Sportchef Gerit Winnen hofft auf eine ähnlich erfolgreiche Saison wie im Vorjahr – Nationalspielerin und Kapitänin Xena Smits spielt dabei eine Schlüsselrolle. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn/Alexander Keppler

Es ist das erste offizielle Pflichtspiel für die Handballerinnen der HB Ludwigsburg unter ihrem neuen Namen. Vor dem Supercupfinale gegen die TuS Metzingen spricht HB-Sportchef Gerit Winnen über Revanchegelüste, Saisonziele und den neuen Modus.

Es geht um die ersten Titel in der neuen Handballsaison. Vor dem Supercupspiel der Männer zwischen dem SC Magdeburg und den Füchsen Berlin (18.30 Uhr) treffen im PSD Bank Dome in Düsseldorf um 15.30 Uhr die Frauen-Bundesligisten HB Ludwigsburg und TuS Metzingen aufeinander. Ludwigsburgs Sportchef Gerit Winnen gibt einen Ausblick.

 

Herr Winnen, haben sich in Ihrem Verein alle schon an den neuen Vereinsnamen gewöhnt?

Absolut, sowohl was den neuen Vereinsnamen betrifft als auch die neue Umgebung. Wir absolvierten unser Trainingslager bewusst in Ludwigsburg, auf und neben dem Platz hat diese Region sehr viel zu bieten. Zuletzt beim Tag des Handballs am vergangenen Samstag konnten wir uns unseren zahlreichen Fans und der Öffentlichkeit präsentieren. Das gesamte Team inklusive unserer Neuzugänge fühlen sich bereits sehr heimisch.

Und am Samstag geht es schon um den ersten Titel der Saison.

Wir freuen uns riesig und fiebern dem Event in Düsseldorf entgegen. Erstmals findet der Supercup gemeinsam mit den Männern statt. Das bringt uns noch mehr Aufmerksamkeit sowie zusätzliche Reichweite.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.deutscher-handballbund-so-fiebern-sebastian-heymann-und-xenia-smits-paris-entgegen.32e32309-2724-4ad8-a8c3-ae31a443df09.html

Ihr Team spielt gegen den württembergischen Nachbarn TuS Metzingen.

Und uns erwartet ein hartes Stück Arbeit. Die TusSies sind eingespielt, wir dagegen haben ein recht neu formiertes Team. Aufgrund der hohen Anzahl an Olympia-Teilnehmerinnen in unserem Kader, kann sich Cheftrainer Jakob Vestergaard nur rund zwei Wochen lang mit dem gesamten Team auf den Supercup vorbereiten.

„Große Rechnung begleichen“

Ihre Mannschaft um Kapitänin Xenia Smits hat noch etwas gutzumachen.

In diesem Derby steckt immer sehr viel Brisanz. Doch diesmal gilt es in der Tat, noch eine große offene Rechnung zu begleichen – aus diesem verlorenen DHB-Pokal-Finale in Stuttgart vom vergangenen März.

Diesen Titel hatten Sie fest einkalkuliert?

Nach dem Erreichen des Final Four, ja. Wir sind nach dieser überraschenden 28:30-Finalniederlage enttäuscht aus der Porsche-Arena nach Hause gegangen und haben die Niederlage intern aufgearbeitet. Im Nachhinein darf ich sagen, hat uns das so richtig angestachelt. Diese Enttäuschung gab uns die entscheidende Extra-Motivation für die deutsche Meisterschaft und die Champions League.

In der Sie ins Final Four in Budapest eingezogen sind...

...und wir sensationell das Finale erreichten. Damit konnten wir Geschichte schreiben, für uns, für den deutschen Frauenhandball. Das macht uns immer noch enorm stolz.

„Wir wollen unser erstes Ziel erreichen“

Neben den Revanchegelüsten, welchen Stellenwert hat der Supercup?

Einen sehr großen. Es ist das erste offizielle Pflichtspiel für unseren neuen Verein. Es geht darum, unser erstes Saisonziel zu erreichen. Wir werden definitiv All-In gehen.

Wie lauten die anderen Saisonziele?

Wir sind in der Bundesliga und im DHB-Pokal der Favorit, diese Rolle nehmen wir auch an. In der Champions League erwischten wir eine Hammergruppe. Aber klar werden wir versuchen, auch in der Königsklasse möglichst weit zu kommen.

In der Bundesliga wird erstmals im Play-off-Modus gespielt. Was halten Sie davon?

Unser Trainer Jakob Vestergaard kennt das aus Dänemark und kann damit leben. Ich persönlich bin da etwas altmodisch und kein Freund davon. Wer in einer normalen Runde, in der jeder gegen jeden zweimal spielt, Erster wird, der wird auch zurecht deutscher Meister. Die Play-offs haben Pokalcharakter, fallen dir in einem K.-o.-Spiel zwei Schlüsselspielerinnen aus, kann dir dies eine komplette Saison kaputt machen. Einen kleinen Vorteil sehe ich allerdings.

Bitte!

Im bisherigen Modus ging es bei Punktgleichheit um die Tordifferenz. Dies gilt zwar auch in den Play-offs für die Platzierungen, trotzdem kann man bei diesem Modus die Spielanteile auch an jüngere Spielerinnen im Kader besser verteilen, weil man diesem permanenten Tordifferenzdruck nicht ausgesetzt ist.

Info

Gerit Winnen
Er wurde 13. Dezember 1974 in Offenburg geboren. Winnen begann mit Handball in der Jugend beim TuS Hofweier. Mit dem TV 08 Willstätt schaffte der Rechtsaußen den Aufstieg von der Regionalliga bis in Bundesliga. Anschließend spielte er beim Stralsunder HV, TuS N-Lübbecke, der SG Willstätt-Schutterwald und der SG BBM Bietigheim. Seit 2011 ist Winnen Sportdirektor des HB Bietigheim/Ludwigsburg e.V., der bis zum Ende der vergangenen Saison SG BBM Bietigheim hieß. Er arbeitet bei der Firma Olymp im Bereich Marketing und Veranstaltungen.

Bundesliga
Erster Spieltag: HB Ludwigsburg – Frisch Auf Göppingen (4. September, 19 Uhr), Sport-Union Neckarsulm – HSG Bensheim-Auerbach (7. September, 18 Uhr), BVB Dortmund – Buxtehuder SV (7. September, 19 Uhr), BSV Sachsen Zwickau – HSG Blomberg-Lippe (8. September, 16 Uhr), Bayer Leverkusen – Thüringer HC (8. September, 16 Uhr), TuS Metzingen – VfL Oldenburg (noch nicht terminiert). (jüf)