Die gescheiterte Wiederwahl des Gesamtwehrkommandanten Robert Wenz legt offen, dass es in der Haigerlocher Feuerwehr kein geschlossenes Meinungsbild hinsichtlich der Führungsarbeit gibt.
Haigerloch - Über drei Stunden waren rum als Bürgermeister Heinrich Götz das Schlusswort sprach und die für alle äußert unangenehme Situation zusammenfasste.
"Für Robert Wenz ist das eine menschliche Katastrophe und dieses Ergebnis hat er nicht verdient", erklärte der Bürgermeister, nachdem der bisherige Kommandant der Haigerlocher Gesamtwehr bei seiner erneuten Kandidatur für dieses Amt nicht die erforderliche Mehrheit von 70 Stimmen zusammenbrachte. Auf einen weiteren Anlauf in einem zweiten Wahlgang verzichtete Wenz – vermutlich wäre dieser ebenso ungünstig für ihn ausgegangen.
Bürgermeister: Ergebnis spiegelt nicht Leistung wieder
Das Wahlergebnis, so Götz weiter, spiegele nicht das wieder, was Robert Wenz in die den vergangenen Jahren für die Feuerwehr geleistet habe. Es seien gute sechs Jahre gewesen.
Lesen Sie auch: Gesamtkommandant scheitert bei Wiederwahl kläglich
"Machen Sie sich jetzt Gedanken und suchen Sie jemand, der mit offenem Visier kandidiert. Ich freue mich schon auf ein schönes Bewerberfeld", lautete die Aufforderung des Bürgermeister an die in der Witthauhalle versammelten Feuerwehrleute.
Das war kaum misszuverstehen. Denn, was sich da vor Götz’ Augen abgespielt hatte, gefiel ihm nicht. Auch nicht das, was sich allem Anschein nach in den vergangenen Tagen und Wochen hinter den Kulissen bei der Feuerwehr abgespielt hatte.
Die Fraktion der Unzufriedenen schaffte es jedoch nicht, für den Samstag einen anderen Kandidaten in Stellung zu bringen. So kam es zu einer "stillen Abwahl" des Amtsinhabers an der Wahlurne ohne eine personelle Alternative aufzuzeigen.
Ehefrau gratuliert zur "Nicht-Wahl"
Robert Wenz zeigte sich vom Ergebnis des Wahlgangs sichtlich betroffen, das war ihm anzusehen. "Klar bin ich enttäuscht", gab er offen zu. Der Bad Imnauer – seit 1988 in der Feuerwehr – hatte zuvor, als er der Versammlung seine Bereitschaft zur Wiederwahl bekannt gab, seine ungebrochene Motivation für dieses Amt deutlich betont. Er hätte es fair gefunden, wenn sich am Samstag einer oder mehrere andere Kandidaten offen positioniert hätten.
"Als erstes hat mir meine Frau zur Nichtwahl gratuliert, da ich jetzt wieder viel mehr Zeit habe", kommentierte Robert Wenz mit Sarkasmus sein Ergebnis.
Zeugen dieses denkwürdigen Abends wurden Kreisbrandmeister Stefan Herrmann, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Wolfgang Jetter und die Leiterin der Kreisjugendfeuerwehr Monja Haas.