In zig Bahnen waren die Flieger über zwischen Baiersbronn und Geislingen unterwegs. Foto: Google Earth

Ein Flugzeug pendelt im Luftraum von Freudenstadt und Aichhalden bis Rosenfeld und Horb. Was steckt hinter den Flügen mit den geraden Fluglinien? Wir haben nachgehakt.

Bereits an sieben Tagen waren dieses Jahr Flieger über dem Schwarzwald und dem Neckartal unterwegs und flogen dabei in einem Linienmuster. Dabei handelte es sich um zweimotorige Leichtflugzeuge, die immer am Ende ihrer Bahn eine Wendeschleife flogen. 

 

Zuletzt war einer der Flieger, eine Piper PA-34, am 29. Januar und 1. Februar zwischen Erzgrube und Seedorf unterwegs. Beim An- und Abflug zog er eine Schleife über der Schwarzenbachtalsperre. 

Betreiber des Flugzeugs mit dem Kennzeichen D-IGFK ist die "Milan Geoservice" aus Kamitz in Sachsen, eine Firma, die "Airborne Laserscanning" (ALS) anbietet. Genau dafür sind die Flieger hier unterwegs: Sie scannen die Landschaft unter sich mit Lasern ab und erstellen so eine Art digitale Kopie der Region als 3D-Modell.

Diese Modelle werden von Ämtern und anderen öffentlichen Stellen genutzt. So können beispielsweise Hochwasser digital simuliert oder Bauprojekte und Infrastruktur besser geplant werden. Zudem werden die Daten auch "weitgehend" als Open Data angeboten - sind also kostenlos für alle zugänglich.

Der Auftrag zur Messung mit LiDAR-Technik kommt vom baden-württembergischen Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL). Die "Milan Geoservice" hat als eine von drei Firmen bei einer Ausschreibung das Los für diese Region gewonnen, wie Anja Lehmann, Sprecherin und Prokuristin des Unternehmens, uns bestätigt. Deswegen sind die Flugzeuge der Firma immer wieder über dem Gebiet unterwegs.

Laserstrahlen werden vom Flugzeug auf den Boden gerichtet und mit dem Echo die "Tiefe" des Geländes erfasst. Foto: Milan Geoservice

Vor der Piper war bereits ein Flugzeug des Modells Diamond Da42 mit dem Kennzeichen OE-FRI über der Region unterwegs: Am 21. und 22. Januar sowie vom 24. bis zum 26. Januar flog diese Maschine im Rahmen der Ausschreibung "36-1_2025", die hier in unserer Karte als schraffierte Fläche markiert ist.

Die Scan-Flüge für das Landesamt dauern noch bis spätestens Ende März an, da man die Aufnahmen "unbelaubt", also ohne Blätter auf den Bäumen, mache. Wie eine Sprecherin erklärt, werde es zudem Flüge in einem weiteren Gebiet unserer Region geben. Eine andere Firma hat ein angrenzendes Ausschreibungs-Los gewonnen für den Bereich "37-1_2025". Dieser umfasst das Gebiet südlich vom aktuellen, zwischen Schramberg und Schömberg sowie Oberndorf und Trossingen.