Kaum Gras über die Sache gewachsen: Die zerstörte Rubinmühle heute. Foto: Wendling

Wie ist der aktuelle Stand bei der Rubinmühle drei Monate nach dem Großbrand von Werk 3 am Flugplatz? Geschäftsführer Christopher Rubin spricht über die schwierige Zeit danach – und wie es jetzt weitergeht.

Das Feuer und die Löschfahrzeuge haben von Werk Drei der Rubinmühle nur eine Ruine hinterlassen. Vor Ort zeigt sich auch drei Monate nach dem Brand immer noch ein verheerendes Bild. Immerhin: Der organische Abfall wurde schon weggeräumt, teilte Geschäftsführer Christopher Rubin im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Grund dafür waren Rubin zufolge 100 Tonnen Haferflocken, die im Gebäude lagerten – ein Teil verbrannte, den Rest hatten die Löschfahrzeuge zu einer unappetitlichen Pampe „weiterverarbeitet“. Im warmen August traten Gärprozesse ein, die im Umkreis des Werks für einen unangenehmen Geruch sorgten. Nach Beschwerden bei der Stadt habe die Versicherung ein Einsehen gehabt und die Haferpampe entfernen lassen, so Rubin.

 

Auch über das weitere Vorgehen beim Abriss der Brandruine herrscht mittlerweile Gewissheit. Rubin äußerte sich erfreut, „dass am Ende zwei regionale Unternehmen im Rennen waren und nun die Walther Keune Bau aus Freiburg als Tochter der Vogel-Bau Gruppe aus Lahr den Auftrag bekommen hat.“ Die Arbeiten sollen zeitnah beginnen, einen genauen Zeitplan über Abriss und Neubau konnte Rubin nicht mitteilen. Dass es sich bei Werk 3 um einen Totalschaden handeln würde und neugebaut werden müsse, sei ihm nach dem Brand sehr schnell klar gewesen.

„Die letzten Monate haben Geld und Zeit und Nerven ohne Ende gekostet“, so Rubin. Für die Mühle habe die Arbeit von Versicherung und Polizei einen erheblichen Mehraufwand bedeutet, denn der Betrieb sei in der Beweispflicht gewesen, dass er seiner Verantwortung beim Brandschutz stets nachgekommen war. Finanziell fehlen der Rubinmühle zwei ganze Monate. „Das kommt auch nicht wieder“, so Rubin. „Die Versicherung zahlt zwar den Brandschaden, die Umsatzeinbußen aber natürlich nicht“. Dazu kam der organisatorische Aufwand: Die Produktionsprozesse mussten ausgegliedert und 15 Mitarbeiter in einer angemieteten Etage der Lahrer Firma Zehnder untergebracht werden.

Rubin will gestärkt aus der Krise hervorgehen

Trotz des Schocks über den Brand blieb die Belegschaft der Rubinmühle handlungsfähig. Direkt nach dem Brand hatten alle Angestellten bereits einen zumindest provisorischen Arbeitsplatz einnehmen können. Rubin hat nach eigener Aussage sein ganzes Team als erstaunlich motiviert erlebt. Für sich selbst habe er das Thema Resilienz entdeckt, also die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen gesund zu überstehen. „Ich freue sich auf den Wiederaufbau“, erklärte Rubin.

Die Brandursache ist weiter unklar

Die Nachsorgearbeiten des Brandes im Verbund mit der Versicherung und der Kriminalpolizei sind bis heute nicht abgeschlossen. Auch die Brandursache ist nicht geklärt, für Rubin „eine unbefriedigende Situation“. Es gebe keinen Anlass, von Brandstiftung auszugehen, auch wenn die Ermittlungen noch laufen. Das aus Datenschutzgründen gelöschte Videomaterial vom Außenbereich des Gebäudes sei mühsam wiederhergestellt worden, müsse aber noch ausgewertet werden: Bisher sei überhaupt nichts gefunden worden, was Rückschlüsse auf die Brandursache liefern könnte.