Die EnBW legt das Gehalt von Georg Stamatelopoulos offen. Foto: Marijan Murat/dpa

Die Vergütung für den Chef des Energiekonzerns Georg Stamatelopoulos ist 2024 kräftig gestiegen – während die Gewinne der EnBW um fast ein Viertel geschrumpft sind. So sieht das Gehalt von Georg Stamatelopoulos aus.

Mit seinem Aufstieg zum Vorstandsvorsitzenden des Energieversorgers EnBW hat Georg Stamatelopoulos im vergangenen Jahr deutlich mehr Vergütung bekommen als im Vorjahr – währenddessen sind die Profite des Karlsruher Konzerns 2024 deutlich geschrumpft. Die Bezüge des 55-jährigen Managers, der den Chefposten bei Deutschlands drittgrößtem Energieversorger im März 2024 angetreten hatte, legten von 1,59 Millionen Euro auf insgesamt 2,42 Millionen Euro zu; eine Steigerung um etwa 50 Prozent.

 

So setzt sich das Gehalt des EnBW-Chefs zusammen

Wie aus dem kürzlich veröffentlichten Vergütungsbericht des Energieversorgers hervorgeht, setzen sich Stamatelopoulos’ Bezüge aus zwei Teilen zusammen: 959 834 Euro wurden als erfolgsunabhängige Prämie gezahlt. Dazu gehören auch Nebenleistungen, etwa Dienstwagen oder Versicherungsprämien. Den Löwenanteil der Bezüge machte die an Ziele geknüpfte erfolgsabhängige Vergütung aus. Diese beläuft sich auf 1,45 Millionen Euro.

Eine Sprecherin der EnBW sagt dazu: Die variable Vergütung soll die EnBW-Vorstandsmitglieder am „Geschäftserfolg angemessen teilhaben lassen“. Gradmesser für die Bezüge seien einerseits kurzfristige Erfolgsziele für das jeweilige Geschäftsjahr – zum Beispiel das Unternehmensergebnis vor Steuern. Anderseits gebe es eine langfristige Komponente, in die Nachhaltigkeitskennzahlen sowie das Ergebnis der letzten drei Jahre fließen.

Millionen-Abfindung für Ex-EnBW-Chef

Tiefer in die Tasche greifen musste die EnBW für Stamatelopoulos’ Vorgänger Andreas Schell. Der im Streit um die Unternehmensstrategie überraschend ausgeschiedene Ex-Chef hatte 2024 eine Abfindung von rund 6,42 Millionen Euro kassiert. Schell hatte den Chefposten im November 2022 angetreten – mit einer Vertragslaufzeit von eigentlich drei Jahren. Zum Ablauf 8. März 2024 endete die Amtszeit. Im Vergütungsbericht ist seine Gesamtvergütung für das Jahr 2023 mit gut 2,74 Millionen Euro angegeben.

Sein Abgang kostete die EnBW Millionen: Ex-Chef Andreas Schell Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Sein Nachfolger, der gebürtige Grieche Stamatelopoulos, intern „Stama“ genannt, ist mittlerweile seit fast 16 Jahren bei der EnBW, verantwortete jahrelang im Vorstand den Betrieb der erneuerbaren und konventionellen Energieerzeugung.

Direkt zu seinem Amtsantritt an der Konzernspitze im März 2024 legte der Manager Rekordzahlen vor: Im Jahr 2023 hatte die EnBW das außergewöhnlich hohe operative Ergebnis von knapp 6,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das waren 60 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Gehalt steigt trotz Gewinnrückgangs

Doch weil sich die damals außergewöhnlichen Preisniveaus für Strom und Gas an den Großhandelsmärkten normalisiert haben, brach der Gewinn 2024 wie erwartet auf 4,9 Milliarden Euro ein – um fast einem Viertel im Vergleich zu 2023. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die EnBW ein Ergebnis zwischen 4,8 und 5,3 Milliarden Euro.

Der Konzern versorgt mehr als 5,5 Millionen Kundinnen und Kunden. Ende vergangenen Jahres beschäftigte er rund 30 400 Menschen. Die EnBW ist seit 2011 größtenteils im Besitz der öffentlichen Hand. Das Land Baden-Württemberg und der Zusammenschluss OEW von neun oberschwäbischen Landkreisen halten je fast 47 Prozent.