Wenn die Therme wiedereröffnet, könnte in dem Bereich auch eine neue Skulptur ihren Platz finden. Foto: Dietmar Glaser

Zum 875. Klosterjubiläum will ein Künstler der Stadt eine Skulptur überlassen. Dafür suchen Verwaltung und Gemeinderat nun eine Lösung – und einen passenden Ort.

Ist Bad Herrenalb bald um ein neues Kunstwerk reicher? Mit dieser Frage befasste sich der Gemeinderat der Stadt in seiner jüngsten Sitzung.

 

Der Künstler Jens W. Beyrich kam mit einer Skulpturenidee auf den Bürgermeister zu, die der Künstler anlässlich des 875. Klosterjubiläums entwickelt habe, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Wunschstandort Beyrichs ist im Kurpark neben dem Kurhaus – eine Stelle, „die eben jene 875 Jahre der Stadtgeschichte symbolisiert“, heißt es weiter. Die Skulptur selbst wolle der Künstler selbst finanzieren und bitte die Stadt um die Stellung eines Platzes sowie die Errichtung des notwendigen Fundaments.

„Wollen wir das überhaupt?“

Nun gelte es laut Bürgermeister Klaus Hoffmann zu entscheiden, „wollen wir das überhaupt?“, oder soll das Kunstwerk womöglich an einer anderen Stelle aufgestellt werden.

Aus Sicht Beyrichs weise der Standort am Kurhaus auf die Geschichte zurück, durch die Nähe zum Kloster, aber auch zu den weiteren historischen Gebäuden wie etwa Mönch’s Posthotel, das Rathaus – oder auch das Kurhaus. Die zentrale Lage biete die meisten Bildmotive der Stadt und die Skulptur mit etwa zwei Metern Scheitelhöhe bilde einen deutlichen Akzent und Blickfang.

Spannende Durch- und Einblicke

Aufgrund ihrer Bauform biete die Skulptur „Durch- und Einblicke, die spannend sind, wenn man daran vorbeiläuft“, ist weiter zu lesen. Neben dem Kurhaus ergebe sich das von selbst. Diesen Effekt habe man beim Vorbeifahren an anderer Stelle aus dem Auto nicht, so der Künstler.

So ganz überzeugt scheint die Stadtverwaltung von dem Aufstellungsort aber nicht überzeugt zu sein. Denn bereits im Vorfeld der Sitzung seien Alternativstandorte untersucht worden, ist der Vorlage weiter zu entnehmen. Alternativen wären etwa im Kurpark bei der Kirche im Grünen, an verschiedenen Stellen auf der Schweizer Wiese oder der Bereich vor der neu gestalteten Therme zwischen Parkplatz und Eingang: „Hier hätte die Skulptur eine gute Sichtbarkeit für die Besucher der Therme und Spaziergänger oder Wanderer, wäre jedoch außerhalb des historischen Bezugs“, schreibt die Verwaltung etwa dazu.

Manche Orte sind gleich aus dem Rennen

Andere Orte, wie direkt im Kloster selbst, auf dem Rathausplatz oder auf dem Kreisverkehr am Stadteingang von Ettlingen kommend, sah die Verwaltung von vornherein kritisch.

Doch nicht nur der Standort, auch das Kunstwerk selbst, das in der Sitzung nicht gezeigt wurde, wohl aber aus geometrischen Formen wie Kugeln und Würfeln bestehen soll, sorgte für unterschiedliche Ansichten bei den Gemeinderäten – ganz wie es Kunst gemeinhin zu tun pflegt.

Platz vor der Therme als ideal angesehen

Ob man es nicht woanders aufstellen könne, schlug Fryderyk Zaborski (ABH) vor, „da fällt es nicht so auf“. Dagegen hielt Klaus Lienen (CDU): „Wenn er viele Leute haben will“, sei der Thermenvorplatz ideal.

Christian Romoser (CDU) sagte, dass man das Geschenk „auf jeden Fall annehmen“ solle und plädierte ebenfalls für den Platz vor der Therme. Der sei noch leer und „der verträgt das auch“. Dort passt das Kunstwerk seiner Meinung nach besser hin. Man sollte es „schon prominent aufstellen“, so Romoser abschließend.

Andere Gemeinderäte wann auch gerade wegen des modernen Aussehens dafür, die Skulptur neben dem Kurhaus aufzustellen – oder aus dem gleichen Grund dagegen.

Bei der Abstimmung ergab sich dann in jedem Fall eine große Mehrheit von zwölf Stimmen für den Platz vor der Therme. Bei zwei Enthaltungen entschied sich das Gremium schließlich, die Skulptur als Spende anzunehmen.

Weitere Kunstwerke denkbar?

Mit diesem Ergebnis will sich Hoffmann nun mit dem Künstler zusammenschließen, der sich wohl nicht komplett begeistert zeigen werden, aber bereits im Voraus signalisiert haben, auch mit einem anderen Standort einverstanden zu sein als dem Platz neben dem Kurhaus.

Charmant sei darüber hinaus, so heißt es in der Sitzungsvorlage weiter, dass „2025 Rotensol und 2026 Neusatz ebenfalls auf eine 875-jährige Geschichte zurückblicken. Damit wäre die Frage, ob man quasi zwei Jahre nach der 875-Jahrfeier Herrenalbs hierfür noch eine Skulptur aufstellen sollte, eingerahmt in ein auch zwei Höhenorte integrierendes Gesamtwerk.“