Baugemeinschaft auf dem Maute-Areal? Eine gute Idee, die keine Interessenten fand – zumindest bisher.
Es ist neuer Schwung in den Neubau auf dem Maute-Areal gekommen, den eine Baugemeinschaft realisieren soll. „Es gab einen richtigen Schub“, hat Bürgermeister Roman Waizenegger dem Gemeinderat am Dienstag berichtet.
Demnach habe sich die Präsenz bei den Immobilientagen Zollernalb im November in Balingen ausgezahlt: Es gebe inzwischen ein gutes Dutzend Personen, die Interesse an der Baugemeinschaft angemeldet hatten („zwei Handvoll“ und weitere zwei Interessenten sollen sich direkt über die Maute-Internetseite gemeldet haben).
„Da tut sich etwas, es ist wieder Bewegung drin“, so Waizenegger. Im Vergleich zur bislang bestehenden Situation ist das eine Wende. Die zahlreichen Initiativen der Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg), die die Entwicklung des Maute-Areals begleitet, hatten zuvor nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Einem größeren Publikum wurde die Indee der Baugemeinschaft bei der Maute-Messe Mitte 2023 präsentiert.
Projekt kam schleppend in Gang
Im Frühjahr 2025 startete d er VdK Bisingen seinerseits eine Aktion, um für das Bauen mit einer Baugemeinschaft zu werben. Vorsitzende Anne Heller holte eigens eine Expertin für eine Info-Veranstaltung nach Bisingen, die aus erster Hand berichten konnte wie eine Baugemeinschaft funktioniert. Doch auch hier stellte sich kein nachhaltiges Interesse ein.
Noch im Mai berichtete das Tübinger Büro AGSN, dass sie noch keine Mitstreiter haben. Nach wie vor beantworteten sie immer wieder Anfragen zur Baugemeinschaft, „aber es gibt noch keine Kerngruppe“, berichtete Architekt und geschäftsführender Gesellschafter Winfried Klimesch damals auf Anfrage der Redaktion.
Er zeigte sich dennoch unerschütterlich: Klimesch, der das Bauen in Baugemeinschaften in Tübingen, von Beginn an mitbekommen hatte, berichtete, dass es anfangs auch dort ein „Kraftakt“ war, genug Interessierte zu haben. Am Ende hat es funktioniert, sagt Klimesch: „Und das wird in Bisingen auch so sein“, hieß seine Prognose vor sechs Monaten.
Baugemeinschaft arbeitet nicht gewinnorientiert
Eine Baugemeinschaft ist eine Gruppe von Menschen, die zusammen ein Gebäude nach ihren eigenen Vorstellungen und Ideen eigenverantwortlich planen, bauen und (meist auch) nutzen. Das Bauen in einer Baugemeinschaft bringt einige Vorteile, der größte: Das Bauen wird günstiger, weil die Bauherren – im Vergleich zum klassischen Investor – nicht gewinnorientiert arbeiten.
Das Gebäude der Baugemeinschaft soll auf dem ehemaligen Kessel- und Maschinenhaus errichtet werden. Hinter den meisten anderen Mehrfamilienhaus-Projekten stehen Investoren. Dazuhin entstehen unter anderem eine neue Polizeistation und ein neues Rathaus.