Geopolitische Unsicherheiten und schwankende Märkte konnten der Sparkasse Kinzigtal im vergangenen Jahr wenig anhaben. Der Vorstand stellte in Haslach die Zahlen vor.
Die Sparkasse Kinzigtal hat in ihrer Bilanzpressekonferenz in der Haslacher Sparkassenhauptstelle ein insgesamt positives Ergebnis für das Geschäftsjahr 2025 vorgestellt. Vorstandsvorsitzender Sebastian Lebek bezeichnete die Fusion vor fünf Jahren als „sehr, sehr gute Entscheidung“, die dazu beigetragen habe, die Sparkasse Kinzigtal noch effizienter und stabiler aufzustellen.
Vorstandsmitglied Carlo Carosi verwies auf die schwierigen Rahmenbedingungen mit geopolitischen Unsicherheiten, schwankenden Kapitalmärkten, einer sich verändernden Zinspolitik und steigenden regulatorischen Anforderungen. Dennoch habe sich die durchschnittliche Bilanzsumme 2025 leicht um 0,8 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro erhöht.
Im Kreditgeschäft habe die Bank eine deutlich höhere Nachfrage registriert, vor allem bei Privatkunden. Die Zahl der neu bewilligten Kredite sei 2025 um rund zehn Prozent gestiegen. Insgesamt habe das Institut Darlehen in Höhe von 184 Millionen Euro zugesagt (77 Millionen Euro an Unternehmen, 107 Millionen Euro an Privatkunden). Der Anstieg sei vor allem auf Wohnbaufinanzierungen zurückzuführen; 581 Familien im Kinzigtal seien so beim Erwerb von Wohneigentum unterstützt worden. Zusätzlich seien 24 Millionen Euro an Fördermitteln über die Sparkasse in die Region geflossen.
Wohnbaufinanzierung für 581 Familien im Kinzigtal
Trotz schwieriger Wirtschaftslage halte sich die Zahl der Insolvenzen bislang in Grenzen – lediglich eine habe es im vergangenen Jahr bei den Sparkassen-Kunden gegeben. Nichtsdestotrotz müsse sich auf Bundesebene etwas tun, forderte Lebek. Die regionalen Unternehmen seien so gut aufgestellt, dass sie Krisen über einen gewissen Zeitraum bewältigen können, aber über Jahre lasse sich das nicht durchhalten.
Auch das Wertpapiergeschäft habe sich dynamisch entwickelt. Der Wertpapierbestand der Kunden sei 2025 um 13,4 Prozent gewachsen. Lebek verwies in diesem Zusammenhang auf ein geplantes Depotangebot für Selbstentscheider innerhalb der Sparkassen-App und betonte zugleich die Bedeutung persönlicher Beratung: „Gute Anlageentscheidungen entstehen vor allem dort, wo ich auf Ziele und Wünsche der Kunden eingehe – im Beratungsgespräch.“ Um die Nähe zu den Kunden zu wahren, soll es auch keine Änderungen bei den Filialen geben, auch wenn Carosi einräumte: „Wenn wir rein auf Gewinnmaximierung getrimmt wären, würden wir schon an der ein oder anderen Stelle überlegen.“
Auch Geldautomaten werde es weiter in allen Kommunen des Geschäftsgebiets geben. „Wir standen vor der Frage, abzubauen oder zu investieren“, erklärte Carosi die Situation nach Automaten-Sprengungen. Der Invest in mehr Sicherheit habe sich nun ausbezahlt. An den Kragen gehen werde es perspektivisch den Kontoauszugsdruckern. Anders als bei der Volksbank sollen die vorhandenen Geräte aber vorerst weiter betrieben werden.
Viele langjährige Mitarbeiter
Hoch bleibe die Nutzung digitaler Angebote: 77 Prozent der Kunden nutzten Online-Banking als wichtigsten Kontaktweg. Die Sparkassen-App habe 2025 einen Nutzungszuwachs von 9,3 Prozent verzeichnet. Immer größerer Nachfrage erfreue sich Wero, die europäische Zahlungslösung nach hiesigen Datenschutzstandards mit mehr als 6,7 Millionen Menschen bundesweit. Ziel ist, die Abhängigkeit von US-Unternehmen wie Paypal aufzubrechen.
Das Fundament der Sparkasse Kinzigtal, so Lebek, seien ihre Mitarbeiter. Zum Jahresende habe sie 241 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 15 Auszubildende. 31 Mitarbeiter seien für zusammen 955 Dienstjahre geehrt worden. Hohen Stellenwert habe die Förderung gesellschaftlichen Engagements. So unterstützte die Sparkasse 2025 etwa 290 regionale Projekte mit rund 250.000 Euro. Zudem habe sie Steuern in Höhe von insgesamt 2,8 Millionen Euro bezahlt, davon 1,35 Millionen Euro Gewerbesteuer. „2026 wird wieder ein herausforderndes Jahr“, blickte Lebek voraus. Aber die Sparkasse gehe den Weg „mit Klarheit und mit Zuversicht“.
Die wichtigsten Zahlen
Bilanzsumme:
2025: 1,84 Milliarden Euro(2024: 1,83 Milliarden Euro) Kundeneinlagen:
2025: 1,37 Milliarden Euro (2024: 1,36 Milliarden Euro) Bilanzgewinn:
2025: 1,5 Millionen Euro (2024: 1,4 Millionen Euro) Kundenausleihungen:
2025: 1,17 Milliarden Euro(2024: 1,17 Milliarden Euro) Neubewilligte Kredite:
184 Millionen Euro (2024: 167 Millionen Euro) Spenden/Sponsoring/Stiftung:
2025: 249.500 Euro (2024: 231.000 Euro)