Diskutiert und beschlossen wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung Dietingens. Etwa sorgte die geplante Erhöhung der Abwassergebühren für Zündstoff – doch ist diese nicht vermeidbar.
Sein „Einjähriges“ hat Bürgermeister Felix Hezel kürzlich in der Gemeinderatssitzung gefeiert: Am 10. Oktober 2024 hatte er seine erste Gemeinderatssitzung als Bürgermeister von Dietingen geleitet, ein Jahr später hat er bereits einige Vorschläge, Veränderungen und Beschlüsse angestoßen miterlebt und vollzogen. Und am Mittwochabend in der Schwarzenbachhalle in Gößlingen ging es so weiter.
Die Sitzung startete mit den Bürgerfragen, und die erste bezog sich gleich auf einen kostenträchtigen Tagesordnungspunkt. Es ging um Abwassergebühren – und unter anderem inwieweit man zum aktuellen Zeitpunkt schon die Erhöhung an Abwassergebühren absehen könne. Ein Bürger wollte zudem wissen, wann die Baustelle in der Dietinger Hauptstraße fertiggestellt würde. Hezel erklärte, dass hierfür Mitte November als realistisch angepeilt würde – auf alle Fälle noch vor dem Winter.
Gewerbegebiet Brühl-Ost III
Auf der Tagesordnung stand dann das Gewerbegebiet Brühl-Ost III in Irslingen – ein Thema, das im Gremium einigen Diskussionsbedarf auslöste. André Leopold vom Rottweiler Ingenieur- und Planungsbüro stellte drei Varianten vor, wie die Straßenführung des Gewerbegebiets erschlossen werden könnte.
Für Zündstoff sorgte die Frage und die damit zusammenhängende Entscheidung, ob ein Wendehammer im Gewerbegebiet entstehen soll oder nicht. Die erste Variante wäre mit Gesamtbaukosten in Höhe von etwa 1 054 000 Euro günstiger zwei andere, allerdings durch den dort vorgesehenen Wendehammer schwieriger für LKW zu befahren.
Variante Drei war bereits im Bebauungsplan 2012 vorgesehen, und entsprechend wurde über die Jahre auf diese hingearbeitet. Bei dieser Variante ist kein Wendehammer notwendig, zudem gibt es zwei Möglichkeiten für die Verlegung eines Schmutzwasserkanals. Insgesamt kostet diese Variante, deren Realisierung der Gemeinderat beschloss, mehr als 1 222 000 Euro.
Baugebiet Hochboll
Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war das Baugebiet Hochboll in Böhringen. Hierfür wurden die Bauplatzpreise festgelegt. Hezel verwies auf die Beschlussvorlage aus 2024/25. Der Quadratmeterpreis solle auf 55 Euro pro festgelegt, die Abwasserkosten würden separat an die Kommune bezahlt werden. Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen.
Bündelausschreibung
Weiter ging es mit der Entscheidung zur erneuten Teilnahme an der Bündelausschreibung der Gt-service Dienstleistungsgesellschaft für den kommunalen Strombedarf ab 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2029. Hauptamtsleiter Matthias Barth erklärt, die Ausschreibung gelte immer für drei Jahre, mit 2026 breche das letzte Jahr der derzeitigen Ausschreibung für Dietingen an.
Ein Gemeinderatsmitglied fragte, wie viel bisher durch die Teilnahme eingespart wurde. Da der Strompreis aber immer schwanke und die Preise tendenziell steigen, könne man schlecht Vergleiche ziehen. Die Teilnahme an der Ausschreibung sei für die Verwaltung allerdings rechtssicherer als ohne die Teilnahme, erklärt Barth.
Das Gremium konnte sich für eine von vier möglichen Stromkonzeptionen entscheiden. Nach einer ausgiebigen Diskussion beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme die Konzeption „100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien (Ökostrom) mit mindestens 33 Prozent Neuanlagenquote, Beschaffung nach dem so genannten Händlermodell.“
Abwassergebühren
Punkt Sieben stellte dann Vanessa Schäfer, Leiterin der Finanzverwaltung, vor: Der Satzungsbeschluss zu den Abwassergebühren. Hierfür stand zuletzt eine Nachkalkulation zur Kostendeckung aus den Jahren 2019 bis 2021 statt. Geprüft wurde dabei, ob eine Kostenüber- oder Unterdeckung vorliegt, da diese innerhalb von fünf Jahren ausgeglichen werden müsse, und 2026 somit das letztmögliche Ausgleichsjahr sei.
Unverändert bleibt die Wassergebühr – diese beträgt demnach im kommenden Jahr wie im laufenden 3,24 Euro. Anders sieht es bei der Abwassergebühr aus – dort kommt eine deutliche Erhöhung auf die Bürger zu. Demnach liegt die Gebühr im laufenden Jahr bei 3,72 Euro, ab Januar wird sie auf 5,46 Euro je Kubikmeter Abwasser erhöht. Auch die Niederschlagswassergebühr soll teurer werden. Derzeit kostet sie noch 34 Cent je Quadratmeter versiegelter Fläche, künftig fallen dafür 53 Cent an.
Die Leiterin geht aber von einem Rückgang in der Schmutzwassergebührkalkulation für 2027 aus, da der Betrag für das kommende Jahr zum Ausgleich der Nachkalkulation notwendig sei. Die entsprechende Satzung wurde einstimmig beschlossen.