Landrat Klaus Michael Rückert erklärt am Dienstag, 24. Juni, im Gemeinderat Horb, wie es mit dem Krankenhaus Horb weitergeht. Das sind die wichtigsten Fragen.
Der Gemeinderatssaal in der Gutermann-Grundschule wird am Dienstag, 24. Juni, wohl voll sein. Denn dann geht es um ob die Frage, ob nach dem Krankenhaus Horb auch die Geriatische Klinik geschlossen wird. Bei der Sitzung wird auch Landrat Klaus Michael Rückert (CDU) anwesend sein.
Eine Hoffnung: Die Privatisierung. Eine Privatisierung würde – so Rückert – das Defizit der KLF um 1,7 Millionen Euro verringern. Aber: Durch den Vertrag mit der Spitalstiftung, der frühstens im Jahr 2035 gekündigt werden kann, zahlt der Kreis weiterhin. Bis zum Jahr 2037 sind das 15,9 Millionen Euro, so KLF-Geschäftsführerin Monique Bliesener.
Mehrheit war dagegen
Die Spitalstifung bekommt keine Miete. Die Kosten, die bis 2037 auflaufen, bestehen aus den 14 Millionen Euro Umbaukosten und der Abschreibung sowie aus der Verpflichtung des Kreises, das Gebäude bis 2037 laufend zu sanieren und auf dem Stand zu halten.
Horbs OB Peter Rosenberger (CDU) hatte im Kreistag gefordert, dass zunächst die gesamte KLF nach der Krankenhausreform des Bundes unter die Lupe genommen und aufgrund des Gesamtbildes entschieden wird. Die Mehrheit im Kreistag war dagegen – bis zur Sitzung Mitte Juli soll die geriatrische Reha entweder geschlossen oder privatisiert werden.
Jetzt sagt er: „Warum pickt man sich ein Segment heraus, ohne die Gesamtschau auf die Gesundheitsversorgung des Landkreises zu machen? Eine Geriatrie ist genauso wichtig für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wie beispielsweise eine Kita.“
Nur 35 Prozent der Patienten aus dem Landkreis
Kreisrätin Martina Sillmann (Frauenliste) meint: „Es sind auch die Kosten gegenzurechnen, die entstehen, wenn die Patienten aus dem Landkreis nicht in der geriatrischen Reha behandelt werden, sondern in Pflege müssen.“
Zudem berichtet Rosenberger : „Im Kreisrat kam das Argument, dass lediglich 35 Prozent der Patienten in Horb aus dem Landkreis kommen. Ich bekomme zahlreiche Rückmeldungen von Angehörigen oder Patienten, die nicht in der geriatrischen Reha untergekommen sind, sondern woanders. Da frage ich mich: Wie funktioniert das Aufnahmemanagement?“
Muss sich Rückert am Dienstag auch den Fragen der Bürger stellen? OB Rosenberger: „Derzeit ist die Bürgerfragestunde auf Top 1 – vor dem Tagesordnungspunkt mit dem Landrat. Man könnte die auch auf danach legen.“
Die Initiative Konrad Faßnacht eine Unterschriftenaktion gegen die Schließung der Geriatrischen Reha gestartet. Die Listen mit den Unterschriften sollen am Dienstag dem Landrat übergeben werden.
Thema im Wahlkampf
Das Thema spielt auch im Horber OB-Wahlkampf eine Rolle. So meint OB-Kandidat Sven Bach: „Die Funktion der Kreisumlage besteht darin, flächendeckende, belastbare Infrastruktur zu sichern – und dazu gehört die geriatrische Reha in Horb.“
OB-Kandidat Winfried Asprion sagt: „Der Landkreis ist eher aufgefordert, dem größten Kreisumlagezahler auch wieder Angebote zu machen, um attraktiver zu werden. Hat der Landkreis für sich schon alle Kosteneinsparungen durchgeführt? Wird hier nicht wieder der Weg des geringsten Widerstandes gesucht?“
OB-Kandidat Michael Keßler (CDU) stellt klar: „Wir wünschen uns am Dienstag transparente Zahlen und vor allem ernsthafte Alternativen zu einer Schließung.“