Seniorenbeauftragte Gabriele Schneider (links) unterhält sich mit den Besucherinnen beim Häkeln und Stricken. Foto: Ulrich

Das Generationenhaus Linde 13 in Oberndorf ist ein Ort der Begegnung: Im öffentlichen Wohnzimmer treffen sich Jung und Alt zum Kreativsein, Bewegen und Austauschen – manchmal entstehen sogar Paare.

Es ist Dienstagnachmittag im Generationenhaus Linde 13.

 

Zwischen bunten Wollknäueln, klappernden Stricknadeln und fröhlichem Gelächter entsteht mehr als nur Handarbeit.

Die Kreativwerkstatt des öffentlichen Wohnzimmers trifft sich wie jede Woche im Generationenhaus Linde 13, um gemeinsam zu stricken, häkeln, basteln oder zu nähen. Doch das ist nur eines von vielen Angeboten, die das Haus ausmachen.

„Jeder ist bei uns willkommen“, betont Kathrin Armbruster, die Seniorenbeauftragte des Hauses. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Gabriele Schneider sorgt sie dafür, dass das Obergeschoss des Generationenhauses zu einem lebendigen Treffpunkt für Senioren, aber auch für alle Generationen wird. Seit 2022 befindet sich hier das „öffentliche Wohnzimmer“: barrierefrei zugänglich über einen Aufzug, gemütlich eingerichtet und offen für Menschen jeden Alters.

Orte der Begegnung fehlen

Bereits seit 2018 gibt es den Seniorenbereich. Damals entstand das Projekt durch Anregungen bei einem Bürgerbeteiligungsprozesses. „Damals wurde klar: Was der Stadt fehlt, sind Orte der Begegnung“, erinnert sich Schneider, die von Anfang an dabei war. Inzwischen ist aus der Idee ein vielseitiger Treffpunkt geworden, in dem wochentags zwischen 9.30 Uhr und 16 Uhr Leben einkehrt.

Freitags wird gemeinsam gekocht

Neben der Kreativwerkstatt gibt es Angebote wie Stuhlgymnastik, Gedächtnistraining, Spielenachmittage, Theaterproben, gemeinsames Kuchenbacken oder Tanzen im Sitzen. Auch eine Veeh-Harfen-Gruppe trifft sich regelmäßig. Besonders beliebt ist das gemeinsame Kochen und Mittagessen freitags. Dabei wird aus gespendeten Lebensmitteln von der Tafel gekocht – oft entstehen daraus deftige Eintöpfe, ergänzt durch Salat und Dessert. „Unser Chefkoch ist übrigens schon 91 Jahre alt“, sagt Schneider mit einem Schmunzeln. Zwischen 16 und 23 Gäste nehmen regelmäßig teil – die einzige Veranstaltung, für die eine Anmeldung bis – Donnerstag 16 Uhr – erforderlich ist.

Bei Fragen wird sich geholfen. Foto: Ulrich

Das Besondere: Alle Angebote sind kostenlos und unverbindlich. Spenden sind willkommen, aber kein Muss. Die Räume dürfen unabhängig vom Alter genutzt werden – auch Jugendliche vom Jugendtreff im unteren Stockwerk schauen gerne mal zum Spielen oder anschließenden Kuchen essen vorbei. „Die regelmäßigen Besucher sind zwischen 14 und 91 Jahre alt“, erzählt Schneider. Im vergangenen Jahr wurden rund 5000 Besucher im öffentlichen Wohnzimmer gezählt.

Jeder ist hier willkommen

Mit Unterstützung einer FSJlerin, die teils bei den Jugendlichen und teils bei den Senioren ist, engagierten Ehrenamtlichen und den beiden festen Mitarbeiterinnen ist das Generationenhaus personell gut aufgestellt. Die Stadt steht hinter dem Konzept und unterstützt aktiv. „Wir werden in der Stadt sehr wahrgenommen und unterstützt,“ betont Schneider.

Und die Besucher? Die fühlen sich wohl. „Manche begrüßen uns mit den Worten: ‚Och, jetzt bin ich wieder daheim‘“, erzählt Armbruster lachend. Andere kommen einfach vorbei, um die Wartezeit auf den Bus mit einem „Schwätzle“ zu überbrücken.

„Wir sind jederzeit offen für neue Ideen und Gruppen, und jeder ist hier willkommen“, betonen die Beiden. Und hier sind auch schon viele Freundschaften entstanden, tatsächlich haben sich hier auch schon Paare gefunden“, verrät Armbruster.