Planer Reiner Grießhaber erläutert in der Sitzung des Gemeinderats die Umlegungspläne für Gassen II. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger und die Leiterin des Bauverwaltungsamts, Sabine Neumann, hören aufmerksam zu. Foto: Breisinger

Für das geplante Baugebiet Gassen II in Schömberg hat der Gemeinderat nun ein gesetzliche Umlegung beschlossen. Grund: Einige Grundeigentümer wollen nicht verkaufen.

Schömberg - Der Bebauungsplan für das geplante Baugebiet Gassen II ist seit 31. März rechtskräftig. Da sich bei Aufklärungsgesprächen, bei denen den Grundstückseigentümern neben dem Verfahrensablauf auch allgemeine Informationen zur Umlegung vorgestellt wurden, früh abzeichnete, dass nicht alle bereit sind, ihre Flächen an die Stadt zu verkaufen, ordnete der Gemeinderat schon .2018 ein gesetzliches Umlegungsverfahren an.

Keine Blockade

"In diesem Fall überwiegt das öffentliche Interesse das Eigeninteresse", erläuterte Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger. "Ein Einzelner kann keine Blockadehaltung einnehmen", schlug der in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch anwesende, seit diesem Abend öffentlich bestellte Vermessungsingenieur Reiner Grießhaber in die gleiche Kerbe. "Hier handelt es sich um keine Enteignung, sondern um ein Umlegungsverfahren. Keiner wird bevorzugt oder benachteiligt werden und es besteht keine Bauverpflichtung. Grundsätzlich wird jede Lage gleich behandelt. Wer zuvor in einer vorteilshaften Lage Grund hatte, wird dieses auch weiterhin haben", so Grießhaber.

Hoffnung auf schnelles Verfahren

Er hoffte, dass das Umlegungsverfahren zeitnah durch sei – wenn möglich schon bis Mitte kommenden Jahres. Parallel könne schon mit den Baumaßnahmen begonnen werden.

Neues Büro beauftragt

Nach Inkrafttreten des Bebauungsplans hat die Verwaltung mit dem mit der Durchführung der Umlegung beauftragten Vermessungsamt wieder Kontakt aufgenommen. Da dieses die Arbeit aus zeitlichen Gründen nicht aufnehmen kann, musste nach einem Ersatz gesucht werden, der mit dem Rottweiler Vermessungsbüro Grießhaber und Obergfell schnell gefunden wurde.

Umlegungsausschuss gebildet

Der Gemeinderat beschloss, dass der Vertrag mit dem Vermessungsamt aufgehoben und stattdessen das Büro Grießhaber und Obergfell mit der Umlegung beauftragt wird. Zudem wurde ein Umlegungsausschuss gebildet, der aus dem Vorsitzenden Bürgermeister Sprenger als Vorsitzendem und den Stadträten Heiko Gerstenberger, Dieter Netzer, Frank Polich und Marc-Oliver Schwarz besteht. Als Stellvertreter fungieren Daniel Saffrin, Kerstin Kipp, Klaus Blumenfeld und Josef Rohrmoser. Bausachverständiger wird Stadtbaumeister Markus Dreher sein, weitere Mitglieder sind Reiner Grießhaber und sein Vertreter Klaus Obergfell.