Unter dem Arbeitstitel „Grenzen überwinden“ treten der Gesangverein Feuerbach, der Gesangverein „Liederkranz“ Holzen und der Popchor Tannenkirch gemeinsam auf.
Anders als bei einem Projektchor, an dem Menschen mit Freude am Gesang unverbindlich über eine gewisse Zeitspanne hinweg mitwirken, wird dieses Konzert gestaltet von geübten Chorsängern und -sängerinnen. Verbindendes Element und Initiatorin ist Dirigentin Ulrike Rombach. Sie leitet alle drei Chöre und will durch den gemeinsamen Auftritt neue Verknüpfungen schaffen.
Jeder der drei Chöre aus den drei recht nah beisammen liegenden Ortsteilen, sagt Rombach im Gespräch mit unserer Zeitung, habe seine eigenen Stärken, seinen eigenen Charakter und sein eigenes Repertoire. Der Popchor singe vorwiegend Songs aus Rock und Pop, der Feuerbacher Chor eher traditionelles Liedgut, und: „Die Holzener sind eigentlich für alles zu haben.“
Chorgesang im Mittelpunkt
17 deutsche und anderssprachige Lieder gehören daher zum weit gefächerten Repertoire des Konzerts. Das reicht von der an gregorianische Gesänge angelehnten Komposition „O vos omnes“ aus dem 16. Jahrhundert über „Gabriellas Song“ auf Schwedisch und Herbert Grönemeyers „Halt mich“ bis zu Abbas „Mamma Mia“ auf Alemannisch. „Der Chorgesang steht beim Konzert im Mittelpunkt“, sagt Rombach. Dazu kommt die musikalische Begleitung durch Sebastian Röser am Klavier und Dominik Hayeck an Percussion und Schlagwerk.
„Jeder Chor soll über seine Grenzen gehen“, findet sie – wobei sie die Verbundenheit, die die Chöre zu ihrem jeweiligen Heimatort haben, sehr wichtig findet: „Es ist gut, dass man weiß, wo man hingehört und wo man sich zuhause fühlt.“ Doch tue es auch gut, mal die eigenen Grenzen und Ortsgrenzen zu überwinden. Für sie als Chorleiterin bringe die Arbeit am Chorkonzert viel Vorbereitungszeit mit sich: „Aber die Arbeit ist sehr spannend.“ Die Proben laufen bereits seit Januar, Ende März war die erste gemeinsame Probe in der Tannenkircher Gemeindehalle. „Da haben wir wahrgenommen, wie viele wir sind“, stellt sie fest.
Die 17 Lieder werden nicht allesamt von den rund 100 Mitwirkenden gemeinsam gesungen. Das, so Rombach, wäre schwierig, da ja jeder Chor an seinem eigenen festen Wochentag probe. Die Lösung: Jeder der drei Chöre stellt drei Lieder aus seinem Repertoire, aus denen sich jeder Sänger der jeweils beiden anderen Chöre je ein Lied aussuchen kann. Wird dann dieses ausgewählte Lied im Nachbarort eingeübt, nimmt der Sänger an der dortigen Chorprobe teil. „Hierdurch sind schon Verknüpfungen entstanden und Grenzen überwunden worden“, freut sich Rombach. Ende April folgte dann eine gemeinsame viertägige Intensivprobenzeit.
Auch die Kinder singen mit
Zu den Mitwirkenden gehören auch die Kinderchöre aus Holzen, aus Feuerbach und eine lose Kinderchorformation aus Tannenkirch. Diese drei Kinderchöre singen je ein eigenes Lied, eins zusammen und eins als Teil eines dann rund 140 Sänger starken Gesamtchors. Auch für die Kinder gibt es einen Probentag samt Grillfest.
Über Sängermangel könne keiner der drei Gesangvereine klagen, freut sich Rombach: „Alle drei Chöre stehen gut da.“ Offenbar sind auch alle drei Chöre in ihren Orten gut vernetzt, denn der Auftakt zum Projekt war ein von Rombach ausgerufener Wettstreit: Jeder Chor sollte zu einer Probe so viele Besucher zum Kommen bewegen, wie er Aktive in den eigenen Reihen hat: „Und alle drei haben gewonnen.“
Die Konzerte finden am Freitag, 19., und Samstag, 20. Juni, jeweils ab 19 Uhr in der evangelischen Stadtkirche Kandern statt. Der Eintritt ist frei, über eine Spende würden sich die Chöre freuen. Im Anschluss ist Bewirtung auf dem Kirchenvorplatz.
Um Kartenreservierung wird gebeten: ab Donnerstag, 21. Mai, unter www.grenzen-ueberwinden-chorkonzert.de.