Sie bringen das historische Theaterstück des Ritter Kuno von Hardegg auf die Bühne der Mundelfinger Aubachhalle. Das Bild zeigt das Ensemble bei der Probenarbeit. Foto: Rainer Bombardi

Der Gesangverein Mundelfingen bringt wieder das historische Theaterstück „Ritter Kuno von Hardegg“ auf die Bühne der Aubachhalle – nach 25 Jahren.

Alle zehn Jahre wird in Oberammergau die Passion gespielt. Da müssen sich die Zuschauer schon lange gedulden. Deutlich mehr Geduld ist aber auf der Baar gefragt.

 

Der Gesangverein Mundelfingen hat nämlich ein Theaterstück im Repertoire, das nur alle 25 Jahre zu sehen ist. Doch ab Samstag ist es wieder so weit, und die Mitglieder bringen den historischen Stoff „Ritter Kuno von Hardegg“ auf die Bühne der Aubachhalle. Die Rechte liegen beim Gesangverein. Inhaltlich entführt das Theaterstück in die Zeit, als die Hardegger, ein ehemaliges Rittergeschlecht, in der Gegend um Mundelfingen sein Unwesen trieb.

Einst waren sie im heutigen Herrengarten in Besitz der Burg Munolf. An der ehemaligen Kiesgrube gehörte ihnen die Hardegg, in Unadingen die Grünburg und in Bachheim die Neuenburg. Dass ein Theaterstück ihnen zu Ehren entstanden ist, ist dem ehemaligen Pfarrer und Dekan Willibald Strohmeyer aus Mundelfingen zu verdanken, der die Geschichten des alten Wildhüters Walz aus Mundelfingen zu Papier brachte, aus der wiederum die Geschichte vom Hardegger entstand.

Erstmals 1906 aufgeführt

Der Geistliche, nachdem in Mundelfingen heute die Dekan-Strohmeyer-Straße benannt ist, widmete das Theaterstück dem Gesangverein, der es erstmals am 30. Januar 1906 aufführte, danach zu seinem 25. Geburtstag im Jahr 1925 und seither lediglich zu allen seinen Jubiläen im Abstand von jeweils 25 Jahren. Aktuell laufen die Proben für die nächste Aufführung auf Hochtouren. Selbst wenn es also in diesem Jahr nicht die traditionell um die Weihnachtszeit aufgeführten Komödien und Lustspiele sind, haben die Akteure ihren Humor nicht verloren.

Bei allem Ernst, der teilweise in der Geschichte steckt, wird viel gelacht, und man merkt der Crew an, dass sie mit Engagement und viel Spaß das Theaterstück einstudiert. Mit dieser Einstellung zum Schauspiel ist auch Regisseur Eberhard Hildebrand zufrieden. Wie sein Sohn Sebastian gehört er zu den wenigen Akteuren, die bereits vor 25 Jahren in dem historischen Theaterstück mitwirkten.

Benedikt Gut (links) und der reuige Gebhard Welte während des Probens einer Szene. Foto: Rainer Bombardi
Auch ein Ritter kann es lustig haben: Armin Springindschmitten amüsiert sich bei den Proben. Dahinter Carina Merz. Foto: Rainer Bombardi

Dieses Jahr ist die sechste Version des Ritter Kuno zu sehen. Gespielt wird dieser von Gebhard Welte. Er war auch schon bei der Aufführung 1999 dabei. Seine Gemahlin, gespielt von Beate Stern, und ihr gemeinsamer Sohn, gespielt von Jeremias Fesenmeier, gehören zu den weiteren Akteuren der Hardegger Ritter. Zur Crew gehören zudem eine Bedienstete, gespielt von Carina Merz, und die Knechte, alias Daniel Mittner, Marvin Welte und Jan Welte. Weitere Rittersleute verkörpern Benedikt Gut und Armin Springindschmitten mit seinem Sohn alias Samuel Welte. Hinzu kommen zudem ihre von Hugo Springindschmitten, Sebastian Hildebrand und Jürgen Engesser gespielten Knechte. Der Einzige, der bereits vor 25 Jahren in derselben Rolle zu sehen und zu hören war, ist Hans-Peter Mittner, der erneut den Gefängniswärter auf Hardegg spielt.

Stück in fünf Akten

Das Theaterstück selbst ist in fünf Akte gegliedert und spielt an fünf Orten. Es beinhaltet dramatische Szenen, Gespräche und entführt in eine raue Zeit. Dass die Zeit, die das Stück umspannt, dennoch nicht ganz humorlos war, zeigen Waldhüter Hansjörg Walz und Student Willibald Strohmeyer, die von zwei Überraschungsakteuren gespielt werden und deren Dialoge vor jedem Akt zu sehen sind.

Bei der Aufführung vor 25 Jahren (von links): Jutta Föhrenbacher, Sebastian und Eberhard Hildebrand und Melanie Springindschmitten. Foto: Rainer Bombardi
Regisseur Eberhard Hildebrand rät dem Ensemble, auf der Bühne stets die Ruhe zu bewahren. Foto: Rainer Bombardi

In der Hand der Akteure liegt auch die Gestaltung der Kulissen, die in den fünf Akten ihr Bild kontinuierlich ändern. Die Geschichte des Ritter Kuno von Hardegg entfaltet ihre Wirkung auf das Publikum auch stets in Zusammenhang mit den Bühnen, auf denen das Theater stattfindet. Logischerweise änderten sich diese in den vergangenen 125 Jahren mehrfach, wobei die Aubachhalle bereits zum zweiten Mal als Aufführungsort zur Verfügung steht. Zur Premiere im Jahr 1906 fand das Theater im Saal des einstigen Gasthauses Krone und 1925 auf einer eigens dafür konstruierten neuen Bühne statt.

Hier gibt es Karten

Der Gesangverein
Mundelfingen lädt am Samstag, 21. Dezember, um 14 und um 20 Uhr, sowie am Donnerstag, 26. Dezember, zur Aufführung des Theaterstücks „Ritter Kuno von Hardegg“ in die Aubachhalle ein. Das Stück feiert sein 125-jähriges Jubiläum und ist nur alle 25 Jahre zu sehen. Karten sind im Vorverkauf in der Bäckerei Schorp Döggingen, im Gasthaus Burg Ewattingen, im Dorfladen Ketterer Unadingen sowie über jeden Sänger der Eintracht Mundelfingen erhältlich. Telefonische Bestellung unter 07707 98030 ab 18 Uhr oder E-Mail: GVMundel@gmx.de.