Bei der Vorstellung der Baupläne für den Umbau der Waldsägemühle Glatten (von links): Edith Walz, Markus Rebhuhn, Lea Weigold, Tore-Derek Pfeifer, Ute Weik und Sophia Stockburger.  Foto: Günther

Die Vorbereitungen für den Glattener Waldkindergarten laufen auf Hochtouren. Sofern keine Verzögerungen eintreten, wird ab Ostern in und um die geschichtsträchtige Glattener Waldsägemühle nicht nur Vogelgezwitscher und Wasserrauschen, sondern auch Kinderlachen zu hören sein.

Glatten - Die Vorbereitungen sind in trockenen Tüchern – angefangen vom Beschluss des Gemeinderats, in Glatten eine zweite Kindertagesstätte in Form eines Wald-/Naturkindergartens zu eröffnen, über die geradezu ideal gelegene ehemalige Genossenschaftssäge an der Lauter bis zur Konzeption und den Bauplänen, die bei einem Pressetermin vorgestellt wurden.

So hat sich Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer zum Ziel gesetzt, dass die Baufreigabe bis spätestens Ende September erfolgen soll. Welche Umbaumaßnahmen vorgesehen sind, erläuterten Stadtplanerin Sophia Stockburger und Architektin Ute Weik vom Verbandsbauamt des Gemeindeverwaltungsverbands Dornstetten.

Baukörper bleibt soweit wiemöglich erhalten

In die Waldsägemühle werden auf 77 Quadratmetern– ein Spiel- und Essbereich, eine Zwischenebene mit Ruhezone, Sanitärräume im Trenntoilettensystem, Garderobe, Besprechungszimmer und ein kleines Büro untergebracht. Bei Bedarf können diese Räume mit einer elektrischen Infrarotheizung beheizt werden. Eine zusätzliche – unbeheizte – Fläche von 28 Quadratmetern mit Schmutzschleuse und überdachtem Vorraum gliedert sich daran an. Wie Stockburger und Weik versicherten, bleiben der historische Baukörper sowie Dach und Fensteröffnungen soweit wie möglich erhalten. Das gilt auch für den Zugang vom Wanderweg her sowie das historische Sägegatter, das künftig durch eine Glaswand von den übrigen Räumen getrennt ist. Für die interessierte Öffentlichkeit besteht dann allerdings nur noch an einem Tag der offenen Tür des Waldkindergartens die Gelegenheit, sich dieses anzuschauen. Vor dem neuen Waldkindergarten ist ein mit einer Markise versehener Freiplatz zur flexiblen Nutzung vorgesehen.

Zahlreiche Details zum Kindergartenalltag in der und rund um die idyllisch gelegene Waldsägemühle steuerten Markus Rebhuhn, Leiter des evangelischen Verwaltungszentrums und Vorsitzender des Bezirkskindergartenausschusses (BKA), Edith Walz, fachliche Leitung Kindertagesstätten im Kirchenbezirk Freudenstadt, und Lea Weigold, Mitarbeiterin der Geschäftsführung, bei. Ausgelegt ist der neue Waldkindergarten für maximal 20 Kinder. Diese werden morgens in einer festgelegten Bringzeit am Parkplatz Flößering von den Erzieherinnen erwartet. Bis spätestens 13.30 Uhr werden die Kinder an der Waldsägemühle wieder von den Erziehungsberechtigten abgeholt.

Kein Mittagessen

Im Waldkindergarten wird kein Mittagessen angeboten. Die Kinder bringen ihr Vesper mit. Da zur Waldsägemühle keine Wasserleitung besteht, erfolgt die Trinkwasserversorgung wechselweise in Elterndiensten. Mit Freispielen in Haus und Gelände, dem täglichen Morgenkreis mit gemeinsamem Vesper und Erzählrunden, mit Projektarbeiten wie Seilgarten, Natur-Experimenten, der Beschäftigung mit dem Thema Tiere im Wald oder mit Waldtouren sollen die Kinder ganzheitlich gefördert werden.

Der neue Waldkindergarten werde, so ergänzte Bürgermeister Pfeifer, keine weitere Gruppe der bestehenden Kindertagesstätte Himmelszelt, sondern eine eigenständige Kindertagesstätte. Dabei wird, so ergänzte Markus Rebhuhn, die Verwaltung vom Bezirkskindergartenausschuss übernommen – in enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Glatten.

Bei den umfangreichen Planungen mit berücksichtigt wurden auch die strengen sicherheitstechnischen Auflagen. Daher muss auch ein Zaun rund um das Gebäude angebracht werden. Lediglich ein letzter wichtiger Punkt konnte, so stellte Pfeifer bedauernd fest, noch nicht abschließend geklärt werden. Der Fachkräftemarkt sei so gut wie leer gefegt. Rebhuhn erklärte aber, dass es in der derzeit laufenden neuen Ausschreibungsrunde einige recht vielversprechende Bewerbungen gebe.

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