Anja Hoppe (von links), Dorothee Schneider, Casey Shelton, Robert Edsel und Georg Friedrich von Preußen freuen sich über die Rückkehr des historischen Gegenstands. Foto: Roland Beck,

Prinz Georg Friedrich von Preußen freut sich: Die Monuments Men and Women Foundation hat ein historisches Artefakt an Burg Hohenzollern übergeben.

Im Rahmen einer Zeremonie auf Burg Hohenzollern hat die Monuments Men and Women Foundation die historischen Sargsiegels Friedrich Wilhelms I. von Preußen, des Soldatenkönigs, an das Haus Hohenzollern zurückgegeben. Die Reise dieser kleinen, aber bedeutenden historischen Artefakte erstreckt sich über Jahrhunderte.

 

Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1688 bis 1740), bekannt als der Soldatenkönig, regierte von 1713 bis zu seinem Tod im Jahr 1740. Als Vater Friedrichs des Großen erlangte er Bekanntheit dafür, Preußen mit einer großen Armee und einer zentralisierten Verwaltung zu einer europäischen Großmacht entwickelt zu haben.

Nach ihrem Tod wurden beide Monarchen in der königlichen Gruft der Garnisonkirche in Potsdam beigesetzt. Diese nutzten die Nationalsozialisten, für Zeremonien und Propaganda.

Die Siegel wurden im Nachlass von Captain Hancock entdeckt. Foto: Foundation

Als die Bombenangriffe der Alliierten 1943 zunahmen, ordnete Adolf Hitler an, die Särge an einen sicheren Ort zu bringen. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs gelangten sie ins Bergwerk Bernterode in Thüringen.

US-Soldaten entdeckten die versteckten Särge

Am 27. April 1945 entdeckten amerikanische Truppen sie mehr als 550 Meter unter der Erde. In dem Versteck fanden sie zudem die Särge von Paul und Gertrud von Hindenburg sowie die preußischen Kronjuwelen, Hunderte Militärfahnen, Archivmaterial und 271 Gemälde.

Am 29. April 1945 traf Monuments Man Captain Walker Hancock dort ein, um die Funde zu dokumentieren. Er skizzierte den Grundriss der Kammer mit Objektbeschreibungen und Mengenangaben in seinem persönlichen Tagebuch.

Hancocks persönliches Tagebuch Foto: Daniel Altschuler

Hancock fand auch die Sargsiegel Friedrich Wilhelms I., die wahrscheinlich während der mühsamen Manöver zum Absenken der massiven königlichen Särge in die unterirdische Kammer abgebrochen waren. Er erkannte ihre Bedeutung und bewahrte sie sorgfältig auf . Diese akribische Sorgfalt war typisch für die Monuments Men.

Unter den persönlichen Unterlagen von Captain Hancock entdeckte seine Erbin einen kleinen Umschlag mit einer handschriftlichen Notiz: „Siegel des Sarges von Friedrich Wilhelm I. Gefunden in Bernterode, Mai 1945“ Sie vertraute diese Objekte der Monuments Men and Women Foundation an, damit sie ihrem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden könnten. Das ist jetzt, 80 Jahre nach Kriegsende, auf Burg Hohenzollern geschehen.

„Die Rückgabe dieser Siegel an das Haus Hohenzollern ist mehr als nur die Rückgabe eines Kulturschatzes“, sagte Anna Bottinelli, Präsidentin der Foundation bei der Übergabe. „Zeremonien wie diese stehen im Mittelpunkt unserer Mission: sicherstellen, dass verschwundene Kunstwerke und Kulturgüter an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.“

Prinz Georg Friedrich dankt im Namen seiner Familie

Eine besondere persönliche Verbindung unterstreicht die heutige Zusammenkunft: Prinz Georg Friedrich von Preußen ist der Großneffe von Prinzessin Cecilie von Preußen (1917 bis 1975), Enkeltochter Kaiser Wilhelms II. und Schwester seines Großvaters Prinz Louis Ferdinand. Sie heiratete 1949 den amerikanischen Monuments Man Captain Clyde Kenneth Harris. Dieser ist damit der angeheiratete Großonkel des Prinzen.

Prinz Georg Friedrich dankt im Namen seiner Familie

Über diese Verbindung nachdenkend. sagt Prinz Georg Friedrich: „Wir nehmen diese Siegel mit Dank entgegen, nicht nur als Symbole der Geschichte unserer Familie, sondern auch als Zeugnis der ehrenvollen Mission der Monuments Men and Women. Ihre Fürsorge und ihre Opferbereitschaft haben dafür gesorgt, dass Objekte wie diese eines Tages an Ihren Herkunftsort zurückkehren konnten.“

Das Oberhaupt des Hauses Hohenzollern dankte der Stiftung im Namen seiner Familie: „Diese Rückgabe ist mehr als die Rückgabe von zwei kleinen Artefakten – sie ist eine Geste, die uns wieder mit unserer Vergangenheit verbindet und uns an die Verantwortung erinnert, die wir alle für die Bewahrung unserer Geschichte tragen.“

Die Stiftung