Eine Leserin mahnt aus Anlass der Schließungen zweier Büchereien das Thema Familienfreundlichkeit in Albstadt an. Foto: SB

Die Stadt Albstadt schränkt Angebote für Familien ein. Das moniert unsere Leserin Stefanie Meißner.

Mit großem Unverständnis verfolgen wir die aktuellen Entscheidungen der Stadt Albstadt. Wieder einmal zeigt sich, dass Familienfreundlichkeit offenbar nur auf Hochglanzbroschüren existiert – nicht aber im Alltag vieler Bürger und Bürgerinnen der Albstädter Stadtteile.

 

Die Schließung der Büchereien in Tailfingen und Onstmettingen trifft einmal mehr ganz besonders Kinder, Familien und ältere Menschen. Gerade die Onstmettinger Bücherei wurde bereits ehrenamtlich betrieben, hatte wenige Öffnungszeiten und damit einhergehend geringe laufende Kosten. Wie groß kann die tatsächliche Einsparung hier tatsächlich sein?

Statt wohnortnaher Bildung soll künftig ein Bücherbus genügen. Wer spontan stöbern und mit seinen Kindern Bücher entdecken möchte, muss künftig nach Ebingen fahren. Aufgrund der beträchtlichen Fahrzeit (und nicht zu unterschlagen der Preise des öffentlichen Nahverkehrs) wird für viele Familien daraus ein kompletter Nachmittagsausflug, sofern dieser dann überhaupt noch machbar ist. Das ist kein Fortschritt, sondern ein Rückzug aus der Fläche.

„Schleichender Rückzug“

Die drastische Reduktion der Ganztageskinderplätze sowie die neuen fragwürdigen Überlegungen hinsichtlich des Schulzentrums Lammerberg tragen ebenfalls nicht zu einem familienfreundlichen, attraktiven Wohnort für die einzelnen Stadtteile bei: Albstadt besteht nicht nur aus Ebingen. Unsere Stadtteile leben davon, dass Infrastruktur, Bildung und Kultur wohnortnah erhalten bleiben. Wer alles zentralisiert, spart vielleicht kurzfristig an einzelnen Stellen. Langfristig aber verlieren wir Lebensqualität, Attraktivität und das Vertrauen vieler Bürger und Bürgerinnen.

Man darf sich deshalb schon fragen: Wenn Familien keine Priorität mehr haben, was bleibt dann noch? Stadtentwicklung sieht anders aus, hier sehen wir leider nur den schleichenden Rückzug aus den Teilorten.

Stefanie Meißner, Albstadt-Onstmettingen

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