Die Zahl der Besucher beim traditionellen Georgimarkt geht zurück. Die Verkäufer kommen dennoch gerne nach Donaueschingen.
Kleidung, Schmuck, Gewürze – die Auswahl beim traditionellen Georgimarkt in Donaueschingen ist vielfältig. Wer möchte, findet auch eine Bratwurst für das Mittagessen.
Bei Immanuel Hinz riecht es nach Curry und gemahlenem Pfeffer. Er ist guter Dinge, die Menschen stehen Schlange bei ihm für Paprikapulver oder getrockneten Bärlauch. „Ich mache die Arbeit gerne“, sagt er. In Donaueschingen gebe es tolle Stammkunden. „Die finden den Weg zu meinem Stand auch bei dichtem Schneetreiben, das freut mich.“
Nicht alle sind so gut gelaunt wie Hinz, denn es ist wenig los an den Ständen rund um die Max-Egon-Straße. „Hier ist tote Hose“, bestätigt Michael Schuster den Eindruck. Mit seinem Stand, der vor allem Schmuck anbietet, besuche er den Georgimarkt bereits seit Ende der 1980er-Jahre. Traditionell ist dieser eigentlich Ende April. Dieses Jahr wurde er kurzfristig vom Veranstalter, dem Landesverband für Schausteller und Marktkaufleute, verschoben.
Die Terminverschiebung könnte den geringen Zulauf erklären. Doch auch in den vorherigen Jahren sei nicht viel los gewesen, bestätigt Michael Schuster. Er hat den Direktvergleich und war zuletzt in Haslach und Tuttlingen unterwegs. Nach seiner Wahrnehmung stehe der Georgimarkt in Donaueschingen bei der Popularität in der Bevölkerung an letzter Stelle und das, obwohl viel Werbung gemacht worden sei. Jahr für Jahr kämen weniger Besucher.
Kontakt zu den Kunden
Einen Grund dafür sieht er im Einkaufsverhalten der jüngeren Generation. „Junge Menschen lassen sich alles nach Hause liefern und schicken es dann zurück. Die gehen nicht mehr auf Märkte.“
Er schätzt den Kontakt zu den Kunden und den Vorteil, dass die Waren direkt anprobiert werden können. Trotz des geringen Andrangs will er wiederkommen. „Zum Glück habe ich hier auch eine Stammkundschaft, über die ich sehr froh bin“, sagt Schuster.