Susanne und Michael Storz schließen den klassischen Spielwarenbereich von Eisen-Storz zum Jahresende mit viel Wehmut und großem Bedauern. Foto: Fritsche

Zum Jahresende schließt der klassische Spielwarenbereich von Eisen-Storz, aber der Modellbahnbereich wird als Modellbahn Storz GmbH eigenständig weitergeführt.

Nach 115 Jahren geht in der Schillerstraße eine Ära zu Ende: „Wir schließen den klassischen Spielwarenbereich zum Jahresende aus alters- und gesundheitlichen Gründen und weil wir trotz intensiver Suche keinen Käufer oder Pächter als Nachfolger für das Geschäft gefunden haben“, erklärt Michael Storz.

 

Für Generationen von Kindern aus Schramberg und der Region war der Eisen-Storz mit seinen Spielwaren deren Lieblingsgeschäft, in dem Eltern, Großeltern und Verwandte immer das passende Geschenk fanden. „Wir schließen nach so langer Zeit mit viel Wehmut und großem Bedauern. Und wir werden unsere vielen Stammkunden aus der ganzen Region vermissen, bei denen wir uns für die langjährige Treue bedanken“, sagen Susanne und Michael Storz. Er wird sich jetzt mehr Zeit für die Familie und sportliche Betätigung als bisher nehmen können.

Modellbahn Storz bleibt

Für die Modellbahnliebhaber hat Bruder Martin Storz eine gute Nachricht. Zusammen mit seiner Frau Doris hat er schon im März 2024 die Modellbahn Storz GmbH als eigenständige Firma gegründet. Dieser Bereich wird weiter im Geschäftsgebäude in der Schillerstraße bleiben. Er ist vom am Freitag gestarteten Ausverkauf des klassischen Spielwarenbereichs nicht betroffen.

Martin Storz führt den Modellbahnbereich weiter. Foto: Fritsche

„Wir werden im Januar vom zweiten Stockwerk ins Erdgeschoss ziehen und nach kurzem Umbau wieder eröffnen“, kündigt Martin Storz an. Dort würden dann nicht nur das Modellbahn- und Modellautogeschäft weitergeführt, sondern auch die Carrera-Rennbahn-Produkte, der DPD-Pickup-Paketshopservice und der Schlüsseldienst weiter angeboten.

Chronik der Firma

Die Firma Eisen-Storz begann 1909 in der Schillerstraße 55 mit dem Verkauf von Eisenwaren, Hausrat, Herde, Öfen, landwirtschaftlichem Güterbedarf und Spielzeug. Damals wie in den Folgejahren richtete man das breite Angebot immer am wechselnden Bedarf der Kundschaft aus. Beim Start also alles, was man so im Heim, Haus und Hof brauchte.

Gründer Franz Storz führte das Fachgeschäft bis ins Jahr 1937. Ehefrau Paula Storz, Tochter Klara und Sohn Franz Josef übernahmen danach die Verantwortung für das Unternehmen. Mit dem Tod von Paula Storz im Jahre 1949 änderte sich die Firmierung zur Franz Storz OHG (Franz und Klara Storz). Die Geschwister investierten in den Folgejahren laufend in größere Firmenräume und den ständigen Ausbau des Warensortiments.

Michael Storz, der Enkel des Firmengründers, übernahm 1989 den Betrieb, unterstützt von Ehefrau Susanne Storz, Schwester Susi Storz in der Buchhaltung sowie Bruder Martin Storz und dessen Ehefrau Doris Storz im Verkauf, wobei sich Martin Storz speziell um die Modellbahnabteilung kümmerte und fortwährend ausbaute. Auch Mutter Annemarie Storz stand dem Familienbetrieb weiterhin mit fachlichem Rat zur Seite.

Im Jahr 2001 wurde der Bereich Eisen- und Haushaltswaren aufgegeben, der Bedarf der Kundschaft hatte sich wieder gewandelt. Die ehemaligen Eisenwarenkunden erinnern sich noch heute, dass Michael Storz aus dem Kopf wusste, wo jedes Metallteil aufbewahrt wurde.

Eisen-Storz wurde zum Fachgeschäft vom klassischen Spielzeug über Kinderbücher, Baukästen sowie Freizeit-, Geschenke- und Faschingsartikel bis hin zur Modelleisenbahn, CDs und Computerspielen. In neuer Firmierung bleibt es ein Fachgeschäft für Modellbahnen.