Einen regen Handel mit Kokain soll ein 25-Jähriger vom Kleinen Heuberg betrieben haben, um damit eine Einnahmequelle zu sichern. Foto: Marcus Brandt/dpa

Ein 25-Jähriger aus einer Gemeinde vom Kleinen Heuberg sitzt in Untersuchungshaft und muss sich in den nächsten Wochen vor dem Landgericht Hechingen verantworten.

Es ist ungewohnt früh für einen Prozesstag am Landgericht in Hechingen. Trotzdem haben sich im Zuschauerraum des Saals 168 schon einige Besucher eingefunden. Es ist die Familie des Angeklagten, der kurz darauf in Fußfesseln auf die Anklagebank geführt wird. Der 25-Jährige ist adrett gekleidet mit Anzughose und weißem, frisch gebügeltem Hemd.

 

Er macht, ebenso wie seine Familie, einen unsicheren, teils verschreckten Eindruck, während der Vorsitzende Richter Johannes-Fillipe Sommer das Verfahren offiziell eröffnet. Bereitwillig macht der junge Mann Angaben zu seiner Person. Er sei von Beruf Maler und ledig, sitze seit 22. Oktober 2025 in Untersuchungshaft. Auch im weiteren Verfahren will er Auskünfte zu seinen persönlichen Verhältnissen geben, bejaht der Angeklagte auf Nachfrage des Richters.

Staatsanwältin Jasmin Eppler verliest die Anklageschrift, nach der der 25-Jährige mindestens seit Juni 2025 einen „schwunghaften Handel mit Kokain“ als „umfangreiche Einnahmequelle“ betrieben haben soll. Allein sieben Fälle, die alle einen einzelnen Abnehmer betreffen, zählt die Staatsanwältin detailliert auf. Mal waren es zwei Gramm für 100 Euro, ein anderes Mal zehn Gramm Kokain für 500 Euro. Immer wieder variieren die Mengen. Ableiten lässt sich allerdings, dass das Gramm Kokain für 50 Euro vertickt wurde und es innerhalb kurzer Zeit – denn es wurde nur ein Monat und ein Abnehmer betrachtet – zu ansehnlichen Beträgen gekommen ist.

Drogen bei Wohnungsdurchsuchung gefunden

Wie genau man dem mutmaßlichen Drogenhändler auf die Spur gekommen ist, wird im Laufe des Verfahrens noch erörtert werden. Auf alle Fälle muss es am 22. Oktober 2025 eine Wohnungsdurchsuchung gegeben haben. Denn auch darauf wird in der Anklageschrift eingegangen. Demnach fanden die ermittelnden Beamten in einem Hängeschrank in der Küche insgesamt 65,4 Gramm Kokain, das einem CHC-Gehalt von 59,9 Gramm entsprach. (Der CHC-Gehalt gibt an, wie viel reines Kokain-Hydrochlorid in einer Stoffprobe enthalten ist.) Außerdem wurden in einer Schublade und an anderen Orten in der durchsuchten Wohnung „jederzeit griffbereit“ ein Messer mit langer Klinge, ein Teleskopschlagstock, ein Pfefferspray und ein Schlagring aufgefunden.

Der Tatvorwurf lautet laut Staatsanwältin demnach wiederholter „gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“, wobei auf sechs Fälle verwiesen wird, und „bewaffneter Handel mit Betäubungsmitteln“. Zu den Anklagepunkten wird sich der 25-Jährige wohl nicht äußern, wie sein Verteidiger Achim Wizemann verlauten ließ. Hierzu werde es lediglich eine abschließende Verteidigererklärung zur Sache geben. Die öffentliche Hauptverhandlung wird am 29. April um 9 Uhr fortgesetzt. Ein weiterer Termin ist für den 15. Mai angesetzt. Im Laufe des Strafprozesses werde man laut Staatsanwältin Eppler durch einen psychiatrischen Sachverständigen prüfen lassen, ob eine Unterbringung in einer Anstalt notwendig sein wird. Lediglich 15 Minuten dauerte die Eröffnung der Hauptverhandlung am Montag. Es wurde per Beschluss vereinbart, einige Akten im Selbstleseverfahren zur Kenntnis zu nehmen.