Das Angebot an Stadtführungen ist sehr groß und die Führungen sind sehr gut nachgefragt – wie hier die Führung mit Genuss. Foto: Siegmeier

Stadtführungen sind in Rottweil sehr beliebt. Im Jahr 2025 haben gut 20 000 Besucher das breit gefächerte Angebot genutzt. Nicht nur Themenführungen sind gefragt.

Den Geschichten des Nachtwächters auf dem Weg durch die dunklen Gassen zu lauschen oder sich von Anna, der Arbeiterin in der Pulverfabrik des Max von Duttenhofer, in die Arbeit einweisen zu lassen, Interessantes zum Rottweiler Testturm zu erfahren oder sich kulinarisch verwöhnen zu lassen – all das und noch viel mehr kann man bei Stadtführungen in der ältesten Stadt Baden-Württembergs.

 

Das breitgefächerte Angebot wird sehr gut angenommen, informiert Simone Strasser, stellvertretende Abteilungsleiterin des Fachbereichs Tourismus und Stadtmarketing auf Anfrage. „Wir haben im Jahr 2025 (Stand: Mitte Dezember) 925 Führungen mit 19 505 Teilnehmern verzeichnet“, sagt sie erfreut. Darunter sind Gruppenführungen, aber auch öffentliche Führungen.

Die „Schafstour“-Outdoor-Schnitzeljagd durch die Innenstadt, die man auf eigene Faust unternehmen kann, haben bis Oktober rund 650 Teilnehmer mitgemacht. Am interaktiven VR-Erlebnis YULLBE in der Vorweihnachtszeit im ehemaligen Drogeriemarkt Müller haben mehr als 1500 Besucher teilgenommen, ist zu erfahren.

Doch welches sind eigentlich die beliebtesten und meistgebuchten Angebote? „Nach wie vor gehören die klassischen Stadtführungen sowie die Testturmführungen zu den am häufigsten gebuchten Angeboten“, so Strasser. Darüber hinaus hätten sich aber auch die neuen Formate großer Beliebtheit erfreut – insbesondere die inszenierte Führung im Neckartal „Pulverrauch und Badewannen“, die im Gewerbepark Neckartal stattfindet, sowie die GaumenKulTour, die in Rottweiler Einzelhandelsgeschäfte führt. Zudem sind die kulinarischen Führungen insgesamt sehr gefragt: „Die Führung ‚Mit Genuss‘ war in diesem Jahr bei allen Terminen vollständig ausgebucht“, sagt Simone Strasser.

Die Nachtwächterführungen und Themenführungen wie etwa die Fastnachtsführung mit einem Besuch im Haus Nr. 1 stehen ebenso hoch im Kurs. Für Kinder sei die Taschenlampenführung im Schwarzen Tor ein besonderes Erlebnis gewesen. Und auch die Schulklassen kamen auf ihre Kosten: „Kurz vor den Sommerferien besuchten rund 220 Schüler den Testturm und nahmen an Kurzführungen teil – ein echtes Highlight“, findet die Tourismusexpertin.

Mit Pulverarbeiterin Anna kann man bei einer Reise in die Vergangenheit die Arbeit in der ehemaligen Pulverfabrik kennenlernen. Foto: Siegmeier

Aber um so eine Menge Führungen zu stemmen, braucht es auch eine stattliche Anzahl an Gästeführern. Aktuell gibt es mehr als 40, die einen Honorarvertrag mit der Stadt Rottweil haben. „Allerdings sind nicht alle jederzeit im Einsatz – die Übernahme von Führungen variiert je nach persönlicher Situation und kann sich immer wieder ändern“, erklärt Simone Strasser und macht darauf aufmerksam, dass sich das Team mit Blick auf Hängebrücke und Landesgartenschau noch vergrößern werde.

Die abendlichen Rundgänge mit dem Nachtwächter sind sehr beliebt. Foto: Siegmeier

Da „wir hier mit steigendem Bedarf an Führungen rechnen, versuchen wir, zusätzliche Gästeführerinnen und Gästeführer zu gewinnen“, sagt sie. Im November haben 15 Teilnehmer einen Stadtführerkurs unter Federführung von Martina Meyr, Leitung der städtischen Museen, und Lena Kunz, Leiterin des Stadtarchivs, abgeschlossen. Einige von ihnen haben Interesse signalisiert, dem Gästeführerpool der Tourismusabteilung beizutreten und werden bereits ab Januar testweise die ersten Führungen absolvieren.

Was ist dem Bereich Tourismus und Stadtmarketing wichtig beim Erstellen des Führungsangebots? „Unsere Gästeführungen sollen unsere Stadt mit ihren Geschichten und ihrer lebendigen Gegenwart erlebbar machen. Mit unseren touristischen Angeboten möchten wir Gäste für unsere Stadt begeistern und sie dazu einladen, uns zu besuchen“, informiert Strasser. Dabei sei es besonders wichtig, die hohe Qualität der Führungen dauerhaft beizubehalten, damit die Gäste ein unvergessliches Erlebnis erhalten würden.

Die Erlebnisse und Angebote sollen zudem zu einer höheren Frequenz in der Innenstadt beitragen und damit auch Handel und Gastronomie unterstützen, so die Auskunft.

Interessant ist auch das Einzugsgebiet der Führungsteilnehmer, die überwiegend aus Baden-Württemberg kommen. Haupteinzugsgebiete seien der Schwarzwald-Baar-Kreis, der Bereich Hegau sowie die Landkreise Tuttlingen und Rottweil. „Das zeigt, dass wir vor allem für das Rottweiler Umfeld ein attraktives Angebot haben. Aber auch aus Bayern und Hessen sind viele Buchungen zu verzeichnen“, so Strasser. Am stärksten nachgefragt seien die Angebote an Wochenenden.