Die Tage des mehr als 85 Jahre alten Bertsche-Hauses "Auf Gschtonde" sind gezählt, bald wird das ehemalige Ladengeschäft abgerissen und ein modernes Wohnhaus entstehen. Foto: Preuß Foto: Schwarzwälder Bote

Heimatgeschichte: Ehemaliges Ladengeschäft wird abgerissen / Modernes Wohnhaus entsteht

Ein bisschen Wehmut wird vor allem ältere Dauchinger Bürger erfassen: Der ehemalige Bertsche-Laden an der Schwenninger Straße wird abgerissen. Viele Einwohner hatten in dem A&O-Geschäft ihre ersten Einkaufserlebnisse.

Dauchingen. Die Tage des Bertsche-Hauses an der Schwenninger Straße sind gezählt. Ein Haus, dessen Mauern viel erzählen könnten. Es wurde 1936 erbaut und war eines der ersten Bauten "Auf Gschtonde" am Ortsausgang in Richtung Schwenningen – so lautet der Flurname entlang der heutigen Schwenninger Straße.

Die jetzige Eigentümerin Isolde Waldmann, geborene Bertsche, wurde in dem Haus groß und durfte dort eine glückliche Kindheit mit ihren Eltern Elisabeth und Herrmann Bertsche erleben. Das Elternhaus war seit 1938 im Besitz ihrer Mutter, deren Vater Emil Kraus es erwarb. 1955 eröffnete Elisabeth Bertsche, auch als Krause Lisbeth bekannt, ihr "Lädele A&O". Von nun an konnten die Dauchinger mit Lebensmitteln wie Mehl, Zucker, Salz und eben allem, was man zum Leben brauchte, dort im Lädele auf Gschtonde einkaufen. Die Dauchinger Bürger nahmen das Lädele an und die Bertsches entschieden sich zu einem Anbau an das bestehende Haus. Und so gab es 1964 eines der ersten Selbstbedienungsgeschäfte in Dauchingen. Elisabeth Bertsche war mit Leib und Seele Geschäftsfrau und konnte es vor allem auch gut mit ihren kleinen Kunden, die zu ihr kamen, um "Guzele" zu kaufen. Die gab es damals noch einzeln und nicht aufwendig in Folie verpackt, sondern aus dem großen Topf. Das A&O-Geschäft an der Schwenninger Straße existierte bis 1985.

Da im selben Jahr Tochter Isolde ihre Zwillinge bekam entschied sich Elisabeth Bertsche, als glückliche Oma ihre Tochter zu unterstützen und den Laden aufzugeben. Beide Enkelkinder durften in ihrer Kindheit viel Zeit mit ihren Großeltern in diesem Haus und Garten verbringen.

So soll es nun weitergehen: Enkeltochter Melanie wird mit ihrer jungen Familie dort ein Eigenheim bauen, womit sich der Kreis schließt und die Geschichte des Ladens gut 35 Jahre nach dessen Schließung endgültig besiegelt wird.

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