Der Müller-Standort in zentraler Lage am Friedrichsplatz steht bald leer. Foto: Otto

Die immer leerer werdenden Regale im Müller-Markt am Friedrichsplatz zeugen schon davon: Bald ist der Standort Geschichte, der Umzug in den Nägelesgraben rückt näher. Am Hauptstraßenkreuz reißt das eine große Lücke. Wie wird es dort weitergehen?

Rottweil - Auch wenn der Müller-Markt am Friedrichsplatz nicht mehr den heutigen Standards entspricht, die eine Drogerie-Kette an ihre Ladenflächen hat: Von Kunden wird das Geschäft auf mehreren Ebenen gerne genutzt. Weniger für den Großeinkauf, als vielmehr für viele kleine Besorgungen zwischendurch. Schließlich ist das Sortiment groß. Ein Laden, der die Stadt belebt.

 

Weniger Kundenfrequenz

"Auch der Nägelesgraben gehört natürlich zur Innenstadt", sagt Detlev Maier, Vorsitzender des Gewerbe- und Handelsvereins (GHV) zum bevorstehenden Umzug in den Neubau. Dieser sei für Müller zwangsläufig notwendig gewesen. Die Eröffnung dort ist für 28. April angesagt. Dennoch, so Maier, entstehe damit am Friedrichsplatz zweifellos ein "Frequenzproblem". Von einer möglichen Nachfolge für die Räume auf mehreren Ebenen wisse er bislang nichts.

Wichtiges Objekt für Stadtentwicklung

Dabei soll auf dem Friedrichsplatz künftig städtebaulich ein besonderer Fokus liegen. Wir fragen deshalb bei der Stadt nach, in wie weit sie den Standort im Fokus hat. Dazu teilt Stadtpressesprecher Tobias Hermann mit: "Was die weitere städtebauliche Entwicklung des Friedrichsplatzes anbelangt, handelt es sich beim Gebäude des Müller-Markts sicherlich um ein wichtiges Objekt." Die Stadt stehe daher schon seit längerer Zeit im Kontakt mit der Eigentümerin, um bei der Suche nach einer Nachnutzung zu unterstützen.

Und wie genau? "Wir vermitteln Anfragen von Interessenten, die Flächen in Rottweil suchen. Wir nutzen auch unsere eigenen Netzwerke. Um mögliche Nutzer auf die Immobilie aufmerksam zu machen, haben wir beispielsweise das Gebäude auch bei der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg als ›zur Verfügung stehend‹ gemeldet.

Flächen für Gastro und Einzelhandel

Konkretes gibt es allerdings noch nicht: "Bislang – so unser aktueller Informationsstand – ist eine Nachnutzung noch nicht gefunden", so Hermann. Die Stadt Rottweil plane jedoch im Zuge des Mobilitätskonzepts, den Zentralen Busumsteigeplatz zu verlegen und auch den Pkw-Verkehr deutlich zu reduzieren, um den Friedrichsplatz städtebaulich aufwerten zu können. "Dann wäre am Friedrichsplatz Raum für eine Stadt-Plaza mit echter Aufenthaltsqualität und zusätzlichen Außenflächen für Gastro und Einzelhandel. Damit möchte die Stadt Rottweil zugleich auch neue Perspektiven für das bisherige Müller-Markt-Gebäude eröffnen."

Sprich: Der Standort könnte deutlich an Attraktivität gewinnen. "Wir sind zuversichtlich, dass mit einer solchen Aussicht auf eine Verbesserung des Umfeldes auch die Chancen für eine attraktive Nachnutzung dieses Gebäudes steigen werden", zeigt sich Hermann im Namen der Verwaltung optimistisch.

Außerdem liege das Objekt im Sanierungsgebiet Stadtmitte, das die Stadt Rottweil zur Attraktivierung der historischen Mitte ausgewiesen hat. Für Erneuerungsmaßnahmen stünden also auch attraktive Fördermöglichkeiten mit Mitteln der Stadt und des Landes zur Verfügung. Infos dazu gibt es unter www.sanierungsgebiete-rottweil.de.

Und welche Nutzung würde die Stadt sich wünschen? Das Objekt eignet sich grundsätzlich für eine Vielzahl von Nutzungen. Neben einer Einzelhandels-Nutzung wie bisher wäre daher auch Gastronomie- oder Dienstleitungsbetriebe in dieser zentralen Citylage gut denkbar.