Führt Goldschmied Haas in dritter Generation: Geschäftsinhaberin Michaela Haas. Foto: Andrea Maute

Im Balinger Traditionsgeschäft Goldschmied Haas gibt es Grund zu feiern: Vor 20 Jahren hat Michaela Haas die Geschäftsführung übernommen.

Im Schaufenster von Goldschmied Haas glitzern die Schmuckstücke in den festlich dekorierten Auslagen. Doch etwas ist dieses Mal anders – denn kurz vor Jahresfrist steht noch ein Jubiläum ins Haus: Vor 20 Jahren hat Michaela Haas die Geschäftsführung von Goldschmied Haas übernommen; eine Tätigkeit, die ihr quasi in die Wiege gelegt wurde.

 

„1933 hat mein Opa das Geschäft in Balingen eröffnet“, blickt Haas auf die Anfänge in Zeiten, die freilich nicht leicht waren. Dennoch hat es Otto Haas über die Jahre und Jahrzehnte geschafft, dem Geschäft einen hervorragenden Ruf für exklusive Goldschmiedekunst zu erarbeiten.

Gleich zweimal gab es den Schmuck-Oscar

Sein Sohn Ingo, der später in seine Fußstapfen trat, hat das Renommee des Fachgeschäfts noch weiter gesteigert. Denn auch auf internationalem Parkett war er als Goldschmied sehr erfolgreich.

Aus den zahlreichen Preisen, die Ingo Haas im Laufe seines Berufslebens erhalten hat, sticht einer ganz besonders heraus: der Diamonds International Award – die weltweit renommierteste Auszeichnung für Schmuckdesign.

Gleich zweimal – 1967 und 1978 – durfte er sie in New York entgegennehmen. „Dieser Preis ist wie der Oscar in der Film-Industrie“, lässt Michaela Haas wissen. Ausgelobt wurde der Schmuck-Oscar vom bekannten Edelsteinspezialisten De Beers.

Vor 30 Jahren legt sie die Meisterprüfung ab

Dass die Tochter später ebenfalls in Familienbetrieb einsteigen würde, daran gab es für sie bereits in jungen Jahren keinen Zweifel. „Für mich stand schon immer fest, dass ich Goldschmiedin werde“, sagt die heutige Geschäftsführerin. Ausbildung und Lehre an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau schloss sie mit der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Gestalter für Schmuck und Gerät“ ab.

Ihre Meisterprüfung absolvierte sie 1995 erfolgreich an der Fachschule für Schmuck und Gerät in Schwäbisch Gmünd, so dass zusätzlich zum 20. Geschäftsleitungs-Jubiläum noch ein weiteres hinzukommt: 30 Jahre Meisterin.

Der Trend geht wieder zu Gelbgold

Wie alles im Leben unterliegt auch die Mode einem stetigen Wandel. Was ist in Sachen Schmuck derzeit so angesagt? „Geschmack ist ja bekanntlich individuell, aber nach vielen Jahren, in denen Weißgold sehr gefragt war, geht der Trend nun wieder zu Gelbgold.“ Ansonsten seien es „feinere Sachen – feine Ketten und Ringe“, weiß die Geschäftsinhaberin, die sich auch regelmäßig auf Messen inspirieren lässt.

Die ausgesuchten Schmuckstücke und Uhren liegen dann sorgsam arrangiert in den Regalen und warten auf ihre neuen Besitzer – was, so kurz vor Weihnachten, zur Gretchenfrage führt: Wann kaufen die Kunden für gewöhnlich ihre Geschenke ein – schon sehr zeitig oder eher kurz vor knapp?

„Das Weihnachtsgeschäft hat sich in der Tat verändert“, berichtet Michaela Haas. Viele würden heute verstärkt in den letzten zehn bis 14 Tagen vor dem Fest kaufen. Manche sogar erst „auf den letzten Drücker“, also an Heilig Abend.