Auf den Tag genau nach 26 Jahren ist für Thomas Fein Schluss: Er übergibt die Stadtapotheke in der Lederstraße am 1. Februar in neue Hände.
Immer mehr Apotheken müssen schließen, weil sich kein Nachfolger findet, was vor allem auf dem Land für Probleme sorgt. Fein hat sich Ende 2022 erstmals konkret Gedanken zur Zukunft seiner Apotheke gemacht und damals freilich nicht ahnen können, wie schwierig oder leicht die Nachfolgersuche werden würde.
Er nutzte seine Kontakte als Vizepräsident des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg und fand auf diesem Weg professionelle Hilfe bei der Vermittlung potenzieller Interessenten.
Drei Bewerber gehen ins Rennen
„Einem Drittel der Apotheken geht es schlecht“, berichtet Fein im Gespräch mit unserer Redaktion. Seine stehe ganz gut da, was natürlich dazu beigetragen habe, einen Übernahmekandidaten zu finden. „Es gab insgesamt drei Bewerber“, blickt der Apotheker zurück.
Einer davon sei Davood Bakhtiari gewesen. Man habe sich auf Anhieb gut verstanden.„Das hat sofort gepasst“, so Fein, sowohl, was die Übernahmebedingungen, als auch die persönliche Ebene betrifft. Die Entscheidung, seinen Betrieb in neue Hände zu geben, falle ihm so leichter.
„Wir sind ein gutes Team, einige Mitarbeiter sind von Anfang an, also die ganzen 26 Jahre, dabei. Mir war wichtig, dass sie mit meinem Nachfolger gut können, aber auch der neue Chef soll sich wohl fühlen. Ich bin sehr glücklich mit der Situation“, fügt der bisherige Besitzer hinzu.
Gute Arbeit unter teils schwierigsten Bedingungen
Er sei den Mitarbeitern dankbar für die vergangenen 26 Jahre: „Wir alle haben tolle Arbeit geleistet und das unter teils schwierigsten Bedingungen“. Das gute Betriebsklima sei nach außen getragen worden, die Kunden hätten sich gut aufgehoben gefühlt. Die Patienten und Kunden würden seinem Nachfolger und seinem Team getrost vertrauen können.
Von Frankfurt am Main in den Nordschwarzwald
Feins Nachfolger stammt aus dem Iran, hat an der Leibniz Universität in Hannover studiert und am Max-Planck-Institut in Göttingen promoviert. Der 41-Jährige war als Klinikapotheker in Hanau tätig.
„Jetzt ist nicht der beste Zeitpunkt, eine Apotheke zu übernehmen. Ich wollte aber nicht noch einmal drei bis vier Jahre warten“, berichtet Bakhtiari. Nachdem er sich mit Fein einig war, zogen Bakhtiari und seine Lebensgefährtin von Frankfurt am Main in den Nordschwarzwald. Sie werden die Apotheke gemeinsam führen. Das gesamte Mitarbeiterteam der Stadtapotheke wird übernommen.
Ganz Schluss ist für den bisherigen Inhaber am 1. Februar dann doch nicht: Fein wird künftig zu 50 Prozent als Angestellter dort tätig sein.