Vollversorgung melden alle Schulen, mit denen unsere Redaktion gesprochen hat: (Symbolbild) Foto: Weißbrod/dpa

Die Schule geht wieder los. Zum Start ist der Tenor an den Bildungseinrichtung in Lahr und Umgebung einhellig: Die Stellen sind besetzt und das Vertrauen in Regierungspräsidium und Schulamt ist groß.

Gegen den Trend: Während in Deutschland Zehntausende Lehrkräfte fehlen und sogar Maßnahmen wie die Vier-Tage-Woche für Schüler diskutiert wird, sind in Lahr solche Überlegungen gar nicht nötig, wie eine Umfrage unserer Redaktion zum Schulstart ergab. Ev Tschentschel vom Clara-Schumann-Gymnasium in Lahr gibt schulübergreifend an, dass „wir in der Ortenau super ausgestattet sind.“ Das liege auch daran, dass Lahr auch als Wohnraum hochgeschätzt sei: „Wir gehören ja mittlerweile zum Speckgürtel Freiburgs“, so die Schulleiterin.

 

Clara-Schumann-Gymnasium: Auch für die eigene Schule vermeldet Tschentschel: „Wir starten ohne Ausfälle.“ Und für den Fall, dass sich das im Laufe des Jahres ändert, etwa durch Krankheits- oder Schwangerschaftsausfälle? „Dann gibt es zuallererst die lokale Reserve“, so Tschentschel. Die Lahrer Schulen würden da gut kooperieren, wer einen gewissen Überschuss habe, könne Lehrer kurzfristig abgeben: „Das hatten wir im letzten Jahr mit dem ,Scheffel’ so gemacht, das hat gut funktioniert.“ Auch Aufstockungen der Wochenstunden Kollegen seien eine Möglichkeit. Und wenn nichts hilft, wende man sich an das Regierungspräsidium: „Da wird es aber manchmal etwas schwierig“, so Tschentschel.

Geroldsecker Bildungszentrum Seelbach: Daniel Janka, Rektor am Geroldsecker Bildungszentrum in Seelbach, kann „eine überhundertprozentige Besetzung“ vermelden: „Mega-gut“, findet Janka das. Das ändere sich allerdings erfahrungsgemäß schnell wieder. Andererseits kämen auch immer wieder Lehrer zurück. „Es ist ein ständiges Hin und Her“, weiß der Schulleiter zu berichten. Insgesamt sei der Schulamtsbezirk Offenburg nach dem Freiburger Bezirk der begehrteste der Region, das mache die allgemeine Situation recht komfortabel. Im Notfall habe man trotzdem einen ausführlichen Priorisierungsplan zur Hand, der von Klassenstufen bis Fächerpriorisierungen viel bereitstelle, um den Schulalltag aufrechtzuerhalten, so Janka.

Scheffel-Gymnasium: „Wir sind für alle Fächer gut versorgt und das auch schon seit Anfang der Sommerferien“, freut sich Antje Bohnsack, Schulleiterin am „Scheffel“. Das sei in den Jahren zuvor nicht immer so gewesen. Das personelle Korsett sei mitunter auch sehr eng, „aber diesmal hatten wir Spielräume“, so Bohnsack weiter. Beispielsweise konnten für das vom Scheffel-Gymnasium eigens entwickelte Medienbildungskonzept auch die dafür ausgebildeten Lehrkräfte eingeplant werden. Ganz entspannt wollte sich Bohnsack allerdings nicht geben: Schwierig werde es immer dann, wenn sich während des Schuljahres Notsituationen ergäben, dann müsse man auf das Regierungspräsidium hoffen: „Aber backen kann man neue Lehrer auch nicht“, so Bohnsack.

Schutterlindenbergschule: Ebenfalls vollständig versorgt ist die Schutterlindenbergschule. Die hauptsächlichen Gründe dafür erklärt Schulleiterin Diana Frei im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir haben ein stabiles Kollegium. Außerdem gehe ich davon aus, dass man uns als Ganztagsschule beim Schulamt besonders im Blick hat“. Sollte sich an der personellen Situation etwas ändern, würde sich die Schule an das Schulamt wenden: „Letztes Jahr hatten wir zwei Ausfälle, das wurde aufgefangen. Es hat also funktioniert.“

Verbundschule Lahr: „Die Verbundschule Lahr startet zuversichtlich und mit genügend Lehrkräften ins neue Schuljahr“ teilt Schulleiterin Ingrid Furrer mit. Eine Rolle bei der guten Versorgung mit Lehrkräften durch das Schulamt spiele die Aufnahme ins Startchancenprogramm, das Schulen im sozialen Brennpunkt eine besondere finanzielle Förderung bietet, ist sich Furrer sicher. Auch bei langfristigen Ausfällen wurde die Verbundschule Furrer zufolge vom Schulamt bisher immer mit Vertretungslehrkräften versorgt. Das werde auch in Zukunft so sein, glaubt die Schulleiterin. „Bei akuter Not, haben wir auch schon das eine oder andere Nebenfach zeitweilig um eine Wochenstunde gekürzt oder Klassen tageweise im Fernlernen unterrichtet.“

Max-Planck-Gymnasium: Auch das „Max“ hat den Lehrerbedarf rechtzeitig abgedeckt, auch durch Aufstockungen im Kollegium, wie Schulleiter Martin Ries der Redaktion mitteilt. „Im Notfall wenden wir uns an das Personalreferat beim RP. Die Schwierigkeit ist in solchen Fällen immer, eine geeignete Person zu finden,“, so Ries. Manchmal käme zwischenzeitliche Hilfe auch aus dem Pensionärs- und Bekanntenkreis oder von anderen Lahrer Schulen.

Quereinstieg in Schulen

400 neue Quereinsteiger ohne Lehramtsstudium gibt es an Baden-Württembergs Schulen im neuen Schuljahr. Neu ist, dass Quereinsteiger nach einer zweijährigen pädagogischen Schulung auch an Gymnasien und in der Sonderpädagogik unbefristet lehren dürfen. Antje Bohnsack vom Scheffel-Gymnasium verweist in diesem Zusammenhang auf einen Fall an ihrer Schule, wo ein Kollege nach Ende eines Zweijahresvertrags nicht weiterbeschäftigt werden konnte.