Johannes Feldges ist Chief Business Officer bei Kickbase. Foto: Feldges

2013 wurde das Online-Managerspiel Kickbase gegründet. Seither geht es kontinuierlich steil bergauf. Laut eigenen Aussagen ist man mittlerweile der "größte Manager für die Bundesliga". Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht Johannes Feldges über den besonderen Reiz des Spiels und gibt zudem Tipps.

Johannes Feldges ist Chief Business Officer und damit eine der wichtigsten Personen bei Kickbase. Er ist tief drin in der Materie der Online-Managerspiele. Diese werden immer beliebter und speziell Kickbase hat sich zum Vorreiter für die Bundesliga entwickelt. Laut eigenen Angaben hat man weltweit über zwei Millionen Nutzer. Doch warum sind diese Art Spiele so beliebt? Wir haben Feldges nach seiner Einschätzung gefragt.

Für seine Argumentation bringt er auch den FC Bayern München ins Spiel. "Durch die Dominanz der Bayern, gab es an der Tabellenspitze in den vergangenen Jahren wenig Spannung. Zwar gibt es andere interessante Entscheidungen, aber durch unser Managerspiel stellen wir eine Bindung zum Produkt her, die über den eigenen Verein hinaus geht." Feldges schiebt gleich ein Beispiel hinterher: "Auch wenn ich mit einem Verein, nehmen wir als Beispiel Schalke 04, nichts am Hut habe, so können Spieler in meiner Kickbase-Mannschaft das Interesse an deren Spielen erhöhen."

Feldges spielt auch selber

Nicht vergessen darf man auch den Wettkampfcharakter, den das Spiel bietet. Zumeist spielt man mit Freunden und Bekannten in einer Liga, was den Spielspaß deutlich erhöht, wie Feldges anmerkt: "Kickbase kann das gemeinsame Fußball schauen noch interessanter machen." Der CBO ist selbst in drei Ligen aktiv, unter anderem wird auch mit den eigenen Kollegen gespielt.

Das Spiel hat sich in den vergangenen Jahren bereits weiterentwickelt, seit 2017 hat man beispielsweise eine Kooperation mit Sky. Und das Ende der Entwicklung ist noch nicht in Sicht, denn Feldges erklärt: "Das Produkt ist nie komplett fertig, auch wenn wir aktuell sehr zufrieden sind. Wir möchten noch mehr Menschen für die Marke Kickbase begeistern." Wachstumspotenziale sieht er in Deutschland nur in begrenztem Maße, dafür sei Potenzial im Ausland vorhanden. Daher wird einiges investiert: "Wir bieten nun auch die "La Liga" (Anmerkung der Redaktion: die spanische Liga) bei Kickbase an."

Kickbase-App vom Start weg

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie beispielsweise Comunio, startete Kickbase gleich zu Beginn mit einer App, die bis heute genutzt wird. "Für uns galt von Beginn an der Grundsatz "Mobile First". Ich denke, dass das auch eines der Erfolgsgeheimnisse darstellt." Zudem können die Punkte in Echtzeit mitverfolgt werden, der Nutzer ist also immer voll im Geschehen.

Offene Kommunikation mit der Community

Die Kickbase-Macher legen auch viel Wert darauf, ihre Community aktiv miteinzubeziehen. So werden auf Instagram, Facebook und Twitch regelmäßig Kaufempfehlungen an die Spieler gegeben. Und gemeinsam mit der Community wird auch gerne mal aktiv diskutiert. Denn bei so vielen Spielern, sind natürlich nicht alle immer zufrieden. Feldges weiß: "Zufrieden ist immer der Spieler, welcher am Ende gewinnt, das ist klar. Es gibt an jedem Spieltag auch Mitspieler, die sich benachteiligt fühlen. Manchmal zu Recht, manchmal nicht."

Dabei geht es dann vor allem um strittige Szenen. Die Tatsache ob ein Spieler eine Vorlage zugerechnet bekommt oder nicht, beeinflusst die Punktzahl. Bei Szenen im Graubereich gehen die Meinungen dann schnell auseinander. Feldges zitiert eine oft genannte Fußball-Regel: "Im Laufe der Saison gleicht sich so was immer wieder aus."

Tipps vom Experten

Zu guter Letzt gibt er auch noch Tipps, um möglichst gut abzuschneiden: "Wichtig ist etwas Zeit zu investieren. Man sollte die Marktwerte der Spieler beobachten, im besten Fall auch mindestens Zusammenfassungen der Spiele anschauen." Ein gutes Gespür sei gefragt. So könnten Spieler, die nach einer Einwechslung eine gute Leistung zeigen, möglicherweise in der Folgewoche eine Option für die Startelf sein. Zudem sollte man ein Auge auf das Freitagsspiel werfen: "Die Aufstellungen kommen im Normalfall eine Stunde vor Spielbeginn. Hier kann man dann noch entsprechend reagieren, wenn man Spieler der Teams in seiner Mannschaft hat."

Den vielleicht wichtigsten Tipp führt Feldges ganz am Schluss an: "Emotionalität ist kein guter Begleiter. Auch wenn man Spieler oder einen Verein nicht mag, sollte man sich trotzdem nicht verschließen. Auch zu viele Spieler des Lieblingsvereins können gefährlich sein."