Die explodierenden Rohstoffpreise für Schokolade setzen Tina Graf von der Petit Confiserie Graf sehr zu. Foto: Siegmeier

Die Preise für Schokolade explodieren derzeit. Werden die Steigerungen an die Käufer weitergegeben? Wir haben uns in Rottweil umgehört.

Während Schokolade in den vergangenen Jahrzehnten eher zu den klassischen Süßigkeiten zählte, ist sie spätestens seit Erfindung der Dubai-Schokolade wieder in den Fokus gerutscht.

 

Dubai ist zwar inzwischen schon längst wieder out, mittlerweile ist es die rosafarbene Angelhair-Schokolade, die für den nächsten Hype sorgt. Sie begeistert auf Tiktok Millionen User mit dem rosa oder weißem Pişmaniye, was ein wenig die Anmutung von Füllwatte hat. Die Preise für diese Süßwaren mit zum Teil mehr als 20 Euro pro Tafel erscheinen einem als wahre „Mondpreise“.

Aber auch beim Klassiker gehen derzeit die Preise stark nach oben. Nach schlechten Ernten und Pilzbefall vieler Kakaobäume sind die Rohstoffe knapper. Aber nicht nur dafür müssen Schokoladenhersteller tiefer in die Tasche greifen, sondern auch für Energie- und Personalkosten.

Doch wie wirken sich die Preissteigerungen aus? Sind jetzt eher Gummibärchen statt Schoki gefragt? Wir haben uns in Rottweil mal umgehört.

Bei Sabine Horn vom Schweizer Lädele sieht es etwas anders aus, da sie Schokolade nicht produziert, sondern verkauft. Bei der hochpreisigen Schokolade in ihrem Sortiment habe es kaum bis gar keine Preiserhöhungen gegeben. Foto: Siegmeier

„Bei uns gab es keine Preissteigerungen, da wir ohnehin hochpreisige Schokoladen verkaufen“, informiert Sabine Horn vom „Schweizer Lädele“ beim Schwarzen Tor. Es seien eher die unteren Preissegmente, die durch die gestiegenen Rohstoffpreise in Schwierigkeiten geraten seien, so die Einzelhändlerin. „Lediglich unsere handgeschöpften Hasen sind etwas teurer geworden“, so Sabine Horn.

Die Nachfrage der Kunden sei ungebrochen. Und es würde auch nicht nach Alternativen zur Schokolade gesucht. Sabine Horn betont, dass sie auch weiterhin auf hochpreisige Schokoladen setze. „Wir machen da keine Experimente, und die Kunden wissen das sehr zu schätzen.“

Rohstoff-Kosten machen Sorgen

Anders sieht das bei Tina Graf von der Petite Confiserie Graf in der Kameralamtsgasse aus. Tina Graf kauft für ihre edlen Pralinen- und Schokoladenkreationen Rohstoffe ein. „Und hier sind die Kosten explodiert. Sie sind fast doppelt so hoch, und das kann man ja nicht komplett auf die Produkte draufschlagen“, schildert sie die schwierige Situation, und ergänzt: „Es sieht gar nicht gut aus“.

Vieles nicht zu bekommen

Zudem macht ihr die Tatsache zu schaffen, dass sie manche Rohstoffe für ihre Schokolade gar nicht erst bekommt. Aber noch gibt sie sich zuversichtlich. „Ich versuche meinen hohen Standard auf jeden Fall zu halten“, sagt sie. Es gebe zwar Hersteller, die würden Schokolade mittlerweile aus Getreide herstellen und mit Aromen versetzen, doch „das ist nix für mich.“ Sie hofft, dass alles gut geht und ihr die Kunden treu bleiben. Auch wenn manche Kunden mittlerweile etwas zurückhaltender seien. „Auf Qualität legen sie dennoch großen Wert. Manche kaufen halt dann etwas seltener“, so Tina Graf.

In den Supermärkten stutzen die Käufer derweil bei den Einkäufen und dem Blick auf so manche Tafel Lieblings-Schokolade oder die bekannten goldenen Schoko-Osterhasen. Da müssen Schoko-Freunde in diesem Jahr deutlich tiefer in die Tasche greifen.