Aurel Irion, der Geschäftsführer des Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart, unterschreibt einen neuen Ein-Jahres-Kontrakt und sagt: „Ich bin niemand, der in so einer Situation wegläuft.“
Die Gespräche haben spät begonnen, dafür führten sie vergleichsweise schnell zu einem Ergebnis: Aurel Irion hat seinen am 30. Juni 2025 auslaufenden Vertrag als Geschäftsführer des Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart verlängert – um ein Jahr. Einen Kontrakt mit derselben Laufzeit hatte die frühere Sportdirektorin Kim Renkema (37) abgelehnt, anschließend kam es zur vorzeitigen Trennung. Hätten sich die Gesellschafter auch mit Aurel Irion (54) nicht einigen können, wäre der Triple-Sieger im operativen Bereich ab Sommer komplett führungslos gewesen. „Ich war mir dieser Verantwortung bewusst, und ich bin auch niemand, der in so einer Situation wegläuft“, erklärt der Geschäftsführer, „ich habe hier in Stuttgart etwas angefangen, das noch nicht fertig ist. Im Sport zu arbeiten, ist zwar eine große Herausforderung, aber auch spannend, interessant und faszinierend.“
Dass auch er nur einen Ein-Jahres-Kontrakt angeboten bekam, hat Aurel Irion nach dem von viel Kritik an der Vereinsführung begleiteten Abschied von Kim Renkema nicht überrascht. „Es gibt derzeit keine Vereinbarungen über weitere drei Jahre mit unseren beiden großen Partnern Scharr und Allianz“, erklärt der Geschäftsführer, „das ist keine Entwicklung, die ich mir gewünscht habe. Umso mehr werde ich weiterhin meine ganze Kraft zum Wohle des Vereins einbringen.“ Dem eine schwierige Zeit bevorsteht.
Keine Nachfolge-Lösung für Kim Renkema
In die nächste Saison wird Allianz MTV Stuttgart vermutlich gehen, ohne die Nachfolge von Ex-Sportdirektorin Kim Renkema geregelt zu haben. „Sie wird nicht eins-zu-eins zu ersetzen sein. Mittelfristig gibt es Pläne, aber dafür müssen wir erst neue, geeignete Personen finden“, erklärt Aurel Irion, „kurzfristig wurden interne Absprachen getroffen, wie wir die Aufgaben von Kim Renkema verteilen und uns für die nächste Saison aufstellen.“ Um die weiterhin hohen Ziele zu realisieren.
Der Anspruch des Geschäftsführers ist, dass Allianz MTV Stuttgart weiterhin zu den besten drei Vereinen in Deutschland gehört. „Dafür ist es nötig, dass wir unsere Strukturen weiterentwickeln“, sagt er, „was alles andere als einfach ist.“ Dabei denkt Aurel Irion weniger an das Umfeld in Stuttgart als an die Volleyball-Bundesliga.
Dort spielen derzeit nur neun Vereine, die wenigsten sind finanziell gesund. Ein bisschen Zuversicht nährt, dass im ETV Hamburg ein Zweitligist die Lizenz für die Bundesliga beantragt hat – und es nun womöglich einen Paketaufstieg geben könnte. „Ich bin freudig überrascht über den Schritt des ETV“, sagt Aurel Irion, der vor einiger Zeit einer Delegation aus Hamburg die Strukturen des Meisters erklärt hat, „das ist eine gute Entwicklung, die hoffentlich noch nicht zu Ende ist. Es wäre wünschenswert, dass die Entscheidung des ETV andere Verein in ihren Überlegungen bestärkt und sie denselben Weg gehen.“