Landrat Klaus Michael Rückert und KLF-Geschäftsführerin Monique Bliesener sagen im Gemeinderat Horb, wie es um die geriatrische Reha steht.
Fast zwei Stunden lang wurden Landrat Klaus Michael Rückert (CDU) und KLF-Geschäftsführerin Monique Bliesener im Gemeinderat Horb von Bürgern und Gemeinderäten „gegrillt.“ Die wichtigsten Fakten.
Es gibt Hoffnung auf einen Weiterbetrieb. KLF-Geschäftsführerin Monique Bliesener: „Ich habe alle 146 geriatrischen Rehas in Deutschland abtelefoniert. Vier Interessenten sind noch übrig. Mit ihnen werde ich Horb besichtigen, weil sie auch die Kubatur kennenlernen wollen.“ Derzeitiges Minus der Reha Horb: 1,6 Millionen Euro.
Bliesener: „Ich bin sehr glücklich, dass aus 146 noch vier Interessenten übrig geblieben sind. Alle haben grundsätzlich ein langfristiges Interesse an der geriatrischen Reha Horb. Viele Andere haben über die schwierige Lage geklagt.“ Der Kreistag will Mitte Juli entscheiden, wie es weitergeht. Bliesener: „Ich mache keinen Zeitdruck.“
Kann man noch mehr von der Krankenkasse holen?
Bliesener: „Wir verhandeln weiter. Die sagen bisher: Uns sind die Hände gebunden, wir können nicht höher. Wenn der Pflegesatz um ein Drittel erhöht werden würde, könnten wir an die schwarze Null kommen.“ Rückert: „Die AOK nimmt im Kreistag Stellung .“
Horbs OB Peter Rosenberger (CDU): „Horber Patienten werden intensivst betreut. Die Reha nimmt Patienten mit Pflegegrad, die andere nicht akzeptieren. Schlecht vorstellbar, dass das nicht honoriert wird.“ Rückert hat dafür „Resthoffnung“. Entscheidend ist, bis zu welchem Pflegegrad der Betreiber Patienten aufnimmt. Legt der Barthel-Index fest. KLF-Geschäftsführerin Monique Bliesener: „Die Reha in Horb nimmt Patienten mit einem Barthel-Index unter 30. Wir könnten unsere Auslastung in Horb steigern ohne das. Mit den bisherigen Patienten ist der Pflegeaufwand zu hoch.“
Katrin Lohner von der geriatrischen Reha: „Meine Oma war in der Reha Horb. Sie hatte einen Schlaganfall, konnte nicht mehr gehen, war nicht mehr ansprechbar. Jetzt ist sie fit, wird im Januar 100 Jahre alt.“
Wird die Reha künstlich schlechtgerechnet?
Bliesener: „Wir verrechnen die Verwaltungskosten durch die KLF nicht überdurchschnittlich hoch. Investitionskosten in Freudenstadt werden auf keinen Fall auf Horb verlagert.“
Werden zu wenig Patienten nach Horb verlegt?
Argument im Kreistag: nur 35 Prozent Horber Patienten kommen aus dem eigenen Landkreis. Werden zu wenige Patienten aus dem Freudenstädter Krankenhaus nach Horb in die Reha geschickt? Landrat Rückert: „Der Sozialdienst entscheidet, welche Patienten wo in die Reha eingewiesen werden – Mitarbeiter des Landratsamtes.“
Kreisrätin Martina Sillmann (Frauen in den Kreistag): „Patienten, die nicht durch die Reha zum selbstbestimmten Leben wieder fit gemacht werden, fallen im Zweifel dem Landkreis zur Last. Weil der die Pflege bezahlt. Landrat Rückert: „Ein großer Teil des Sozialhaushalts geht an Pflegeeinrichtungen im Landkreis.“
Auch Andreas Bronner, Vorsitzender der Seniorenunion, meldete sich zu Wort: „Es ist Sünde, die geriatrische Reha in Horb zu schließen.“