Das Angelsportfachgeschäft Dohm schließt am Samstag, 18. April, seine Türen. Für die Kunden ist das ein schwerer Schlag. Foto: Roth

Mit Angelsport Dohm verliert Albstadt ein Geschäft mit viel Tradition. Inhaberin Antje Dohm lässt sich jedoch eine Kiosk-Variante für die Zukunft offen.

Das Angelsport-Fachgeschäft Dohm öffnet am kommenden Samstag, 18. April, letztmals seine Türen. Inhaberin Antje Dohm gibt ihr Geschäft nach knapp 31 Jahren auf. Der Hauptgrund für diesen Schritt ist die aktuelle wirtschaftliche Situation in Deutschland und insbesondere in Albstadt, wie Antje Dohm im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet.

 

Für einen Weiterbetrieb wäre ein Umzug in andere Räumlichkeiten nötig gewesen; das derzeitige Geschäftsgebäude in der Ebinger Straße Unter dem Malesfelsen soll verkauft werden. Der Mietvertrag von Antje Dohm wurde folglich gekündigt.

Das Risiko eines Neuanfangs an einem anderen Standort war für die Geschäftsinhaberin zu groß. Eben hauptsächlich wegen der derzeitigen wirtschaftlichen Lage der großen Arbeitgeber in der Region, die von Kurzarbeit und Insolvenzen geprägt sei.

Mehrere Faktoren haben zum Entschluss geführt

Dies in Kombination mit der wieder anziehenden Inflation und der schwindenden Kaufkraft der Menschen habe sie zu dem Entschluss gebracht, das Fachgeschäft zu schließen, wie sie auch auf ihrer Internetseite informiert.

Seit einigen Wochen läuft bereits der Räumungsverkauf. „Ein Großteil der Ware ist verkauft“, betont Antje Dohm. Einige Kleinteile und Angelzubehör könne jedoch auch noch an den letzten Öffnungstagen ergattert werden.

„Die Kunden sind sehr traurig“

Für ihre Kundschaft ist die angekündigte Geschäftsaufgabe ein schwerer Schlag. „Die Kunden sind sehr traurig“, gibt die Inhaberin einen Einblick. Schließlich sei das nächste Angelfachgeschäft nicht direkt um die Ecke, einige Kilometer müssen Angler stattdessen künftig fahren. Gerade für das Ausstellen von Angelerlaubnisscheinen sei ein direkter Ansprechpartner in einem Fachgeschäft vor Ort wichtig.

Solche Erlaubnisscheine sind für Angler an bestimmten Gewässern zwingend erforderlich, um dort legal zu fischen. Beispielsweise an den Zielfinger Seen oder am Neckar im Tübinger Stadtgebiet. Der Onlinehandel könne dazu den Versand einiger frischen Produkte wie Lebendköder insbesondere in den heißen Sommermonaten nicht gewährleisten.

Lücke für Angelkunden entsteht

Das zeigt: Angelsport Dohm wird für die Kunden aus dem gesamten Zollernalbkreis und darüber hinaus eine Lücke hinterlassen. Auch für Inhaberin Antje Dohm war die Entscheidung zur Geschäftsaufgabe keine leichte.

Mit ihren Stammkunden ist sie seit fast 31 Jahren zusammengewachsen. „Von einigen Familien kenne ich inzwischen vier Generationen. Das schweißt zusammen.“ Nachdem Angelsport Dohm zunächst seinen Sitz in Onstmettingen hatte, wechselte der Standort aus Platzgründen nach drei Jahren nach Ebingen.

Kiosk-Betrieb vorstellbar

Und vollends ausgeschrieben ist die Geschichte des Fachgeschäfts auch nach dem 18. April noch nicht. Zwar wird der Laden geräumt, aber Antje Dohm kommt in Form eines Kiosk am Donnerstag, 30. April, von 10 bis 17 Uhr, zurück. Hierfür wurde ihr ein Wagen zum Verkauf von Basisprodukten wie Lebendködern, Schnüren oder Erlaubnisscheinen zur Verfügung gestellt. Dieser wird unweit von den noch derzeitigen Geschäftsräumen im Neuen Weg 28 im Ebinger Süden stehen.

Antje Dohm kündigt an: „Wird der Kiosk gut angenommen, kann ich mir gut vorstellen, diesen in den Sommermonaten an einem Tag pro Woche zu betreiben.“ Noch sind diese Pläne jedoch nicht konkret, unter anderem müssten die Behörden diesen Schritt genehmigen. Dennoch: Eine kleine Hoffnung für die Albstädter Angelfreunde besteht.

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Jahre lang hat Inhaberin Antje Dohm das Angelsport-Fachgeschäft geleitet. Jetzt schließt sie ihren Laden. Grund dafür ist die wirtschaftliche Lage.