Die Gebäude der Georg-Müller-Schulen in der Eichendorffstraße waren Teil der Kienzle-Produktion. Heute schallt in der Grundschule Kinderlachen durch die hellen Klassenzimmer, und Realschüler zerbrechen sich die Köpfe über manch einer Matheaufgabe.
Es ist zwar eine christlich orientierte Privatschule, doch ist sie sehr in der Realität verwurzelt. „Kinder, die hier ankommen, sollen zu selbstständig handelnden Menschen erzogen werden“, erklärt Rektor Tim Carstens das Ziel der Schule. Und dazu gibt es verschiedene Besonderheiten – einige abseits des formalen Unterrichts.
Fachliche Fitness, emotionale Fitness, mentale Fitness, soziale Fitness und körperliche Fitness sind auf diesem Weg die Schlagworte. Die Lehrerschaft investiert dafür einiges an Zeit und Betreuung.
Rund 340 Schüler und 28 Lehrer
340 Schüler sind aktuell an den Georg-Müller-Schulen, 140 in der Grund-, 200 in der Realschule, Tendenz steigend. Deswegen wird die Schule großzügig erweitert. Sie werden von 28 Lehrern unterrichtet, davon fünf Referendarinnen, hinzukommen vier pädagogische Fachkräfte in der Betreuung und die Verwaltung.
Ausbau der Schule aufgrund gestiegener Schülerzahl
Im Rektorat sitzt seit dreieinhalb Jahren Tim Carstens, der neben seinen Leitungsaufgaben noch Physik unterrichtet. Er ist Rektor und Lehrer mit Leib und Seele. Wenn er von seiner Schule spricht, ist er zwar sachlich, doch seine Begeisterung ist ihm anzumerken. Er treibt die Entwicklung des Schulkonzepts und der Schule kontinuierlich und mit Elan voran, dazu gehört auch der räumliche Ausbau der Schule.
Er blickt mit einem Lächeln auf ein tolles Kollegium und tolle Schüler – auch wenn diese ab und zu genauso sind wie Schüler an anderen Schulen und ein paar Flausen im Kopf haben. Oft ist er auch an den Samstagen im Rektorat anzutreffen, um die eine oder andere Arbeit zu erledigen, zu der er im Schulalltag nicht kommt.
Selbstständiges Lernen gehört dazu
Die Privatschule ist für den Unterricht wie jede andere Schule ausgestattet. Die Schüler haben einige Möglichkeiten, außerhalb des Unterrichts zu lernen. Da wären im Erdgeschoss das Lernbüro, im Obergeschoss Lernateliers und im Dachgeschoss entsteht momentan eine Lernlandschaft. So eigenständig die Schüler hier arbeiten können, gibt es doch einige Regeln.
In der fünften und sechsten Klasse benötigen die Schüler mehr Anleitung. Sie können auch entscheiden, ob sie zu einer bestimmten Aufgabenstellung aus dem Unterricht etwas lernen wollen oder Wissen weitergeben an Mitschüler.
Durchlässiges Lernsystem
Je nachdem wie gut dieses eigenständige Lernen läuft, können die Schüler vorzeitig in die nächste Lernform aufsteigen, das wäre das Lernatelier – dazu benötigt es jedoch einen Tandempartner, der auf gleichem Wissens- und Lernniveau stehen muss, informiert Tim Carstens über das Konzept. Denn: Im Lernatelier sind die Lernenden zu zweit. Merkt man jedoch, dass ein Schüler in der siebten Klasse noch nicht bereit ist für das Lernatelier, geht es zurück in das Lernbüro. Das gleiche System gilt für die aktuell entstehende Lernlandschaft, die zum nächsten Schuljahr belegt werden kann. Bei allen drei Lernformen sind betreuende Lehrer dabei.
Zusätzlich begleiten Coaches die Schüler durch das Schuljahr an der Realschule. Zu Beginn bekommen die Schüler die Namen der Lehrer, die als Coach zur Verfügung stehen. „Es muss nicht ein Fach- oder der Klassenlehrer sein“, erklärt Tim Carstens, „es kann auch ein Lehrer sein, den die Schüler nicht im Unterricht haben.“
Coach für jeden Schüler eine Vertrauensperson
Hier gibt es ganz unterschiedliche Gesprächsthemen. Die Schüler führen eine Art Tagebuch. In diesem sollen sie notieren: Was hat gut funktioniert? Welches Ziel haben sie sich vorgenommen? Welches geschafft? An welchen Punkten wollen sie sich verbessern? Auch was das Lernen angeht in den freien Formen kann es zu einem Thema werden in den Coachinggesprächen. Es geht dabei um ein Gesamtbild. Immer auf eine wertschätzende und fördernde Weise.
In den kommenden Jahren kann mit steigenden Schülerzahlen gerechnet werden. Kürzlich war ein sehr gut besuchter Informationsabend zur Realschule. Die Schule platzt aus allen Nähten und deswegen wird erweitert. Die Mensa kommt an einen anderen Platz im Obergeschoss des Erweiterungsgebäudes und verfügt dann über mehr Fläche.
Man verabschiedet sich zum Schuljahr 2025/26 in der Realschule komplett vom Klassenraumprinzip und stellt auf Fachräume um, und vor allem diese finden zusätzlich Platz. Hinzu kommt das Lernatelier, ein Bewegungsraum, Platz für die Hausaufgabenbetreuung und auch in der Außenanlage verdoppelt sich die Fläche.
Georg-Müller-Schulen
Arbeit
An den Georg-Müller-Schulen wird nach staatlichen Lehrplänen von qualifizierten, an pädagogischen Hochschulen ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet. Neben der Vermittlung fachlicher Inhalte wird großer Wert auf die Erlangung sozialer Kompetenzen gelegt. Die Vermittlung multimedialer, technischer und ökonomischer Kenntnisse soll die Schüler arbeits- und lebensfähig machen und ihnen einen verantwortungsvollen, bescheidenen Umgang mit Ressourcen und technischen Möglichkeiten aufzeigen.
Schule-Eltern-Bezug
Da eine ganzheitliche Schul- und Persönlichkeitsbildung der Lernenden nur in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus gelingen kann, baut man in der Schule auf eine vertrauensvolle und wertschätzende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Es gibt eine Ganztagsbetreuung und Berufsorientierungen.
Ziel
Das selbst erklärte Ziel der Georg-Müller-Schulen als christliche Bekenntnisschule ist es, die Schüler dahingehend zu fördern, dass sie in einer guten Atmosphäre eine stabile Persönlichkeit entwickeln und einen fundierten Bildungsabschluss erlangen. Die Schüler sollen lernen, sich aktiv und verantwortungsvoll in die Gesellschaft einzubringen.