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Geothermie Noch zu wenig Spenden für Staufen

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Trügerische Idylle vor dem Rathaus in Staufen: Viele Häuser haben hier seit Erdwärmebohrungen 2007 Risse. Foto: Haid

Staufen - Die Stadt Staufen im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald braucht Geld, um ihren Hausbesitzern im akuten Notfall bei Sanierungsarbeiten ihrer Häuser unter die Arme greifen zu können. Viel Geld.

Rund 270 Gebäude in der Stadt sind durch Risse infolge der Erdhebungen unter der historischen Altstadt beschädigt. Genau 262 davon sind in privater Hand. Und auch wenn sich die Hebungsgeschwindigkeit des Erdreichs unter der Stadt seit Ende 2009 verlangsamt – die Schäden in den Häusern werden immer schlimmer.

Ende 2007 wurde bei einer vermutlich nicht ordnungsgemäß ausgeführten Erdwärmebohrung beim historischen Rathaus das Eindringen von Grundwasser in Gipsschichten ermöglicht, die seither unablässig aufquellen. Das Land Baden-Württemberg und der Städtetag des Landes haben zwar Finanzierungszusagen für zwei Drittel der Schadenssumme von derzeit geschätzten rund 50 Millionen Euro gemacht. Doch auch die Stadt und die Eigentümer werden gefordert sein, denn noch ist die rechtliche Klärung der Ansprüche der Betroffenen offen und es ist fraglich, ob bei den mutmaßlichen Verursachern jemals »etwas zu holen sein wird«, wie Bürgermeister Michael Benitz (parteilos) immer wieder betont.

5000 Krüge warten auf Abnehmer

Also versucht Benitz unter anderem mit einer Stiftung zum Erhalt der historischen Altstadt an Geld zu kommen. 5000 »Staufenkrüge« wurden etwa bei der renommierten Majolika-Manufaktur in Karlsruhe in Auftrag gegeben. Doch die Krüge für 68 Euro sind schwer unters Volk zu bringen. Erst 1200 Stück sind verkauft. Nun hofft Benitz, dass die Sparkassen im Land den Krug über ihr Filialnetz vertreiben könnten.

Ein Erfolg sei hingegen die Kunstauktion Ende Mai gewesen, bei der rund 46 000 Euro zusammenkamen. Gerüchte, er sei mit dem Ergebnis unzufrieden gewesen, dementiert Benitz vehement: »Wir haben so etwas nie zuvor gemacht, wie hätte ich da höhere Erwartungen haben können?« 88 Kunstwerke wurden versteigert, auf 90 weiteren blieb man sitzen. Sie sollen nun zusammen mit dem Ausstellungskatalog über die Internetseite der Stiftung weiter zum Kauf angeboten werden.

Bürgermeister hofft auf Plakataktion

Außerdem soll neben Kunst, Krügen und den Staufen-Briefmarken, die man im Ort kaufen kann, bald ein weiteres Objekt in den Handel kommen: Der Freiburger Designer Joseph Pölzelbauer hat eine »Staufentasche« entworfen, die für rund 38 Euro angeboten wird. »Sehr trendy« findet Benitz die Tasche. Vorsichtshalber werden aber zunächst nur 2000 Exemplare gefertigt. Hoffnung auf Spendengelder setzt der Bürgermeister zudem auf eine bundesweite Plakat- und Anzeigenaktion mit Prominenten wie Altkanzler Gerhard Schröder, Moderator Frank Elstner und anderen, die in Zeitungsanzeigen und auf Litfaßsäulen zu Spenden per SMS aufrufen.

Es sei ein mühsames Geschäft mit den Spenden, seufzt Benitz. Zumal es schwer zu vermitteln sei, dass die Stadt nun mehr denn je auf Unterstützung angewiesen sei, obwohl ja die Erdhebungen im Abklingen seien. Auch die neue Landesregierung sei in Sachen Staufen noch nicht in die Gänge gekommen: »Ich habe Ministerpräsident Kretschmann natürlich schon zu uns eingeladen, aber noch keine Antwort erhalten«, berichtet Michael Benitz. Derzeit sei nicht einmal klar, welche Ministerien künftig als Ansprechpartner für die Stadt und ihre Probleme zuständig seien.

 
 

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