Vor dem Hintergrund steigender Abwassermengen und verschärfter gesetzlicher Vorgaben wird die Notwendigkeit von Erweiterungen und Optimierungen bei der Kläranlage immer dringlicher.
In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses stand die Zukunft der Kläranlage Sulz im Mittelpunkt.
Diskutiert wurden sowohl die notwendige Aktualisierung der Schmutzfrachtberechnung im Einzugsgebiet als auch die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Kapazitätserweiterung der Anlage. Hintergrund dieser Maßnahmen ist die bevorstehende wasserrechtliche Genehmigung, die aufgrund strengerer gesetzlicher Anforderungen und steigender Abwassermengen notwendig wird.
Nicht ausreichend für die Zukunft dimensioniert
Bereits seit 1966 betreibt die Stadt Sulz eine mechanisch-biologische Kläranlage, die derzeit rund 7000 Anwohner der Kernstadt Sulz sowie der Ortsteile Sigmarswangen und Holzhausen versorgt. Trotz der regelmäßig guten Reinigungsleistung stößt die Anlage, besonders in den kälteren und regenreicheren Monaten, an ihre Grenzen. Wie Alexander Beller vom Tiefbauamt erklärte, sei die Kläranlage hydraulisch überlastet und für die langfristige Entwicklung der Region, insbesondere bei einem weiteren Bevölkerungswachstum, nicht ausreichend dimensioniert.
Gewässergütegutachten wurde angefertigt
Die wasserrechtliche Genehmigung der Kläranlage läuft zum 31. Dezember aus. Für die Neuerteilung wurde das Ingenieurbüro Weber aus Pforzheim beauftragt, die erforderlichen Unterlagen vorzubereiten. Ein zentrales Element dabei ist ein Gewässergütegutachten des Neckars, das über einen Zeitraum von zwölf Monaten erstellt wurde. Die Untersuchung ergab, dass die Kläranlage zwar noch die geltenden Grenzwerte einhält, aber in Zukunft weiter optimiert werden muss.
Erweiterung oder Aufrüstung notwendig
Ein Problem besteht in der Tatsache, dass strengere gesetzliche Vorgaben und der steigende Abwasseranfall durch Bevölkerungs- und Industrieentwicklung die Kapazitäten der bestehenden Anlage überfordern könnten. Wie das Landratsamt Rottweil feststellte, kann eine langfristige wasserrechtliche Genehmigung daher nur erteilt werden, wenn die Kläranlage erweitert oder technisch aufgerüstet wird. Als kurzfristige Lösung wurde die bestehende Genehmigung bis Ende 2026 verlängert.
Für die anstehenden Planungen und Untersuchungen hat der Ausschuss die Vergabe der Ingenieurleistungen beschlossen. Das Ingenieurbüro Weber erhält den Auftrag zur Aktualisierung der Schmutzfrachtberechnung im Einzugsgebiet der Kläranlage, die rund 31 000 Euro kosten wird. Zusätzlich wird das Büro für knapp 40 000 Euro mit der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die mögliche bauliche Erweiterungen oder einen neuen Standort prüfen soll.
Umweltthemen werden wichtiger
Jürgen Huber von den Freien Wählern betonte in der Diskussion die Wichtigkeit, zukunftssicher zu planen und aufkommende Technologien zu berücksichtigen. „Umweltthemen werden in Zukunft immer wichtiger. Es ist besser, heute etwas mehr Geld zu investieren, um später vorbereitet zu sein“, so Huber.
Manche Becken könnten ausgelagert werden
Auch Hans Gühring von der SPD erkundigte sich, ob ein kompletter Neubau der Anlage in Betracht gezogen werde. Beller erläuterte, dass dies nicht ausgeschlossen sei, insbesondere was bestimmte Becken betrifft. Jedoch betonte er, dass der aktuelle Betrieb problemlos verlaufe und es vorrangig um die zukünftige Entwicklung der Kläranlage gehe.