Peter Rosenberger (links), Vize-Vorstand der IG Gäubahn, hört dem Vortrag des SMA-Gutachters aufmerksam zu. Das Ergebnis der Fachanalyse: Die S-Bahn.Verlängerung ist für den Nahverkehr besser als der Umstieg in Vaihingen Foto: Jürgen Lück

Interview mit Peter Rosenberger, Vize-Vorstand der IG Gäubahn. Er könnte für Horb die Jahrhundertchance des S-Bahn Takts nach Stuttgart schaffen. Rosenberger muß aber auch für die beste Lösung für Rottweil, Tuttlingen und Singen kämpfen.

Er ist ein ein Doppelrolle: Einerseits könnte Peter Rosenberger als OB für die Große Kreisstadt Horb die zweite Jahrhundertchance nach der Hochbrücke verwirklichen: den S-Bahn Takt in die Landeshauptstadt. Als Vize-Vorstand der IG Gäubahn muss er aber auch die Interessen der OB-Kollegen der südlichen Gäubahn-Anrainer vertreten.

 

Sind Sie als Vize-Vorstand der IG Gäubahn zufrieden mit dem Ergebnis des Gipfels im Audimax?

Die Idee der Gäubahn ist die optimale Verbindung aus dem Süden nach Stuttgart. Man kann nicht davon sprechen, dass sich die jetzt abzeichnenden Möglichkeiten optimal sind. Das wäre vermessen. Die Gäubahn-Anrainer können nicht zufrieden sein.

Horb könnte die S-Bahn bekommen, Rottweil nicht. Bricht die kommunale Front der Gäubahn-Anrainer jetzt auseinander?

Wir sind in der kommunalen Familie so beieinander, dass keiner dem anderen etwas neidet. Keiner im Süden hat einen Nachteil davon, wenn die S-Bahn bis Horb fährt. Also ist es selbstverständlich, dass alle, auch die Singener, sich dafür mit einsetzen. Umgekehrt setzen wir uns dafür ein, dass es in Singen besser wird.

Was tun sie jetzt – in der Aussicht als OB mit S-Bahn-Anschluss – für den Süden?

Alles hinter Horb hat im Augenblick nicht die optimale Versorgung. Wir in Horb übrigens auch noch nicht. Wir müssen uns weiter stark dafür einsetzen. Es gilt, dort weiter zu überlegen, wie kann man die Verbünde im Süden verbessern. Deshalb ist der gemeinsame Vorschlag: Über Donaubahn, Schwarzwaldbahn und bei anderen Schienenverbindungen Verbesserungen umsetzen. Das sind die Positionen, die im Süden Optimierungen bringen können.

Die Doppelrolle – untergräbt das Ihre Glaubwürdigkeit als Vize-Vorstand der IG Gäubahn?

Die Kollegen wissen um diese Problematik. Sie wollen auch, dass ich diese Rolle ausfülle. Wir haben da großes Verständnis füreinander und sitzen oft in Videokonferenzen zusammen. Wer sagt was? Wo sind Empfindlichkeiten? Wir nehmen da sehr Rücksicht aufeinander. Jetzt geht es darum, dass wir alle gemeinsam als Gäubahn-Anrainer die Doppelgleisigkeit Richtung Süden weiter voranbringen. Immer wieder Druck auf die Verantwortlichen machen. Wir sind zwar nicht dafür zuständig. Dennoch engagieren wir uns alle gemeinsam, weil es für unsere Städte und Bürger so viel wert ist.

Was muss jetzt politisch passieren?

Wir sind. glaube ich, schon an dem Punkt gelandet, wo alle, die uns in Horb wohlgesinnt sind, weiter unterstützen, dass es klappt. Jeder, der kann, sollte nochmals mit den Abgeordneten sprechen. Und mit allen, die in die Region Stuttgart hineinwirken könnten.

Was erhoffen Sie sich von ihrem Auftritt im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart?

Ich habe Thomas Bopp als Vorsitzender der Verbandsversammlung Stuttgart als jemanden kennengelernt, der zu den Dingen steht, wenn er sie anspricht. Ich habe Bopp auch so verstanden, dass ihm sehr viel daran liegt, dass der Süden nicht abgehängt wird. Das ist eine Chance, in einem kleinen Schritt, zumindest bis Horb, dem Genüge zu tun. Ich möchte dort persönlich ein Zeichen setzen: Wir sind neugierig. Wir wissen, dass es von euch eine Geste ist.

Sollte sich der Gemeinderat Gedanken über eine mögliche Finanzierung machen?

Ich habe gegenüber dem Land schon die Bitte formuliert: Wenn man glaubt, dass sich die Stadt da finanziell engagieren wird, dann soll man uns das sagen. Wenn das eine der Forderungen wird, dem VVS beizutreten, müssen wir das in den Gremien diskutieren. Ich kann nur jedem raten: Ja zu sagen.