Im September hatte Svenja Fehrenbacher voller Elan in Sulz den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Doch in wenigen Wochen fällt der Vorhang. Das sind die Gründe.
Das ist ein Paukenschlag: Am 15. September 2025 hatte die 26-jährige Svenja Fehrenbacher das zentral am Marktplatz gelegene Ladengeschäft, das zuvor die „Buchoase“ von Markus und Ute Blaurock gewesen ist, erneut als Buchladen eröffnet. Und jetzt: „Die Bücherinsel wird zum 8. August geschlossen“, sagt die Hopfauerin.
Die Schließung habe jedoch keinerlei finanziellen Gründe, erklärt sie. So hatte Britta Blaurock jüngst die beiden Standorte der „Buchlese“ in Dornhan und Schramberg als Konsequenz von hohen Nebenkosten und steigender Lieferpreise schließen müssen.
„Meinen Traum leben“
„Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, gesteht Fehrenbacher. Und sie beruhe einschließlich auf privaten Gründen. „Die Rahmenbedingungen in meinen persönlichen Umfeld haben sich so verändert, dass ich den Betrieb nicht mehr in der Form weiterführen kann“, hält sie fest.
Für sie sei die Zeit in der „Bücherinsel“ etwas ganz besonderes gewesen. „Ich durfte meinen Traum leben – und ich bereue keinen einzigen Tag“, sagt sie. Im November hatte es die erste Lesung mit Lutz Kniese gegeben, der über seine ungewöhnliche Freundschaft mit einem Husky erzählte.
Tatkräftige Unterstützung
Es folgte Gabi Kreher – vielen ist die in Fischingen lebende Autorin durch ihre Bücher „Wehrstein“ und „Albtraumland“ bekannt. Und auch bei der der Aktion „Sulzer Weihnachtssterne“ war Fehrenbacher dabei. 163 Jungen und Mädchen im Alter zwischen drei Monaten und 15 Jahren aus bedürftigen Familien hatten spendenfinanzierte Gutscheine erhalten, die sie auch in der „Bücherinsel“ eintauschen konnten.
„Diese Monate haben mich persönlich wie fachlich wachsen lassen“, blickt sie zurück. Aus der Zeit nehme sie viel Wertvolles mit. Besonders danken wolle sie ihrer Familie, die sie beim Schritt in die Selbstständigkeit tatkräftig unterstützt habe, genauso wie Ute Blaurock, die mit ihrer Expertise zur Seite stand.
Buchhandel hat Zukunft
Viele Ideen, die in den letzten Monaten in der „Bücherinsel“ umgesetzt wurden, gingen aber auch auf das Engagement ihrer Mitarbeiterin Nadine Müller sowie Fehrenbachers Mutter Sandra zurück. „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich eine Nachfolge findet und die ‚Bücherinsel‘ erhalten bleibt“, schaut sie nach vorne.
Denn aus ihrer Sicht habe der lokale Buchhandel vor Ort durchaus eine Zukunft. „Vor allem, wenn man moderne Zusatzangebote, Nonbook-Artikel und ein lebendiges Sortiment miteinander verbindet“, ist sich Fehrenbacher sicher.
Ausverkauf ab Juli
Bis zur Schließung im August seien die Öffnungszeiten unverändert, also Montag bis Freitag von 9 bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr. Auch samstags sei der Laden ganz regulär von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Und Bücher, die bis 16.50 Uhr bestellt werden und beim Großhändler auf Lager seien, könnten am nächsten Tag abgeholt werden.
Gutscheine würden schon seit Mai nicht mehr ausgegeben. Aber: „Bereits ausgestellte Gutscheine können noch bis August eingelöst werden“, erklärt sie. Der Ausverkauf beginne am 9. Juli und werde bis zur Schließung Anfang August andauern.
„Wertvolle Erfahrung“
„Aber auch jetzt gibt es schon Aktionen und Rabatte auf viele Nonbook-Artikel“, verrät sie. Lotto und der Reservix-Ticketverkauf sei auch bis zum 8. August möglich, die Reinigungsannahme ende jedoch zum 14. Juli.
„Mein Dank gilt allen, die diese Zeit zu einer so wertvollen Erfahrung für mich gemacht haben“, sagt Fehrenbacher. Und hat da auch die zahlreichen Kunden aus Sulz und Umgebung im Blick, die ihr in dieser Zeit ihr Vertrauen geschenkt haben.