Der Lebensmittelladen in Dörlinbach wird Ende März schließen. Foto: Wolfgang Schätzle

Im Lebensmittelgeschäft in Dörlinbach ist im Frühjahr Schluss. Ende Juni wird auch die Post ausziehen. Die Gemeinde sucht nach Lösungen und setzt auf Bürgerengagement.

Es ist ein weiterer Schlag für die Nahversorgung im Schuttertal: Das Geschäft IK Griesbaum in der Hauptstraße, in dem die Dörlinbacher an sieben Tagen in der Woche Lebensmittel und Getränke einkaufen können, wird Ende März schließen. Drei Monate später, also Ende Juni, wird auch die Postagentur ausziehen.

 

Bürgermeister Matthias Litterst hatte den Dörlinbachern die Nachricht bereits vergangenen Samstag beim Dankeschönfest im Rahmen des Ortsjubiläums verkündet. „Es waren unglaublich viele Gerüchte im Umlauf“, erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Samstagabend habe er Klarheit schaffen wollen.

Die Schließung des Ladens und der Postagentur seien „große Einschnitte“, kommentiert der Rathauschef. Um die Nahversorgung im Schuttertal ist es bekanntlich nicht gerade gut bestellt. Der nächste Supermarkt ist der Edeka in Seelbach, eine weitere Einkaufsmöglichkeit, die viele Schuttertäler gerne wahrnehmen, ist der Dorfladen in Schweighausen. Auch eine Wirtschaft, wie Litterst selbst betont, gibt es im Ort nicht mehr. Der „Engel“ hatte Ende Juni zum letzten Mal Gäste empfangen.

Gemeinde hat sich des Themas angenommen

Was also tun? Die Gemeinde hat sich der Aufgabe, eine Lösung zu finden, bereits angenommen. „Es ist ein Thema für uns“, so Litterst. Der Bürgermeister stellt jedoch im gleichen Atemzug klar, dass dies nicht ohne bürgerschaftliches Engagement funktionieren wird. Auch deshalb habe er das Dankeschönfest als Zeitpunkt gewählt, die Nachricht zu verbreiten, sie bewusst als Aufgabe für die Dorfgemeinschaft formuliert. „Ich hoffe, dass wir den Schwung aus dem Jubiläumsjahr mitnehmen können“, so Litterst.

Seine Idealvorstellung sei ein neuer sozialer Treffpunkt in der Ortsmitte, an den dann ein Laden angegliedert wird. Wie genau das aussehen könne, das wolle man bewusst offen lassen. In den nächsten Schritten würden nun selbstverständlich die Dörlinbacher miteinbezogen. „Es geht um die Fragen: Was wollt ihr? Und was seid ihr bereit, zu geben?“, so Litterst. Im Gespräch mit unserer Redaktion äußert er sich „sehr optimistisch“, dass nach dem Anstoß der Gemeinde in der Bürgerschaft eine gute Lösung gefunden wird.

Der Inhaber des Geschäfts, Jochen Griesbaum, wollte sich am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion nicht zu den Gründen der Schließung äußern.

Positives Festfazit

Das Dankeschönfest am Samstag, bestätigte Bürgermeister Matthias Litterst im Gespräch mit unserer Redaktion, hatte genau den Effekt, den die Gemeinde sich erhofft hatte. Alle, die über das Jahr tatkräftig am Jubiläum zum 800-Jährigen mitgewirkt hatten, sollten den Abend genießen. „Es war eine entspannte und lockerer Atmosphäre“, so der Rathauschef.