Ein Beispiel aus der Arbeit des Citymanagements: Im KulTurm fand die Informationsveranstaltung für den Gründerpreis 2024 mit Ulrich Daum, dem Geschäftsführer der Citymanagement Albstadt, und Christine Seitzinger statt. Foto: Honorarfrei

Zwischen berechtigter Kontrolle und bloßen Verdächtigungen verläuft eine schmale Grenze. Ein Kommentar von Vera Bender.

Es sind die berühmten zwei Seiten einer Medaille: Die kommunalen Kassen sind allerorten klamm oder leer, der Schuldenstand steigt, Investitionen können kaum noch getätigt werden.

 

Als willkommene Rettung dient so mancher Gemeinde oder Stadt die heimische Wirtschaft. Unternehmen, die eine Veranstaltung finanziell unterstützen oder auch mal eine Finanzspritze zum Bau einer Halle oder dergleichen geben.

Das nimmt man gerne an. Auch wenn Handel und Industrie in der Region selbst mit schwindenden Absatzmärkten und steigenden Personalkosten sowie zunehmender Konkurrenz aus Fernost zu kämpfen haben.

​Von all dem profitiert der Bürger. Auch wenn sich der Steuerzahler noch so oft über die vermeintliche Verschwendung seines zwangsweise abgegebenen Geldes ärgert, so ist er doch froh, wenn auch die wohl begüterten Unternehmer nicht nur ihrerseits Steuern zahlen, sondern auch freiwillig hin und wieder etwas für die Allgemeinheit spenden – was wiederum von der Steuer absetzbar ist und so die Freigiebigkeit etwas erleichtert.

Das Sponsoring ist also die eine Seite der Medaille. Die zweite Seite ist dieser sogenannte Vorteil. Steuerlich gesehen absolut im gesetzlichen Rahmen. Was aber, wenn man sich dem Vorwurf aussetzt oder ausgesetzt sieht, man erschleiche sich quasi durch die Hintertür einen Auftrag? In manchen Fällen mag das so sein. Und dann gehört es selbstverständlich auch geahndet.

Aber einfach jemanden unter „Generalverdacht“ stellen? Das will wirklich niemand. Genau deshalb sollte „Stammtischgerede“ auch am besten an diesem einen „Stammtisch“ bleiben. Wer es aber, beispielsweise über die sozialen Medien, in die Welt hinausträgt, der sollte begründete Verdachtsmomente haben. Und diese zur Anzeige bringen. Das wäre der richtige Weg. Denn bloße Gerüchte können Menschen verletzen und einen Ruf schädigen. Davon sollte man in einer Zivilgesellschaft Abstand nehmen.

Deshalb ist es eigentlich ziemlich traurig, dass sich gewählte Mandatsträger damit auseinandersetzen müssen, wie ein Vertragswerk gestaltet werden soll, damit man jeglichem Missbrauch tunlichst vorbeugen kann. Wenn Missbrauch vorkommt, dann muss er geahndet werden. Einem Verdacht können die Behörden nachgehen. Aber einfach nur Vermutungen äußern? Dann wird es gefährlich. Und das betrifft nicht nur Unternehmer, die sich im Zweifelsfall als Sponsoren zurückziehen.

Das betrifft dann alle Menschen. Jeden Ehrenamtlichen, jeden Mandatsträger, jeden Arbeitnehmer – einfach jeden.