Heidi Rentschler, Inhaberin von Heidis Alpakaparadies und Nachbarin des geplanten Israelparks, iP-Bereichsleiter Jair Bayer (Mitte) und Frank Clesle, Leiter der Zedakah-Zentrale in Maisenbach-Zainen, vor einem Modell der Kupfermine Foto: Wolfgang Krokauer

In Maisenbach-Zainen entsteht in den nächsten Jahren eine Freizeiteinrichtung der besonderen Art. Es wird ein Israelpark gebaut. Das wird den Besuchern geboten.

Der Bad Liebenzeller Stadtteil Maisenbach-Zainen ist ein besonderer Ort.

 

Das hat einen bestimmten Grund.

Verein Zedakah In Maisenbach-Zainen gibt es den Verein Zedakah. Das Wort ist hebräisch und bedeutet „Wohltätigkeit“. Luise und Friedrich Nothacker gründeten 1960 das Werk Zedakah.

Die Jüdin Helene Weinmann, eine Holocaustüberlebende, brachte dem Ehepaar Nothacker die Not von Holocaustüberlebenden nahe. Eine Reise nach Israel und Begegnungen mit Juden, die das KZ überlebt hatten, gaben Friedrich Nothacker den Anstoß zur Gründung von Zedakah.

Bestehende Einrichtungen Zedakah betreibt das Gästehaus Beth El in Shavei Zion im Norden Israels für Holocaustüberlebende. Diese können dort kostenlos Urlaub am Mittelmeer machen. Im Pflegeheim Beth Eliser in Maalot, ebenfalls im Norden von Israel, betreut Zedakah pflegebedürftige Holocaustüberlebende.

Im Gästehaus Bethel in Maisenbach-Zainen ist die Zentrale von Zedakah. Dort ist auch das im Jahre 2021 eröffnete iP-Zentrum für Bildung und Begegnung. iP steht für Israel-Perspektive.

Was ist der Israelpark? Jetzt nimmt Zedakah das nächste Projekt in Angriff. Es ist der Israelpark beim Gästehaus Bethel in Maisenbach-Zainen.

Beim Gästehaus Bethel in Maisenbach-Zainen entsteht ein Israelpark. Darüber freuen sich Heidi Rentschler, Frank Clesle (Mitte) und Jair Bayer. Foto: Wolfgang Krokauer

In diesem Park sind Spielstationen vorgesehen, bei denen Besucher tiefer in die biblischen und geschichtlichen Hintergründe Israels und des Judentums eintauchen können, macht Frank Clesle, Leiter der Zedakah-Zentrale und stellvertretender Vorsitzender des Vereins Zedakah, im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich.

Das Grundprinzip des Israelparks ist es, bestimmte Teile von Israel von Süden nach Norden des Landes in dem Freizeitpark erleb- und sichtbar zu machen. In den Nordschwarzwald kommt sozusagen ein Klein-Israel. Damit will Zedakah das Verständnis für das Judentum und seine Geschichte fördern und den Antisemitismus bekämpfen.

Plan für erste Spielstation Konkrete Planungen gibt es inzwischen zum Beispiel für eine dieser Spielstationen, so Clesle. Bei dieser Spielstation geht es um den Ort Timna. Im „richtigen“ Israel liegt Timna weit im Süden des Landes in der Negev-Wüste, nördlich der Hafenstadt Eilat am Roten Meer.

Dort wurde schon 3000 vor Christi Geburt Kupfer abgebaut, berichtet Clesle. Etwa zur Zeit des Königs Salomon um rund 1000 vor Christus gab es im gesamten Mittelmeerraum einen regen Kupferhandel.

Nachgebaute Kupfermine

Der Verein Zedakah baut eine solche Kupfermine im Israelpark nach, erzählt Clesle. Kinder dürfen eine drei Meter breite und vier Meter hohe Zisterne hinuntersteigen und im Sand buddeln. Dort finden sie Kupfernuggets. Über eine Luke können sie die Mine hinuntersteigen. Darüber hinaus gibt es einen zusätzlichen Gang, um zur Zisterne mit den Kupfernuggets zu gelangen.

Durch ein Wüstental

Das ist aber noch nicht alles. Zur Mine führt auch eine drei Meter hohe Schlucht. Auch über diese Schlucht gelangen die Besucher zur Kupfermine. Mit diesem Wüstental wird auf Psalm 23 im Alten Testament angespielt.

Dort heißt es unter anderem: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

Fünf Stationen

In diesem Wüstental sind fünf Stationen vorgesehen, denn die Besucher sollen etwas über die Geschichte von Timna erfahren. So legt Zedakah eine Ausgrabungsstelle an, die nicht identisch ist mit der Zisterne. Darüber hinaus ist eine Hör-Ecke geplant. Hinzu kommt eine Station mit einem Hörmemory. Es gibt eine Station, wo die in Psalm 23 genannten Feinde an Felswänden abgebildet sind. Damit soll gezeigt werden, dass trotz bedrohlicher Situationen Menschen ihr Gottvertrauen nicht verlieren sollen. Und schließlich gibt es eine Gebets- und Ruheecke.

Geschichten sehen Neben dieser aktiven Ebene gibt es eine zweite, so Clesle. Dabei bekommen Eltern mit ihren Kindern ein Tablett.

Wenn sie durch das nachgebaute Wüstental gehen, können sie sich über eine App einen Film zu dieser Landschaft und der damit zusammenhängenden Geschichte Israels ansehen.

Im Park spazieren gehen Nach Clesles Worten ist es aber auch möglich, zu bestimmten Zeiten im Park spazieren zu gehen, ohne dass ein Programm läuft. Der Zugang sei dann geregelt, macht Clesle deutlich.

Aktionswiese Richtung Straße ist eine Aktionswiese geplant. Dort haben Kinder Gelegenheit sich auszutoben, etwa beim Fußball- oder Volleyballspiel. Dort können auch Jugendfreizeiten stattfinden.

Umstrittener Zaun

Unklar ist noch, wie die Sicherheit gewährleistet wird. Denn beim Fußballspiel kann ein Ball auch einmal sonst wo hinfliegen. Deshalb war ein vier Meter hoher Zaun angedacht.

Der fand bei den Behörden aber wenig Gegenliebe, berichtete Clesle. Jetzt ist im Gespräch, ob es nicht möglich ist, einen Zaun zu installieren, der hoch und runter gefahren werden kann.