Seinem Ehrenamt im Schlatter Pfarrgemeinderat ist German Bieger am liebsten nachgegangen. Foto: Hoffmann

Von seinen zahllosen Ehrenämtern hat German Bieger aus Schlatt so Einiges zu berichten: Neben Beruf und Ehrenämtern hatte sich der mittlerweile 89-Jährige dem Bergsteigen mit seiner Frau verschrieben.

Eine Bürgermedaille für Ehrenämter in Hülle und Fülle: German Bieger kann viele Geschichten aus seinem Leben als Freiwilliger erzählen: Unter anderem war der 89-Jährige Gründungs- und Vorstandsmitglied des Angelsportvereins Schlatt, sang ein halbes Jahrhundert lang im Kirchenchor, wo er auch Ämter inne hatte, und er war 25 Jahre Mitglied im Schlatter Pfarrgemeinderat, davon 20 Jahre als Vorsitzender.

 

Darüber hinaus war er 35 Jahre lang Kassenprüfer in der Narrenzunft Uhu und 25 Jahre lang Nikolaus für den Kindergarten. „So nebenher“, wie German Bieger sagt, habe er sich auch im Obst-und Gartenbauverein Jungingen und als Schriftführer im Musikverein engagiert.

Unterstützung kam von seiner Frau und dem Chef

Liebstes Ehrenamt ist der Pfarrgemeinderat

„Man hat es einfach gemacht“, betont Bieger immer wieder, während er Anekdoten aus den verschiedenen Vereinen preisgibt. Sein liebstes Ehrenamt? Pfarrgemeinderat und Kirchenchor, sagt German Bieger. In seiner Rolle als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats habe er nicht selten gegen Widerstände ankämpfen müssen.

So erzählt er von der Schändung eines Denkmals, der Erneuerung eines Soldatengrabes und dem anlegen eines Fußwegs bei der St. Dionysius-Kirche in Schlatt.

Doch trotz dieser Herausforderungen kann German Bieger ein positives Resümee ziehen: „Ich habe das immer alles gern gemacht und habe nichts bereut.“ Um die Ehrenämter mit seiner Berufstätigkeit im kaufmännischen Bereich vereinbaren zu können, hat er Unterstützung von seiner Frau und seinem Chef erhalten, wie Bieger erläutert. Zwar habe er durchaus auch mal Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen müssen, um beispielsweise seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Nikolaus im Kindergarten nachzugehen. Doch sein Chef habe das alles immer mitgetragen.

Ehrenämter nahmen viel Zeit in Anspruch

Dabei hat German Bieger sich nie um Ehrenämter gerissen, wie er berichtet. „Man muss einen Dummen finden“, fasst er deshalb die vielen Anliegen und Anfragen, die immer wieder an ihn herangetragen worden waren, zusammen. „Ich habe das Gefühl gehabt, dass man helfen kann und helfen soll“, sagt der 89-Jährige.

Nichtsdestotrotz hat das ehrenamtliche Engagement viel Zeit gekostet – German Bieger berichtet von teilweise mehreren Stunden nach Feierabend. Natürlich sei darunter aber auch mal ein gemeinsames Bier gefallen, ergänzt er.

Auch die Hobbys kamen nicht zu kurz

Bleibt da überhaupt noch Zeit für Hobbys? Ja, sagt Bieger. Bergwandern, das sei sein Ding gewesen. Er erinnert sich noch gut an eine Bergtour mit Bergführer, die ihn und seine Frau von Oberstaufen bis nach Meran geführt hatte. Überhaupt sei das Ehepaar viel gereist.

German Bieger erzählt von seiner Frau, die vor zwei Jahren verstorben ist, davon, dass sie ihm fehlt und was im Alter nun eben nicht mehr so geht. Früher, bemerkt er, sei das alles selbstverständlich gewesen: Der Job, die Familie, die zahlreichen Ehrenämter und die Hobbys.

Heute sieht das ganz anders aus, „die junge Generation ist da anders aufgestellt“, meint German Bieger. Früher, da sei man zu Fuß nach Jungingen gewandert, um dort tanzen zu gehen, und gegen zehn oder elf Uhr am Abend musste man wieder zu Hause sein. Heute gehe man in den Club.

Ehrenämter sollen Spaß machen

Laut Bieger zeige dies, dass sich die Interessen der Jugend geändert haben. „Es gibt sicher welche, die das heute noch machen“, aber es sei eben problematisch, noch Nachfolger für Ehrenämter zu finden. Darauf deuten nicht zuletzt Vereinsgemeinschaften und -auflösungen hin, wie German Bieger schildert. Für ihn ist dennoch klar: Ehrenämter können Spaß machen.