise. Negativ die vielen unzugänglichen, staubigen Straßen, die man mit einem normalen Pkw gar nicht befahren kann – nur mit Geländefahrzeugen. Die Verkehrsverhältnisse sind mit denen in Deutschland nicht zu vergleichen – man fährt auf Augenkontakt. Wenn man aber etwas Mut beweist, kommt man mit Albaniens chaotischen Verkehrsverhältnissen gut zurecht. Ich hatte keine Probleme, nicht mal mit dem Wohnanhänger, und bin ohne ohne Beule wieder daheim in Lahr angekommen.

Wie ist Ihre Filmleiden- schaft entstanden?

Begonnen hat es mit dem Fotografieren, zum Filmen bin ich erst viel später gekommen, vor etwa 35 Jahren. Mit einer ganz einfachen Sony-Kamera, bei der die Filme noch auf Band aufgezeichnet wurden, fing es an. Mein erstes Filmprojekt war über den Taubergießen. Das Faszinierende daran ist, etwas zu sehen zu bekommen und auf Film zu bannen, was anderen Menschen verborgen bleibt.

Was für ein Equipment verwenden Sie?

Ich drehe mit einer Sony-Hightech-Kamera, die meine Filme in digitaler 4K-Qualität aufzeichnet. Zu meiner filmischen Ausrüstung gehören außerdem ein Rucksack, ein Stativ und eine Ersatzkamera. Genügend Akkus dabei zuhaben, ist das A und O. Mit an Bord ist auch ein Laptop, auf dem ich das eingefangene Filmgut am Abend abspeichere und grob vorschneide. Die Postproduktion läuft dann bei mir zu Hause im Arbeitszimmer an einem speziellen Filmbearbeitungscomputer.

Was steckt an „Heimarbeit“ in Ihrem Film?

Für die Nachproduktion brauche ich zwei bis drei Monate. Für die Vertonung arbeite ich dabei seit fast 30 Jahren mit einem Sprach-Profi zusammen, der mir meine vorgefertigten Manuskripte in seinem Studio spricht. Allein an diesen Manuskripten sitze ich etliche Wochen. Ich recherchiere dafür sehr viel, da meine Filme Besonderes enthalten und für die Zuschauer einen Mehrwert bieten sollen. Ich will ihnen zeigen, was sie in keinem Fernsehfilm sehen können. Dafür bin ich oft weitab von Touristenpfaden unterwegs. Auch die Hintergrundmusik arbeite ich in meine Filme selbständig ein. Dabei bin ich in dieser Branche ein vollkommener Autodidakt, ich habe mir alles selbst erarbeitet.

Sind Sie auf Ihren Reisen ständig auf der Suche nach einer optimalen Kameraeinstellung? Oder können Sie sie genießen wie jeder andere Tourist?

Eine gute Frage. Die ich aber frei und ungezwungen bejahen kann, denn groß auf Motivsuche muss ich nicht gehen. Ich arbeite bereits zu Hause in etwa aus, wo und was ich filmen möchte. Die Details entscheide ich spontan vor Ort, denn das kann man nicht vorprogrammieren. Vor Ort lege ich nach ein bis zwei Tagen Filmarbeit ein bis zwei Tage Pause ein, in der ich mit meiner Frau ein paar nette Stunden verbringen, etwa beim Baden, einem Restaurantbesuch oder einfach beim Entspannen bei einem Kaffee auf einer schönen Terrasse. Es ist alles nur eine Frage der richtigen Koordination, damit die Sache nicht in Stress ausartet.

Warum lohnt es sich, Ihren Albanien-Film zu sehen?

Weil es mir gelungen ist, Bilder einzufangen, die die Zuschauer in ihren Bann ziehen werden. Ich freue mich jetzt schon auf diesen Abend.

Die Aufführungen

Günther Rentschler zeigt seinen 90-minütigen Film über Albanien am Dienstag, 24. Februar, ab 18.30 Uhr im Haus zum Pflug auf Großleinwand. Der Eintritt kostet fünf Euro, eine Anmeldung ist nicht nötig. Weitere Aufführungstermine: Donnerstag, 26. Februar, ab 19 Uhr bei der VHS Meißenheim und Mittwoch, 25. März, ab 19 Uhr bei der VHS Ottenheim.