Die langjährige Rektorin der Bärbel-von-Ottenheim-Schule geht in den Ruhestand. Sie hat die Gemeinschaftsschule entscheidend geprägt.
Für die Gemeinschaftsschule war es kein leichter Abschied. Angelika Walter engagierte sich 25 Jahre lang für die Schwanauer Schule – zunächst als Lehrerin, später auch als Konrektorin und zuletzt als Schulleiterin. Rund 100 Menschen verabschiedeten die Pädagogin bei einer Feierstunde in der Mensa der Schule.
Schon bei ihrer Einführung als Rektorin vor sieben Jahren erklärte Walter: „Ich wollte nie an anderen Schule sein.“ Das galt für die Musik- und Französischlehrerin bis zum Schluss. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erklärte sie.
Nach einer Begrüßung durch Konrektorin Nicole Beyer würdigte Schulamtsdirektorin Gabriele Weinrich die Pädagogin. Walter habe Töne getroffen, die nachklingen, so Weinrich. Sie erinnerte an den Einsatz Walters für die Bärbel-von-Ottenheim-Schule (BvO). Im Jahr 2000 nach Ottenheim gekommen, begleitete sie den Wandel zu einer modernen Gemeinschaftsschule mit.
Musik ist Angelika Walters Leidenschaft
Weinrich würdigte auch Walters Engagement in den einzelnen Fächern. So habe sie in ihrer Zeit in Ottenheim das Fach Musik wiederbelebt.
Das Musizieren, darauf gingen die Wegbegleiter der Schulleiterin bei der Verabschiedungsfeier immer wieder ein, ist eine der großen Leidenschaften Walters. Eine, die in den Jahren als Schulleiterin privat oft zu kurz gekommen sei, für die im Ruhestand aber nun wieder Zeit ist.
Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann, sein Vorgänger Wolfgang Brucker und Meißenheims Rathauschef Alexander Schröder waren ebenfalls zur Verabschiedung gekommen. „Ich möchte ihnen von Herzen danken“, so Gutmann. Heute sei die Bärbel-von-Ottenheim-Schule eine moderne und anspruchsvolle Schule. „So etwas ist ein Aushängeschild für jede Gemeinde“, würdigte Gutmann. Er sei gespannt auf Walters Nachfolge, erklärte er.
Moritz Heinicke übernimmt ab August
Das Geheimnis über die Nachfolge lüftete die Schule unmittelbar darauf. Sie gab bekannt, dass Moritz Heinicke, zuvor Teil der erweiterten Schulleitung, den Rektorposten übernimmt. Er tritt zum 1. August sein Amt an.
Untermalt wurde die Feier auch mit Musik. So steuerte die Siebtklässlerin Feli Karin Sylvia Scherer ihre Interpretation von „Crocodile Rock“ von Elton John auf der Querflöte bei.
Grußworte an die scheidende Schulleiterin richtete auch Rebecca Fischer. Die Rektorin der Ludwig-Frank-Grundschule zollte Walter Anerkennung. Schließlich hatte sie neben ihrer Arbeit an der Gemeinschaftsschule für einige Zeit auch kommissarisch die Leitung der Ludwig-Frank-Grundschule übernommen.
Für eine Überraschung sorgte die Theater-AG. Ein Ensemble hatte eigens für den Anlass ein Stück eingeübt, bei dem die Schulleiterin selbst mit Witz verkörpert wurde. Auch Walters Kollegium hatte eine Überraschung auf Lager: Sie sangen und musizierten – aber sehr schief. Ihre Lösung: Die erfahrene Musikerin Walter durfte ein letztes Mal in der Schule als Dirigentin den Taktstock schwingen.
Theater-AG studierte Stück für die Feier ein
Walter erklärte zum Abschluss: „Ich bin überwältigt.“ Sie dankte zunächst ihrem Mann und ihrer Familie für die Unterstützung. Mit Freude blickte sie auf die Zeit in Ottenheim zurück. Die Vielfalt der Gesellschaft spiegele sich in der Schule wieder. Ihr Dank ging auch an das gesamte Team der Schule. „Ohne euch würde die BvO nicht funktionieren“. Für die Zukunft, so ist sich Walter sicher, wird die Schule weiter auf Kurs bleiben. Jetzt sei Zeit für Dinge, die früher zu kurz gekommen sind, blickte Walter voraus. „Es war mir eine Ehre“, erklärte sie.
Das Schulkonzept
Die Bärbel-von-Ottenheim-Schule ist seit dem Schuljahr 2012/13 eine Gemeinschaftsschule. 260 Schüler besuchen laut der Internetseite der Bildungseinrichtung die Schule. Unterrichtet wird die Sekundarstufe I. Das bedeutet ab der fünften bis zur zehnten Klasse. Schüler können hier ihren Hauptschul- oder Realschulabschluss machen.