Alfred Himmelsbach verlässt den Seelbacher Gemeinderat. Foto: CDU Seelbach

Nach 32 Jahren im Gremium gibt der Seelbacher CDU-Gemeinderat Alfred Himmelsbach sein Mandat an Marius Wagner weiter – das sind die Gründe.

Nach 32 Jahren und Hunderten Sitzungen wird die Zusammenkunft des Seelbacher Gemeinderats am kommenden Montag seine letzte sein: Alfred Himmelsbach, Fraktionsvorsitzender der CDU, verlässt auf eigenen Wunsch das Gremium. Der Rat soll am 18. Mai sein Ausscheiden bestätigen.

 

„Ich habe das Amt immer mit Begeisterung ausgeübt“, erklärt Himmelsbach im Gespräch mit unserer Redaktion. Sein Wunsch, auszuscheiden, erfolge demnach nicht durch „äußeren Druck“, sondern nach einer Absprache innerhalb der Seelbacher CDU.

Himmelsbach hatte bei der Kommunalwahl im Juni 2024 1233 Stimmen auf sich vereinen können – die zweitmeisten auf der Liste der CDU, die insgesamt vier Sitze ergattern konnte. Schon kurz nach der Wahl jedoch habe er den Entschluss getroffen, im Laufe der Amtsperiode auszutreten, um der jüngeren Generation Platz zu machen, erzählt der 73-Jährige. Die fünftmeistern Stimmen hatte nämlich Marius Wagner, der nun sein Nachfolger wird. „Ich wollte auch den Wunsch meiner Wähler erfüllen und ihnen zeigen, dass die Kandidatur ernst gemeint war“, begründet er die Tatsache, die siebte Amtsperiode angetreten zu sein. Die Absprache sei aber von Anfang an gewesen, nach zwei Jahren zurückzutreten. „Mein Ersatz schlägt mich in einer wesentlichen Eigenschaft: nämlich seiner Jugend“, sagt Himmelsbach über seinen Nachfolger. Wagner, Jahrgang 1998, hält er für „sehr gut in der Lage, die Tätigkeit als Gemeinderat zu erfüllen“. Am Montag soll er als neues Mitglied des Gemeinderats verpflichtet werden.

„Nie mit Unlust zu einer Sitzung gegangen“

Himmelsbach selbst blickt auf eine lange Zeit im Gremium zurück, dennoch sei er „nie mit Unlust“ zu einer Sitzung gegangen. Besondere Freude habe ihm die Tätigkeit bereitet, wenn es ihm und seinen Ratskollegen gelang, Projekte umzusetzen, „die für nicht realistisch gehalten wurden“. Als Beispiel führt er die Sanierung des Schwimmbads an – auch die Sanierung der Burgruine sei eine Angelgenheit gewesen, die ihn „ganz persönlich betroffen“ habe. Schließlich habe er als Schönberger „die Burg vor Augen“.

Marius Wagner wird Nachfolger. Foto: CDU Seelbach

Das Projekt Schulcampus 2030 – die Erweiterung des Geroldsecker Bildungszentrums – nennt er als weiteres großes Projekt, das zwar noch nicht abgeschlossen sei, mit der Einweihung des Anbaus am Freitag aber gute Fortschritte mache. Die Monate, in denen zuletzt ungewiss war, ob das Seelbacher Pflegeheim gerettet werden kann, nennt er rückblickend „atemberaubend“. „Ich hätte an mancher Stelle keinen Pfifferling darauf verwettet, dass es weitergeht“, sagt er. Dass die Rettung dennoch gelang, sieht er aber weniger als Verdienst des Gemeinderats denn als Verdienst der Seelbacher und Schuttertäler Verwaltung.

Alfred Himmelsbach will nach seinem Ausscheiden nicht mitmischen

Welche Rolle Himmelsbach in der Kommunalpolitik gespielt hat, wurde nicht zuletzt im Februar 2024 deutlich, als er es war, der von Seiten des Rats launige Abschiedsworte an den scheidenden Bürgermeister Thomas Schäfer richtete. Nun endet eine Ära – und ein Kuriosum: Aktuell tragen alle vier Fraktionsvorsitzenden im Seelbacher Rat den Nachnamen Himmelsbach. Seinen Posten wird nun vorübergehend Josef Schwörer einnehmen, verkündet Alfred Himmelsbach. Und danach? „Da bin ich nicht mehr der Chef“, sagt er lachend. Er habe nicht vor, sich nach seinem Ausscheiden einzumischen. „Das wäre eine Missachtung der Person meines Nachfolgers.“

Der Seelbacher Gemeinderat muss künftig ohne Alfred Himmelsbach auskommen. Foto: Köhler

Konkrete Ideen, was er mit der gewonnen Zeit anfangen möchte, hat Alfred Himmelsbach noch nicht. Er werde weiterhin in seiner Steuerberatungsgesellschaft arbeiten und „mein Leben nicht völlig auf den Kopf stellen“. Ganz wird ihn die Kommunalpolitik ohnehin nicht verlieren: Sein Mandat als Ortschaftsrat von Schönberg werde er weiterhin ausüben.

Die Sitzung

Der Seelbacher Gemeinderat trifft sich am Montag, 18. Mai, zu öffentlichen Sitzung im Bürgersaal des Rathauses. Thema ist neben dem Ausscheiden Alfred Himmelsbachs ein Sachstandsbericht zum Breitbandausbau sowie die Teilfortschreibung des Regionalplans Windenergie.