2025 haben insgesamt 105 Kinder und Jugendliche an der Gemeinschaftsschule Neubulach Einzelfallhilfen in Anspruch genommen. Foto: Thomas Fritsch

Der Waldhaus-Bericht offenbart: Es gibt immer mehr Schüler mit Auffälligkeiten. Die Angebote im Jugendtreff Neubulach werden insgesamt gut angenommen.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird auch an der Neubulacher Gemeinschaftsschule (GMS) immer herausfordernder. Davon weiß Sabine Huber zu berichten. Es gebe immer mehr Schüler mit Auffälligkeiten wie Autismus oder ADHS, berichtete sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Zudem würden die Jugendlichen vermehrt Gespräche mit der Schulsozialarbeiterin suchen – oft über einen längeren Zeitraum. „Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die wir länger begleiten, nimmt zu“, so Huber. Dies betreffe Schüler aus dem Ganztagsangebot wie auch im Regelschulbetrieb.

 

Wenig positiv aus Hubers Sicht: Die Zahl der Kinder mit Fehlzeiten sei auf einem hohen Niveau. Mitunter gebe es daher auch Schulausschlussgespräche. Die Kapazität der Schulsozialarbeit, so Huber, stieße langsam an ihre Grenzen. 2025 hätten insgesamt 105 Kinder und Jugendliche Einzelfallhilfen in Anspruch genommen, zudem habe es 68 Beratungen von Erwachsenen gegeben – bei 760 Schülern verteilt auf 33 Klassen.

Das Angebot der Ganztagsbetreuung an der GMS nutzten 143 Kinder, rund 300 Projekte seien mit diesen im Laufe des Schuljahrs umgesetzt worden. So wurden unter anderem Hochbeete gebaut, es gab Yogastunden, Koch- und Backangebote, Kreativworkshops oder vielfältige Sport- und Bewegungsangebote.

Die intensive Nutzung von sozialen Medien stellt die Schulsozialarbeit laut Huber vor große Herausforderungen, da oft falsche Lebensrealitäten vermittelt würden. Die erforderliche Schutzkonzeptentwicklung nehme viel Zeit in Anspruch, mit der Schulleitung habe man zudem eine AG Sozialcurriculum gestartet. Dort würden Angebote zur Erlangung sozialer Kompetenzen umgesetzt.

Gemeinsam mit André Wicher und Jule Adam hat Huber die zuletzt in im Jahr 2025 in Neubulach geleistete Jugend- und Schulsozialarbeit vorgestellt. Und die drei Mitarbeiter der Waldhaus gGmbH, die in der Bergwerksstadt für die Jugend- und Schulsozialarbeit verantwortlich zeichnet, haben wenig zeit um Däumchen zu drehen, wie deren Tätigkeitsbericht zeigt.

„Ich bin schwer beeindruckt von den Zahlen und von der Vielfalt der Angebote“, brachte Stadtrat Helmut Carstens am Ende des Berichts seine Anerkennung für das Wirken der drei Waldhaus-Beschäftigten zum Ausdruck. Auch der stellvertretende Bürgermeister Lars Dannenmann war voll des Lobs: „Sie leisten eine wichtige und gute Arbeit.“

Zuvor hatte neben der Schulsozialarbeiterin Sabine Huber insbesondere Jule Adam, die als Werkstudentin im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit tätig ist, erläutert, welche Themen 2025 in ihrer Arbeit eine besonders große Rolle gespielt haben.

Konstanz im Jugendtreff

Erfreulich für André Wicher, der als Leiter des Neubulacher Jugendtreffs mit Adam in der offenen Jugendarbeit tätig ist: „Wir haben Konstanz rein bekommen.“ Der Jugendtreff sei inzwischen jede Woche am Montag, Dienstag und Donnerstag geöffnet. Einmal monatlich lädt der Treff zudem am Freitag zum Besuch ein. Das Schülercafé für Jugendlichen ab Klasse sieben werde montags, dienstags und donnerstags angeboten und gut angenommen.

Familientag geplant

An den insgesamt 116 Öffnungstagen hätten im Schnitt jeweils 26 Jugendliche den Jugendtreff besucht, wobei laut Adam vor allem die regelmäßigen Koch- und Backangebote großen Zuspruch finden. Ein besonderer Höhepunkt im Jugendtreff sei die Demokratiewoche gewesen. Auch in diesem Jahr soll es daher erneut ein solches Angebot im Juli geben. Außerdem ist am 27. Juni ein Kinder- und Familientag geplant.

Plätze im Camp sind begehrt

Das Angebot der Ferienbetreuung – das in absehbarer Zeit aufgestockt werden muss – sei 2025 von 165 Kindern an 26 Tagen genutzt worden. Am Sommercamp haben sich laut Jule Adam zudem 100 Kinder beteiligt. „Wir hatten dabei insgesamt 68 Workshops im Angebot“, so die angehende Sozialpädagogin. In diesem Sommer wird es erneut ein solches Camp geben. Und die Nachfrage ist groß. „Die erste Woche von zwei Wochen ist bereits komplett ausgebucht“, so Wicher.