Eine geplante PV-Freiflächenanlage eines privaten Investors bei Durrweiler hat im Gemeinderat Pfalzgrafenweiler zu Diskussionen geführt. Das Vorhaben erstreckt sich auf zwei Gemarkungen – und wird auch in Waldachtal noch Thema sein.
Für ein privates Bauprojekt auf zwei Gemarkungen hat der Gemeinderat Pfalzgrafenweiler in seiner jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „PV-Freiflächenanlage Hayer“ gefasst.
Auf dem als landwirtschaftliche Fläche im Außenbereich von Durrweiler gelegenen Privatgrundstück soll eine Freiflächen-PV-Anlage erstellt werden. Um Schwierigkeiten bei der Genehmigung eines solchen Bauvorhabens zu vermeiden, soll das 0,52 Hektar große Grundstück mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan überplant werden. Die Kosten des Verfahrens sowie für eventuell erforderliche Ausgleichsmaßnahmen trägt der Grundstückseigentümer.
Da ein Großteil der insgesamt 1,22 Hektar umfassenden landwirtschaftlichen Fläche mit 0,7 Hektar direkt nebenan auf Gemarkung Cresbach liegt, beschäftigt sich auch der Waldachtaler Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung mit diesem Thema.
Rotwild gesichtet – Forst soll angehört werden
Bürgermeister Dieter Bischoff sprach von einem komplexeren Verfahren aufgrund der Lage des Grundstücks, das sich über zwei Gemarkungen erstreckt.
Laut Roland Mäder, Ortsvorsteher von Durrweiler, hat der Ortschaftsrat in dieser Sache „nicht vor Begeisterung gesprüht“. Wegen dort bereits gesichteter Rehe und Hirsche werde auch der Forst angehört.
Peter Dieterle (FWV), ergänzte aus der Ortschaftsratssitzung in Durrweiler vom 9. Oktober, dass das Grundstück aufgrund der Hanglage schwer zu bewirtschaften sei, was die Entscheidung erleichtere.
Theurer plädiert für Deponie und Dächer
Karl Theurer (OGL) fände es sinnvoller, eine solche PV-Freiflächenanlage auf der Deponie zu errichten, anstatt landwirtschaftliche Flächen dafür zu beanspruchen. Zudem könnten beispielsweise Dachflächen in Kälberbronn mehr PV-Anlagen vertragen, sagte Theurer.
Bürgermeister Bischoff konstatierte, dass die Energiewende ohne Freiflächen-PV-Anlagen nicht zu stemmen sei. Schließlich müsse der Strom irgendwoher kommen. Falls öffentliche Gebäude für PV-Anlagen in Anspruch genommen werden, müsse das auch wirtschaftlich darstellbar sein, antworte Bischoff auf den Vorschlag Theurers. Außerdem sei die angesprochene Erddeponie Egenhausen noch nicht verfüllt; sie müsse rekultiviert und wieder bepflanzt werden, so der Bürgermeister.
Ziefle: Ausgleichsflächen werden minderwertiger
Andreas Ziefle (CDU) sprach sich gegen die vorgesehene PV-Freiflächenanlage aus, auch wenn die dortige Fläche nicht so wertvoll sei. Als problematisch sieht Ziefle, dass wertvollere Flächen durch den Ausgleich minderwertiger werden. Ziefle plädierte dafür, PV-Anlagen auf Dächern zu errichten. Er warf bezüglich der Freiflächenanlagen die Frage auf, wo das hinführe und inwiefern es noch zu kontrollieren sei.
Hauptamtsleiter Marco Kaupp ergänzte, dass Wildwechsel im Bereich des Grundstücks nicht explizit untersucht worden sei. Ein dort vorhandener Zaun verhindere die Querung von Wild. Allerdings könne dieses Thema noch im Rahmen der anstehenden Beteiligung untersucht werden.
Mit dem mehrheitlich gefassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan auf Gemarkung Durrweiler werden die Öffentlichkeit sowie die Träger öffentlicher Belange frühzeitig – innerhalb einer vierwöchigen Frist – beteiligt.