Derzeit machen falsche SMS von vorgeblichen Lieferdiensten die Rund: Wer auf einen Link klickt, fängt sich womöglich eine Schad-Software ein. Die Polizei rät zur Vorsicht. Foto: Günther

Sicherheit: Gauner nutzen vorweihnachtliche Geschäftigkeit / Wertsachen oder Bargeld niemals aushändigen

Ortenau - Wer eine Bestellung erwartet, sollte sehr aufmerksam und misstrauisch mit Nachrichten über die Paketzustellung umgehen. Denn derzeit machen verstärkt sogenannte Phishing-SMS eines namhaften Zulieferers die Runde, informiert das Polizeipräsidium Offenburg.

Hinter den falschen Kurznachrichten steckt oftmals eine fiese Betrugsmasche: In der erhaltenen SMS wird die Lieferung eines Pakets angekündigt. Der mitversandte Link soll zur Sendungsverfolgung weiterleiten, was allerdings von dem Absender nur ein Vorwand ist, um entweder an persönliche Daten zu gelangen oder eine Schadsoftware zu installieren. In der Folge werden möglicherweise eine Fülle von SMS-Nachrichten an andere Nummern verschickt, was unter Umständen eine gehörige Stange Geld kosten könnte. Daher sei gerade in der jetzigen Jahreszeit, wenn viele Geschenke für die Lieben online bestellt werden, besondere Vorsicht geboten.

Die Polizei rät dringend anstatt den übermittelten und möglicherweise betrügerischen Link anzuklicken, die Sendungsverfolgung die offizielle Webseite des jeweiligen Paketdienstes zu benutzen. Sollte der Link versehentlich angeklickt worden sein, empfiehlt es sich, sein Handy in den Flugmodus zu setzen, damit keine ungewollten SMS versandt werden. Wer eine verdächtige SMS erhalten hat, sollte die Nummer des Absenders blockieren, um keine weiteren Nachrichten derselben Nummer zu erhalten. Überdies sollten keinesfalls persönliche Daten preisgegeben werden, betont die Polizei.

Bereits zu Jahresbeginn – Ende Januar, Anfang Februar – hatte es im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg eine Welle solcher SMS-Betrügereien gegeben, berichtet Polizeisprecher Rüdiger Schaupp unserer Redaktion. Damals war es auch zu zahlreichen Anzeigen gekommen. Grundsätzlich seien die Phishing-SMS kein sehr weit verbreitetes Phänomen, kämen aber eben immer wieder vor, so der Polizeisprecher. Allerdings könne die Dunkelziffer auch deutlich höher liegen – viele Betroffene reagieren womöglich bereits instinktiv richtig und legen auf.

Andere Maschen haben derweil das ganze Jahr Saison – wie etwa Telefonbetrügereien, bei denen meist Senioren um ihr Erspartes gebracht werden sollen. Die würden zwar ganzjährig aber auch häufig in Wellen auftreten, erläutert der Polizeisprecher. Offenbar dann, wenn die Person, die das Geld abholen soll, in einer bestimmten Region unterwegs ist. Die Maschen können recht unterschiedlich aussehen – vom falschen Polizeibeamten bis hin zum Schockanruf.

Einem solchen Schockanruf fiel laut Polizei erst vergangene Woche eine 79-Jährige aus Oberkirch zum Opfer. Die Rentnerin erhielt am Nachmittag einen Anruf, angeblich von der Polizei in Baden-Baden. Ihr wurde erzählt, dass ihre Tochter einen schweren Unfall verursacht habe bei dem eine schwangere Frau ein Kind verloren hätte. Die Tochter sei daher jetzt in Haft und es müsse eine Kaution hinterlegt werden. Die so geschockte Dame hob im Anschluss einen größeren Bargeldbetrag – laut Polizei mehrere Tausend Euro – ab und übergab diesen gegen 17.15 Uhr an einen vermeintlichen Kurier. Am Samstag meldete sie den Vorfall.

"Sobald man so einen Anruf bekommt, sollte man direkt auflegen und die 110 wählen oder die betreffenden Angehörigen anrufen", rät Rüdiger Schaupp. Generell solle man niemals Bargeld oder Wertsachen aushändigen.

Die Ermittlungen in Betrugsfällen rund ums Telefon gestalten sich meist sehr schwierig. Oft führe die Spur ins Ausland, dort sitzen nämlich häufig die Callcenter, von denen die Betrugsversuche ausgehen, berichtet Polizeisprecher Rüdiger Schaupp. Das macht Rechtshilfeersuchen an die ausländische Staaten notwendig. Der Angerufene kann dabei gar nicht erkennen, woher der Anruf kommt. Deutsche Telefonnummern können technisch vorgegaukelt werden: Etwa die Lahrer Vorwahl mit der 110 dahinter. "Die Polizei ruft niemals mit 110 an", stellt Schaupp jedoch klar.