In der Beschlussdrucksache zur Zukunft der geriatrischen Reha in Horb schlägt Landrat Klaus-Michael Rückert eine Verschiebung der Entscheidung vor.
Müssen die Horber weiter zittern um die Zukunft der geriatrischen Reha in Horb? In seiner Beschlussdrucksache 157/2025 schlägt Landrat Klaus Michael Rückert (CDU) vor, die Entscheidung zu verschieben.
Die Vorlage hat die Nummer 157/2025. Der Kreistag soll am Montag, 21. Juli, entscheiden, wie es mit der geriatrischen Reha in Horb weitergehen soll. Schließung oder Privatisierung? Oder doch den Erhalt?
Rückert: Kein Problem mit Erhalt
Landrat Rückert hatte am OB-Wahlsontag in Horb erklärt, er sei neutral. Weil er kein Stimmrecht im Kreistag hat. Jetzt hat er sein Votum abgegeben. Sein Beschlussvorschlag lautet: „Es ist die Aufgabe der Kreisrätinnen und Kreisräte, in dieser Situation abzuwägen, ob sie die von den Krankenkassen nicht ausreichend finanzierte Einrichtung mit Finanzmitteln des Kreises und damit der kreisangehörigen Gemeinden weiter zu finanzieren bereit sind oder nicht.“
Damit soll der Kreistag die Entscheidung treffen. Rückert: „Weder Landrat noch Aufsichtsrat oder Klinikgeschäftsführung haben ein Problem damit, wenn der Kreistag beschließt, die Geriatrische Rehaklinik fortzuführen.“
Landratsamt bleibt bei Schließung oder Privatisierung
Das Landratsamt plädiert weiter für Schließung oder Privatisierung. Rückert schreibt: „Die Verwaltung bleibt in Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat bei ihrer Empfehlung, die Geriatrische Reha in Horb zu schließen, wenn sie nicht an einen anderen Betreiber veräußert werden kann oder von den Krankenkassen ein auskömmlicher Tagessatz bezahlt wird.“
Es soll noch abgewartet werden. Es heißt weiter: „Da im Moment noch Gespräche mit zwei potenziellen Investoren geführt werden, ist eine Beschlussfassung nach Ansicht der Verwaltung noch nicht möglich, weshalb empfohlen wird, die endgültige Entscheidung in einer späteren Sitzung zu treffen.“
Endlich Zahlen zu den schwerkranken Patienten
Allerdings, so Rückert: „Sollten sich bis zur Sitzung Änderungen ergeben, wird der Kreistag selbstverständlich entsprechend informiert.“
Damit wird es spannend am Montag. Und: Die Kämpfer für den Erhalt der geriatrischen Reha in Horb hatten immer damit argumentiert, dass hier Patienten aufgenommen werden, die wegen der Schwere der Behandlung woanders keine Chancen hätten. Laut KLF-Geschäftsführerin Monique Bliesener betrifft das Patienten mit einem Barthel-Index von unter 30.
In der Drucksache werden dazu konkrete Zahlen genannt. Zitat: „Die KLF-Geschäftsführerin hat daher nochmals sämtliche Fälle, die in der Geriatrischen Reha im Jahr 2024 behandelt wurden, betrachtet. Der durchschnittliche Barthel-Index aller behandelten Patientinnen und Patienten lag bei 63.
Von insgesamt 730 behandelten Patienten waren 48 Patientinnen und Patienten (also 6,6 Prozent) in einem Barthel-Index von 30 oder niedriger eingestuft.“